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Viele Leser bitten: Zurück zur Sachlichkeit im Streit um Arndt

Viele Leser bitten: Zurück zur Sachlichkeit im Streit um Arndt

Wichtiger als der Hochschul-Name sei ein friedliches Miteinander, sagen sie

Immer bei der

Wahrheit bleiben!

Nachdem Professor Klüter uns Lesern weismachen wollte, dass im Leitbild der Stadt schon vor Jahren in vorausschauender Weise auf den Namen Ernst-Moritz-Arndt- Universität verdichtet wurde, was nachweislich nicht stimmt, nehmen es nun die studentischen Senatoren mit der Wahrheit wohl nicht so ganz genau!

Sie werden zum Teil für ihre Vernunft, den Namensantrag wegen der Auswertung des Ministeriumgutachtens zurückgezogen zu haben, gelobt! Aber, es sollte doch Fairness und Transparenz auch für sie gelten! Völlig unabhängig vom ministeriellen Bescheid wurde offensichtlich ihr Antrag zu spät eingereicht, denn die Geschäftsordnung des Senats schreibt in Paragraph 4 vor, dass ein Antrag für die Tagesordnung und der Beschlussvorschlag „spätestens am 10. Tag vor der Sitzung“ schriftlich zu beantragen ist! Diese Frist wurde nicht eingehalten. Nur aus diesem Grund und vielleicht gibt es noch mehr, war es vernünftig, den Antrag zurückzuziehen. Diesen überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen, war der eigenen Geschäftsordnung nach meines Erachtens nicht zulässig. Es wurde damit zu einer Sitzung eingeladen, deren Beschlüsse wieder vom Ministerium hätten kassiert werden müssen! Also weiter Chaos und wenig Transparenz an der Unispitze – und wo bleibt eigentlich das Gesprächsangebot der Rektorin, um die Gräben zu schließen?

Ekkehard Brunstein Nationalistisch ist nicht gleich faschistisch

Als vor nicht ganz zehn Jahren Studenten und andere Mitwirkende der Universität aus einer immer wieder neu entstehenden Aufmerksamkeits-Zeitlaune gegen den Namen Ernst Moritz Arndt vorgingen, gab es trotz Kritik aus der Bevölkerung, also einer Bewegung dagegen, die AfD noch gar nicht. Nun, da es massive Kritik aus allen Schichten der Bevölkerung deutschlandweit gegen die Unruhe-Geister gibt, die den Namen der Uni löschen wollen, ist die AfD als Initiator ausgemacht, und als ob das nicht reicht, wird eine Zeit von 1933 heraufbeschworen.

Ich liebe mein Vaterland, ich schätze diese Nation. Ich bin also nationalistisch. Bin ich nun faschistisch rechts? Wer darf das Wort rechts für sich definieren, um anderen Menschen zu schaden?

Heiko Lange, Wolgast Lasst uns zurückkehren zur Sachlichkeit Die Äußerungen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hochschild auf der Pro-Arndt-Kundgebung auf dem Markt machen mich betroffen. Vor Jahren wurde sein Auto wohl von politischen Gegner beschmiert. Das war schlimm. Dass er die Namen von Bürgerschaftsmitgliedern jetzt beschmiert, ist genauso schlimm. Die Auseinandersetzung um den Universitätsnamen, die Beschimpfungen derer, die anderer Meinung sind, hat demokratisches Niveau verlassen. Beide, die Befürworter und Gegner der Namensänderung, können gute Begründungen anführen. Dass der Name Arndt der Universität von den Nazis mit bestimmter Absicht verliehen wurde, ist ein ernstzunehmendes Argument. In der Demokratie entscheiden gewählte Gremien. Zur Demokratie gehört, dass Mehrheitsentscheidungen gelten. Was jetzt in Greifswald passiert, ist keine gute Werbung für unsere Stadt. Lasst uns zurückkehren zu einer sachlichen Auseinandersetzung und zur Einhaltung der demokratischen Regeln, die wir uns mühsam einst auf der Straße erkämpft haben.

Hinrich Kuessner

Herr Fassbinder hätte reden sollen

Am Samstag, 4.3.2017, kamen laut OZ ca. 600 Bürger auf den Marktplatz. Unter anderen ergriff auch unser ehemaliger OB, Herr Dr. König, das Wort. Auch Herr König wurde mit viel Beifall empfangen und nach seiner eindrucksvollen Rede wurde ihm ebenfalls gedankt, mit riesigem Beifall.

Ich und sicherlich viele anwesende Bürger hatten doch erwartet, dass unser jetziger OB, Herr Dr. Fassbinder, auch zu den Greifswalder Bürgern sowie aus dem Umland spricht, denn wie wird immer gesagt, man solle die Bürgernähe suchen und wahrnehmen. Dankbar war ich Herrn Hochschild dafür, dass er die Namen bekannt gab, die bei der Bürgerschaftssitzung am 30.1.17 gegen ein weiteres Bestehen des Namens E. M. Arndt waren. Die Uni sollte doch einsichtig sein und ihren Fehler sowie ihre Entscheidung zurücknehmen.

Dieter Dräger, Greifswald Chance zum Debattenende nutzen Ob die Entscheidung von Ministerin Hesse wirklich nur aus formalen Gründen erfolgte oder nicht doch auch eine Reaktion auf die vielen Pro-Arndt-Aktivitäten und Meinungsäußerungen der letzten Wochen sind, sei dahingestellt. In jedem Fall haben die Arndt-Gegner - die ganz klar nicht mit dieser heftigen Reaktion breiter Bevölkerungskreise gerechnet haben - jetzt die einmalige Chance, aus der Sache ohne größeren Gesichtsverlust herauszukommen, indem sie unter Verweis auf die sehr demokratische Abstimmung von 2010 das ganze auf sich beruhen lassen. Hoffen wir, dass die Verantwortlichen diese Chance nutzen, sonst werden die Gräben noch tiefer, und Arndt wird in Vorpommern dann zweifellos ein Wahlkampfthema werden. Wollen die Arndt-Gegner das wirklich?

Jörg-Uwe Krüger Der Name Arndt stützt die AfD? Unsinn Der Name hilft der AfD. 1933 droht sich zu wiederholen. Mit Ernst Moritz Arndt als Namenspatron stützt die Uni Greifswald den wachsenden Rechtspopulismus. Ralf Weber und die AfD haben die aktuelle Bewegung ausgelöst. Ich kann gar nicht glauben, was ich hier lesen muss. Die Diskussionen begannen schon, da gab es noch gar keine AfD! Mit der Ablegung des Namens Ernst Moritz Arndt wird also der Rechtspopulismus aus der Uni und der Stadt verbannt? Dazu fällt mir nichts mehr ein.

Roland Hunscha Mehr Respekt

voreinander ist nötig Willkommen im mittelalterlichen Vorpommern! Herr Hochschild übernimmt die Rolle des Großinquisitors und ruft die politischen Feinde auf dem Marktplatz unter lauten zustimmenden Buhrufen aus.

Demokratie war doch irgendwie anders, oder? Falls Sie, Herr Hochschild, oder aber andere Demonstranten, Interesse an einem Diskurs zu dieser scheinbar nicht enden wollenden Arndt-Debatte haben sollten, wäre vielleicht ein anderes Format, mit gegenseitigem respektvollen Umgang günstiger. Dann gibt es aber wahrscheinlich mehr als nur eine Meinung.

C. Kliemann Nun erst einmal durchatmen Die Debatte zu Arndt hat die Gemüter bewegt. Auf Facebook wurden ganze Wellen von Kommentaren hin und her gesandt. Großartig, wenn sich Leute derart ins Zeug legen, wenngleich es auch Missverständnisse und Beleidigungen gab. Sei es drum; dieses Engagement würde man sich für manches politische Thema wünschen. Das Kriterium ist wohl, ob Leute empfinden, dass sie Entscheidungen beeinflussen können.

Im Fall von Ernst Moritz Arndt sollte nun die Chance genutzt werden, sich nicht vordergründig von Zitaten und Emotionen bewegen zu lassen, sondern stattdessen die ,gesamte Person’ gründlich zu studieren und objektiv zu bewerten.

Dabei wird sich zeigen, ob sein außergewöhnlicher Lebensweg noch heute Anlass sein kann, die Universität nach ihm zu benennen. Es muss nicht so sein, dass frühere Bewertungen, die ihn 1840 als „populärsten Mann Deutschlands“ sahen, der gegen Aristokratie und Reaktion aufbegehrt hatte und für 20 Jahre aus dem Universitätsdienst entfernt wurde, bzw. dass er als eine der „interessantesten Figuren der deutsch-schwedischen Geschichte“ gilt, noch heute tragen. Es kann sein, dass die Zeit seither neue Bewertungen erfordert und die damaligen Begründungen für seine antifranzösischen und antijüdischen Ausfälle eine andere Gewichtung finden müssen. Eine moderne wissenschaftlich-politische Beschäftigung mit Ernst Moritz Arndt kann dazu führen, dass die Universität seinen Namen behält oder ´an die Geschichte zurückgibt´. Man kann sich wünschen, dass die Universitätsleitung diese Beschäftigung in Gang setzt und danach die Entscheidung trifft. Aus den unzähligen Leserbriefen ist zu schlussfolgern, dass Mitarbeiter und Studenten sowie Bürger der Region in einen solchen Prozess einbezogen und mitgenommen werden möchten. Auch dem sollte man bei einer derartigen Symbolhandlung der pommerschen Universität Rechnung tragen.

Dr. Rainer Schwenke

OZ

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