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Greifswald Vereine sammeln Spenden im Internet
Vorpommern Greifswald Vereine sammeln Spenden im Internet
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12:27 07.03.2018
André Bleckmann (zweiter von links) von der DLRG freut sich über Crowdfunding. Thomas Metzke (Sparkasse Vorpommern, mit Messer) spendierte zum Start der Website Kuchen für Vereinsvertreter. Quelle: Foto: Christopher Gottschalk
Greifswald

Bei Vereinen ist das Geld für Neuanschaffungen häufig knapp. So wie bei den Kunstreitern in Wusterhusen, die einen neuen Gurt für ein Pferd brauchen. Um das zu können, gehen sie nun einen neuen Weg und nutzen eine neue Online-Plattform der Sparkasse Vorpommern - „99 Funken“. Die setzt auf die Finanzierung durch eine Menge Menschen. Oder auf Englisch:

Crowdfunding.

Der „Zucht-, Reit- und Fahrverein Wusterhusen“ betreibt das erste Mal Crowdfunding. „Wir haben nach Sponsoren gesucht und die Sparkasse hat uns auf die Plattform aufmerksam gemacht“, sagt Trainerin Una Janke. Einen Tag Arbeit hätte es gebraucht, bis sie das Projekt erstellt hatte.

Das Prinzip ist simpel: Vereine stellen ihre Projekte online vor und bitten um Spenden. Kommt die gewünschte Summe innerhalb einer bestimmten Zeit zusammen, wird das Geld ausgezahlt. Wird das Ziel verfehlt, bekommen alle Spender ihr Geld zurück. Kein neues Prinzip: Die amerikanische Seite „Kickstarter“ mit Millionen Nutzern weltweit setzt es bereits seit 2009 um. „99 Funken“ hingegen ist eine Plattform verschiedener Sparkassen (siehe Infokasten), gegründet vor zwei Jahren, mit Fokus auf das Regionale.

„Wir wollen mit der Plattform Engagement und Ehrenamt in der Region fördern“, macht Thomas Metzke, Vorstandsmitglied der Sparkasse Vorpommern, deutlich. „Wir wollen damit nicht unsere Kosten optimieren“, beteuert er. Zum Start von „99 Funken“ gibt die Bank aus einem Budget von 5000 Euro für jeden gespendeten Euro einen Euro zusätzlich.

Zunächst hoffen nun vier Vereine auf zahlende Unterstützer, neben den Kunstreitern aus Wusterhusen sind das der Ortsverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Tierschutzverein „Pommersche Boddenlandschaft“ und die Stralsunder Wassersportler vom Verein „Gemeinnützige Arbeit und Segeln“.

Und so funktionieren die Projekte im Detail: Jeder Verein gibt ein Mindestziel an. Ist das erreicht, wird das Geld ausgezahlt. Wird der Maximalwunsch erzielt, können zusätzliche Vorhaben umgesetzt werden. Darüber hinaus gibt es keine Obergrenze. Unterstützer spenden direkt per Onlineüberweisung, am Bankautomaten, per Kreditkarte oder in einer Filiale. Wer spendet, bekommt etwas zurück: Wer will, erhält eine Prämie wie eine Tasse oder einen Schnupperkurs im Verein. Doch Vorsicht: Wer eine Prämie nimmt, bekommt keine Spendenquittung.

Bis zur Auszahlung lagert das Geld auf einem Treuhandkonto eines externen Partners der Sparkasse. Gratis sind die Sammelaktionen für die Vereine nicht: Vier Prozent der Gesamtsumme werden abgezogen, um die Zahlungsabwicklung zu finanzieren.

Nicht jeder Verein kann auf der Plattform teilnehmen: Jedes Projekt wird im Vorfeld vom Vorstand der Sparkasse Vorpommern geprüft. Die Anliegen der Vereine müssen in eine von neun vorgegebenen Kategorien, wie Stadt- /Regionalentwicklung, Bildung oder Soziales, passen. Gemeinnützigkeit ist eine Voraussetzung, politische Anliegen ein Ausschlusskriterium. „Wir wollen keine politische Meinungsbildung auf der Seite“, erklärt Vorstandsmitglied Metzke. Draußen bleiben muss auch, wer nicht im Geschäftsgebiet der Sparkasse Vorpommern engagiert ist.

840000 Euro gespendet

Neben der Sparkasse Vorpommern zählt die Crowdfunding-Seite „99 Funken“ weitere vier regionale Plattformen, betrieben von den Sparkassen Oberpfalz Nord, Gifhorn-Wolfsburg, Chemnitz und die Ostsächsische Sparkasse in Dresden.

842067 Euro wurden in dieser Zeit für 120 erfolgreiche Projekte gespendet.

Das meiste Geld von Unterstützern bekamen Fans des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg: 764 Spender gaben 53667 Euro für eine Doku über den Verein.

Christopher Gottschalk

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