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Vom Erntefest zum Parkfest in Behrenhoff

Behrenhoff Vom Erntefest zum Parkfest in Behrenhoff

Karin Matz beleuchtet in einem Buch viele Facetten der langen Dorfgeschichte

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Festzug der Behrenhoffer Neubauern in den 1950er Jahren bei einem Erntefest im Dorf.

Quelle: privat/Buch

Behrenhoff. Glaubt man der Werbung, dann wird in Behrenhoff alljährlich des kultigste Dorffest in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert. Einmalig sei gar das Partyfeeling im Park, heißt es in Ankündigungen.

Das Buch

Karin und Manfred Matz sind die Herausgeber der 170 Seiten starken und reich bebilderten Schrift: „Die Geschichte von Behrenhoff. Ein Dorf mit langer Tradition“.

Karin Matz beleuchtet in ihrem materialreichen Buch „Die Geschichte von Behrenhoff“ auch die Feiergeschichte der Behrenhoffer vom 19. Jahrhundert bis heute. Ein Großereignis in der Zeit der Gutsherrschaft war das Erntedankfest. Behrenhoff gehörte den Behren, einem der reichsten Geschlechter der Region. Die letzten Behrenhoffer Besitzer trugen sogar den Titel eines Grafen und waren bis 1919 Landräte des Kreises Greifswald. Graf „Charly“, wie er genannt wurde, starb als Letzter 1933.

„Zum Umzug fanden sich fast alle Dorfbewohner an der Molkerei am Ende der ehemaligen Dorfstraße ein, bevor sich der bunt geschmückte Zug nach einer Begrüßung durch den Statthalter (Verwalter/eob) in Bewegung setzte. An der Spitze des Zuges gingen die Musikanten, denen der reich ausgestattete Erntewagen folgte, der von vier Pferden gezogen wurde. Am Pfarrhaus und am Inspektorhaus wurde dem Pastor bzw. dem Inspektor ein Erntekranz überreicht, gleichzeitig wurde beiden durch einen Spruch und ein ,Ständchen’ gedankt.“ In der Empfangshalle des am 8. Mai 1945 abgebrannten prächtigen Herrenhauses wurde der Behrschen Familie eine „riesige Erntekrone“ überreicht, der Statthalter brachte ein Hoch auf die Herrschaft aus.

Bis 1928 gab es in Behrenhoff noch einen Gutsbezirk ohne Gemeindevertretung. Der Gutsbesitzer verwaltete den Bezirk und war daher auch für die Genehmigung des Erntefestes zuständig, die bei der Übergabe der Krone erfolgte. Die Party fand auf dem Kornboden statt, „wo sich auch gelegentlich die Behrs kurz sehen ließen“. Die Behrs haben übrigens auch zu Weihnachtsfeiern ins Schloss eingeladen.

Wie Karin Matz berichtet, sei das Erntefest noch in den 1970er Jahren vom ganzen Dorf mit einem Umzug gefeiert worden. Anstelle des Statthalters begrüßte nun der Vorsitzende der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) die Teilnehmer. Zunächst ein Leiterwagen, dann ein geschmückter Traktor mit der Erntekrone führte den Zug an. Die Erntekrone, weiß Matz zu berichten, flocht viele Jahre mit anderen gemeinsam Ursula Wegner, die spätere Frau des LPG-Vorsitzenden. Getanzt worden sei viel. Auch der pommersche Kegel, ein Volkstanz, gehörte dazu. In den 1980er Jahren gab es keine Umzüge in Behrenhoff, getanzt wurde in anderen Dörfern.

Karin Matz vermutet, dass die seit 1971 stattfindenden Parkfeste durch die Ostseewoche inspiriert wurden. Diese bis 1975 organisierten Veranstaltung mit internationaler Beteiligung im Bezirk Rostock war stark durch Kulturveranstaltungen und Feste geprägt. Die Ostseewoche war Teil der Bestrebungen der DDR, internationale Anerkennung zu erreichen. Mit der Aufnahme in die UNO war das geschafft.

Laut Karin Matz fanden die ersten Parkfeste auf dem ehemaligen Sportplatz statt. Dann richteten die Behrenhoffer auf dem Gelände der Ex-Schlossgärtnerei den Kulturpark mit Freilichtbühne ein.

Ehemalige Behrenhoffer nutzen das Parkfest als Heimattreffen. Seit 2011 wird an zwei Tagen gefeiert und der Sonntag noch mit einbezogen. Liveprogramme zogen mehrere Tausend Besucher in den Kulturpark. Inzwischen gibt es wieder mehrere Tanzveranstaltungen und einen Weihnachtsmarkt.

Eckhard Oberdörfer

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