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Verschollener Wein: Greifswald bald Mekka für Schatzsucher?

Greifswald Verschollener Wein: Greifswald bald Mekka für Schatzsucher?

Die Kolonialwaren-Gesellschaft lässt heute erneut nach den über 700 Flaschen Rotspon im Bodden tauchen. Der Marketingchef schlägt Schatzgräber-Tourismus vor.

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Letztes Fotoshooting mit dem Greifswalder Rotspon am 7. Juni, bevor die Flaschen in der Dänischen Wiek versenkt werden.

Greifswald. Der verschollene Greifswalder Rotspon sorgt deutschlandweit für Aufmerksamkeit. In Köln, Augsburg, Bremen — überall berichten Zeitung, Radio und Fernsehen über die 720

Rotwein- und 30 Sektflaschen, die im Juni auf dem Meeresgrund in der Dänischen Wiek verstaut wurden und seit einer Woche nicht mehr auffindbar sind (die OZ berichtete). Heute startet eine neue Suchaktion. Alexander Lau (41), Marketingleiter der Hanseatischen Kolonialwaren-Gesellschaft Rostock, ist optimistisch, dass die Flaschen gefunden werden. Er will den edlen Tropfen gemeinsam mit dem Greifswalder Fremdenverkehrsverein vermarkten.

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Letztes Fotoshooting mit dem Greifswalder Rotspon am 7. Juni, bevor die Flaschen in der Dänischen Wiek versenkt werden.

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Zur Weihnachtszeit sollen die mit Algen und Pocken besetzen Flaschen der Verkaufsschlager in der Tourist-Information werden. Das Hin- und Herschaukeln im Wasser würde dem Rotspon ein besonderes Aroma verleihen, wie Marketingleiter Lau verspricht.

Um das Ergebnis zu testen, sollten einige Flaschen in der vergangenen Woche gehoben werden. Doch die streng geheim gehaltenen Koordinaten führten die Bergungstaucher keineswegs zur Gitterbox mit dem Rotwein. Drei Stunden lang suchten die beiden Männer erfolglos. Als die Sauerstoffflaschen leer waren, mussten sie abbrechen. Lau erklärt den Fauxpas mit den ungenauen GPS-Daten und der 30 Meter langen Ankerkette, die das Schiff je nach Windrichtung in eine andere Richtung treibt. Heute sind die Bergungstaucher mit deutlich besserer Technik ausgestattet, wie der Marketingleiter beteuert. Aus dem großen öffentlichen Interesse ist längst eine neue Idee entstanden. „Es ist doch toll, dass Greifswald jetzt in aller Munde ist“, findet Lau. „Im nächsten Jahr könnten 50 Flaschen zu Werbezwecken im Bodden versenkt werden, die dann zur Suche für Touristen freigegeben werden.“ Lau stellt sich eine Art Schatzgräber-Tourismus vor, der viele Urlauber in die Region zieht.

Doch es gibt auch Kritik an der Hanseatischen Kolonialwaren-Gesellschaft aus Rostock. Die hat allerdings rein gar nichts mit den verschwundenen Rotweinflaschen zu tun. Vielmehr geht es um eine offene Rechnung in Höhe von 4500 Euro, die das Inkassounternehmen MFM seit Monaten versucht, einzutreiben. Das teilt Geschäftsführer Björn Röbke mit. Er kritisiert die Organisation der Firma, weil am angeblichen Firmensitz niemand arbeitet, die Geschäftsführerin Sara Schulz nicht erreichbar sei. Marketingleiter Lau bestätigt die offene Rechnung, verweist jedoch auf einen laufenden Rechtsstreit um das Geld. Es geht um Weinfässer der Firma Eder, die nicht bezahlt wurden. Nach Angabe von Lau sind die Fässer zurückgegeben worden, weil sie gebraucht waren und nicht den Qualitätsanforderungen des Unternehmens entsprachen.

Die Firma mit derzeit vier Mitarbeitern gibt es seit 1899. Seit 2011 ist sie Eigentum der Stiftung Hanseatische Kulturgüter.

Rätseln um einen möglichen Diebstahl geht weiter
Bis die Weinflaschen wiedergefunden wurden, gehen die Spekulationen über einen möglichen Diebstahl weiter. Alexander Lau von der Hanseatischen Kolonialwaren-Gesellschaft schließt das aus, weil der Rotspon in einer Gitterbox gelagert wird, die fest auf dem Meeresgrund verankert ist. Der Stahlkäfig ist abgeschlossen und mit einer sensorgestützten Überwachungskamera gesichert, die bislang kein auffälliges Signal gesendet hat. Gitterbox und Flaschen wiegen zusammen eine dreiviertel Tonne.

 

Katharina Degrassi

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