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Vision: Vorpommern-Ticket für Studenten

Greifswald Vision: Vorpommern-Ticket für Studenten

Verkehrsbetrieb Greifswald will mit Partnern lukratives Angebot schaffen

Greifswald. In Greifswald soll es künftig ein Semesterticket für die Studierenden der Universität geben. „Das Konzept ist in groben Zügen erstellt und mit den beteiligten Partnern abgestimmt“, informiert Henrik Umnus, Geschäftsführer der Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH. Seine Vision ist ein „Vorpommern-Ticket“.

Längst erkannt hat das städtische Unternehmen: In einer Fahrradstadt ist ein Busticket allein nicht lukrativ. Mehrmals wurde nach der Wende ergebnislos über ein Semesterticket diskutiert, das jeder immatrikulierte Student bezahlen müsste. Umnus will daher auch die Studenten der Hochschulen Neubrandenburg und Stralsund mit ins Boot holen. „Derzeit laufen die Kalkulationen. Danach sind Abstimmungen mit den Aufgabenträgern nötig“, sagt Umnus. Mehr wolle er gegenwärtig nicht sagen. Termine, bis wann das Angebot stehen soll, gibt es noch nicht.

Die Greifswalder Initiative findet großes Interesse. „Wir sind sehr an einem Semesterticket interessiert“, sagt Karin Schwelgin von der Pressestelle der Deutschen Bahn, die für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr zuständig ist. Allerdings sei es noch ein weiter Weg bis dahin, unter anderem geht es auch um Geld. Schwelgin kann sich eine Einbeziehung des Regionalverkehrs Berlin über ein Angebot für MV hinaus vorstellen. „Das wäre sicher lukrativ“, sagt sie. In der nächsten Woche gebe es ein Gespräch zum Semesterticket.

Für den Öffentlichen Personennahverkehr in Stralsund und Umgebung ist die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen zuständig. „Wir begrüßen die Initiative von Herrn Umnus“, äußert Sprecher Michael Lang.

Von Greifswald bis zum Königsstuhl oder nach Ahrenshoop so oft man will als Student zu fahren, das kann auch er sich als Vision gut vorstellen. „Wir würden uns gern an so einem Projekt beteiligen, und ich wäre die Ansprechpartnerin dafür“, sagt Christine Manthe, Sprecherin der Hochschule Neubrandenburg. Ein Vorpommern-Ticket sei vorstellbar, bestätigt Torsten Grehn, Geschäftsführer der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft, die unter anderem für Neubrandenburg zuständig ist. Er würde gern mehr darüber wissen.

Auf der Greifswalder Studierendenvollversammlung fiel eine Sparvariante des Semesterticket indes krachend durch. Dort sollte der Text „Die Stadtwerke Greifswald stellen ein Semesterticket zur Verfügung“, beschlossen werden. Für 190 Euro im Semester sollte die Nutzung der Stadtbusse und der Regionalzüge in Mecklenburg-Vorpommern möglich sein, informierte Florian Mehs, Referent des Allgemeinen Studierendenausschusses für Hochschulpolitik. Er stellte die geplanten Leistungen der Vollversammlung vor. Keine Fahrt per Bahn nach Berlin oder Hamburg, keine Busfahrt nach Lubmin und auch keine Fahrt mit der Usedomer Bäderbahn auf die Insel, erläuterte er. Nur Stadtverkehr und Regionalbahnen in MV.

„Inakzeptabel“, kommentierte Adrian Schulz, Präsident des Studierendenparlaments. Eine Monatskarte für den Greifswalder Busverkehr kostet für Studenten 29 Euro, also 174 Euro im Semester. Mit dem Kultur- und Sozialpass wird es noch billiger. Und der von mehreren Kommilitonen bemühte Vergleich mit Semestertickets in Berlin, Dresden oder Nordrhein-Westfalen fiel durchweg negativ aus. Fazit: 190 Euro in Greifswald sind nicht lukrativ.

Es sei auf der Vollversammlung nur um ein grundsätzliches Stimmungsbild gegangen, so Umnus. „Der Stadtverkehr weiß jetzt, worauf es ankommt“, kommentiert Vizekanzler Peter Rief, mit dem Umnus über seine Idee im Gespräch über einen neuen Studierendenausweis gesprochen hatte.

Damit ein Vorpommern-Ticket eingeführt werden kann, müssen die Studierendenvollversammlungen von Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg gefragt werden.

Vorbilder

In Nordrhein-Westfalen kostet das Semesterticket aktuell 125,20 Euro. Nutzer können bliebig häufig Busse, Straßen- und Stadtbahnen sowie Nahverkehrszüge in der zweiten Klasse in ganz NRW nutzen.

Jeder Immatrikulierte muss das Geld mit seiner Semestergebühr bezahlen. Das ist überall so. In Lüneburg gibt es ein Semestertickets für etwa 170 €, an der Berlin er

Humboldt-Uni 201,80 Euro für Berlin-Brandenburg.

Eckhard Oberdörfer

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