Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Verpflegung für eine ganze deutsche Armee

Greifswald Verpflegung für eine ganze deutsche Armee

Bunker nahe der Eisenbahnstrecke erinnern noch an das Lager / 1945 wurde hier geplündert

Voriger Artikel
„Greif“ erstmals in der Ferne aufgetakelt
Nächster Artikel
Viele Unterstützer für Hansetage am Ryck

Der heute von den Paintballspielern genutzte Bunker war Teil des Heeresversorgungsamtes.

Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Wo heute mit Farbkugeln geschossen wird, wurden bis 1945 Konserven verwahrt.

Denn der Bunker der Paintballspieler gehörte zum Greifswalder Heeresverpflegungsamt, erinnert sich Gerd Lorenz. Er war zum Kriegsende fünf Jahre alt. Seine Mutter erzählte viel über diese Zeit, berichtet der Pathologieprofessor.

Der Rest eines einst größeren Gebäudes am Weg von der Eisenbahnunterführung Am Grünland zum Gorzberg ist heute Paintballbunker. Nach 1945 nutzte das Autobahnbaukombinat ein zugehöriges und erhalten gebliebenes Gelände. Direkt an der Eisenbahnstrecke blieb im Bereich der Unterführung die zugehörige Verladerampe des Heeresversorgungsamtes erhalten. Die Strecke Stralsund-Berlin war bis Kriegsende zweigleisig. Ein Schienenstrang wurde als Reparationsleistung für die Sowjetunion demontiert, aber in der DDR-Zeit wiederaufgebaut.

„Vor dem Einmarsch der Roten Armee haben die Einwohner das Heeresversorgungsamt geplündert“, erzählt Gerd Lorenz. Mit Handwagen, sogar Pferdewagen, wurden Lebensmittel abgefahren. Vor allem Frauen bedienten sich hier. Die Männer waren ja noch im Krieg oder in Gefangenschaft.

Die Lager waren gut gefüllt mit Büchsen voller Gemüse, Fleisch, Schmalzfleisch, Fertiggerichten, Marmelade und so weiter. Kaffee und Zucker in Säcken waren auch beliebt. „Man hätte eine ganze Armee mit den Beständen versorgen können.“ Kistenweise Konserven wurden anschließend in den Greifswalder Gärten vergraben. Und zwar so, dass sie die sowjetischen Soldaten nicht fanden, wenn sie mit ihren Säbeln auf der Suche danach im Boden stocherten.

„Im April 1945 verteidigte der Volkssturm das Heeresversorgungsamt noch“, erzählt Gerd Lorenz. „Meine Mutter hat ihnen gesagt, dass sie weggehen sollen.“ Am 30. April erfolgte dann die kampflose Übergabe Greifswalds.

Begehrt gewesen sei auch das oberirdisch reichlich vorhandene Holz. Möglicherweise waren die Gebäude nur Baracken. Die Bunker, Keller, wie die Greifswalder sagten, blieben erhalten. Die Kinder der Stadtrand- und der Obstbausiedlung spielten auf diesem Gelände Krieg. Gerd Lorenz war natürlich dabei. In den Gruben mit den Bunkern stand Wasser — ideal fürs winterliche Schlittschuhlaufen.

eob

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rambin

Eigentümer Stralsund sucht für das Rambiner Gebäude einen Investor / Eine Seniorenresidenz ist gewünscht

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.