Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Vom Taxi in den Zug – Eltern sehen Gefahren auf Schulweg
Vorpommern Greifswald Vom Taxi in den Zug – Eltern sehen Gefahren auf Schulweg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 15.07.2016
Auf dem Zempiner Bahnhof sollen die Kleinen in den Zug steigen. Ihre Eltern sehen das erst ab der vierten Klasse als sinnvoll an, wenn sich die Kinder schon an die Fahrt zur Realschule in Ückeritz gewöhnen sollten.

15 Zempiner Eltern ärgern sich über eine Ungleichbehandlung im Landkreis, die nach ihrer Meinung zu Lasten ihrer Kinder geht.

15 Zempiner fordern für ihre sechs- bis zehnjährigen Kinder einen sicheren Weg zur Koserower Schule und den Fortbestand einer bewährten Ausnahmeregelung

Die Verantwortung liegt bei uns, aber wir haben keine Möglichkeit der Wahl des Verkehrsmittels.“Anika Hauschild, Mutter von Ruby (6)

Seit die Zempiner Grundschule 2000 geschlossen wurde, sind die Sechs- bis Zehnjährigen des Seebades per Taxi vom Zempiner Hort zur Koserower Schule gefahren. Wegen ihrer Bereitschaft, die Grundschule in der Fischerstraße der neuen Struktur zu opfern, hatte der Landkreis den Eltern als Ausnahmeregelung stets die für das Taxi verauslagten Kosten in Höhe des Schülerfahrkartenpreises rückerstattet.

Die offenen 2,50 Euro zahlten die Eltern im Interesse eines sicheren Weges ihrer Kinder gern aus eigener Tasche dazu.

Doch mit dieser Regelung soll nun Schluss sein. Wenn Ruby (6) im Spätsommer aus dem Behütetsein der Kita in den Schulalltag wechselt, muss sie quer durch den Ort allein zum Bahnhof gehen, in den Zug nach Koserow steigen, am Fußgängerschutzweg darauf warten, dass die Ampel auf Grün schaltet, die B 111 überqueren und zur Schule laufen. Ihrer Mutti Anika Hauschild treibt die Vorstellung, wie sich das kleine Mädchen dabei beweisen muss, den Angstschweiß auf die Stirn. Darum hat sie sich mit 14 anderen Eltern an Francie Jaroschewski, die beim Landkreis Vorpommern-Greifswald für Schülerbeförderung zuständige Mitarbeiterin gewandt. Wie sich zeigte, haben diese und die Zempiner Eltern sehr unterschiedliche Auffassungen davon, was den Kleinen zugemutet werden kann.

So folgte der Mai-Post aus dem Landratsamt, in der den Eltern mitgeteilt wurde, dass nun alle Zempiner Grundschüler künftig die Usedomer Bäderbahn nutzen sollen, schnell der Widerspruch der Eltern.

Gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG schildern diese ihre Befürchtungen, die sich vor allem auf das Überqueren der viel befahrenen B 111 in Koserow auf Usedom richten. Im Winter müssten die Kinder morgens sogar im Dunkeln über die viel befahrene Straße.

Weil die meisten Eltern dann schon im Dienst sind, können sie ihrer Verantwortung für den Schulweg nicht nachkommen, haben aber auch keinerlei Einfluss darauf, welches Verkehrsmittel ihre Kinder nehmen. „Trauen Sie ihren Kindern ruhig etwas zu“, soll die Mitarbeiterin Rubys Mutti, Anika Hauschild, auf deren Bemühungen um eine gütliche Lösung geraten haben.

Die Zempiner fühlen sich verhöhnt. Die vom Kreis als Grund angeführten Richtlinien der Schülerbeförderung gelten zum Beispiel auch für Schüler aus Ückeritz oder Loddin, die weiterhin im Bus aus Pudagla zur Koserower Schule fahren dürfen. „Das wollen wir den Kindern auch gern gönnen, wir fordern nur das gleiche Recht für unsere Kleinen“, sagt Jan Zerbe, betroffener Vater und Gemeindevertreter, der sagt, dass die Gemeindevertretung hinter den Eltern steht.

Einen konkreten Anlass dafür, die seit Mai 2015 geltende Satzung des Landkreises VG zur Schülerbeförderung jetzt durchzudrücken, gibt es nach Auskunft von Pressesprecherin Anke Radloff nicht. Ein Trost: „Das ist ja jetzt noch keine endgültige Ablehnung. Die Eltern haben im Rahmen des Widerspruchsverfahrens die Möglichkeit, sich zu den für die Entscheidung erheblichen Tatsachen zu äußern.“

Erst danach werde eine Entscheidung getroffen.

Noch dürfen also Rubys Mutti und die anderen Eltern darauf hoffen, dass ihre Kinder zumindest in den ersten drei Schuljahren besser behütet zur Schule gelangen. Die OZ bleibt dran.

Angelika Gutsche

Das Team will heute im Testspiel gegen den Lokalkonkurrenten FSV Blau-Weiß ran

15.07.2016

U-10-Turnier mit dem HSV und Hertha BSC Berlin soll Höhepunkt werden

15.07.2016

Ein Freizeitturnier der besonderen Art stand am vergangenen Sonntag für viele Hobbyfußballer in Drögeheide auf dem Programm.

15.07.2016
Anzeige