Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Vom Turnen bis zum Motocross
Vorpommern Greifswald Vom Turnen bis zum Motocross
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 14.08.2017
Die Aufnahme entstand 1957. Fotograf Kurt Leube lichtete einen Motocrosslauf auf der Rugard-Rennstrecke ab.

Mit der Revolution 1848 erlangte das Bürgertum eine stärkere politische Bedeutung. Sportliche Betätigung wurde wichtiger. Alles in Grenzen. Die Deutsche Turnzeitung schrieb 1891:„Der Turner soll sein mehr bedacht auf treues Schaffen, als auf Verkürzung der Arbeit und alle die gebratenen Tauben, auf die die Faulen mit offenem Munde warten“.

Die Anfänge der Sportbewegung auf Rügen

Auf Rügen entwickelte sich eine aktive Turnbewegung in den größeren Orten, wie in Sagard, Bergen, Gingst, Garz und Putbus. 1894 gab es in Vorpommern 19 Turnvereine mit fast 2 000 Mitgliedern. In Bergen existierten zwei Turnvereine mit 40 Turnern. Damit stand die Stadt an der Spitze Pommerns! 1901 hatte der hiesige Männer-Turnverein (MTV) 105 Mitglieder und der Neue Turnverein (NTV) 42 Sportler. Geturnt wurde am Reck, Pferd und Barren. Einbezogen wurden aber auch Hoch- und Weitsprung, Gewichtwerfen und Stangenheben. 1930 hatte der Rügensche Turnbezirk 17 Vereine, wobei sich einige Vereine wie Sagard, Rambin, Hiddensee und Mönchgut mit Sellin und Middelhagen dieser Organisation nicht anschlossen. Auf einem Bergener Turnfest des Jahres 1894 nahmen bereits 350 Aktive von ganz Rügen teil. 1896 zeigte sich die Dominanz der Bergener Turner. Damals siegten an den einzelnen Sportgeräten Klünder, Garske, Lucht, Krämer und Rohr – alles alte Bergener Familien. Vorsitzender des MTV und ihr Initiator war der Bierbrauer und Multifunktionär Wendt.

Die Sportbewegung hatte im 19. Jahrhundert eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung, da ihre Aktiven die Geselligkeit mit Tanzabenden, Feiern und Theatervorführungen pflegten. Es gab Vereinslokale. In der Leichtathletik waren Stafettenläufe beliebt. Überliefert ist ein Lauf von Gingst nach Dreschvitz über sechs Kilometer für 12 Teilnehmer. Der Gingster Richard Harder legte ein Teilstück von 500 m Länge in 90 Sekunden zurück. Im gleichen Jahr gab es eine Stafette zwischen Sagard und Stralsund über 38,5 km. Daran nahmen 77 Sportler – allerdings nur aus Stralsund – teil. Sie legten diese Strecke in zwei Stunden und 28 Minuten zurück. Der etwa 42 km lange Marathon-Lauf wird heute in etwas mehr als zwei Stunden zurückgelegt, so dass auch diese Zeit beachtlich ist. Erst ab dem 14. September 1912 wurde der „Rügensche Fußball-Verein“ gegründet. Einige Tage später – am 17. September 1912 – wurde im Bergener Ratskeller der Bergener Fußball-Club von 1912 (BFC von 1912) aus der Taufe gehoben. Initiator war der Kaufmann Otto Plötz, der in der Bahnhofstraße 12 ein Wäschegeschäft besaß. In Verbindung mit dem Korrektor Otto Schultze als Kreisjugendpfleger bauten beide den Verein auf.

1920 entstand ein leistungsstarker Sagarder Fußballverein unter dem Kaufmann Otto von Weschpfennig mit den Leistungsträgern Landers und Landgraf. Erinnert sei auch an Dethloff, Plesch, Lieder, Domann und Herold. Es folgte Sassnitz mit dem Eisenbahner Sportverein und dem mehrfachen Rügen’schen Kreismeister, den Saßnitzer Sport-Club, der in Vorpommerns nach Stralsund 07 regelmäßig den zweiten Platz belegte.

Nach 1945 entwickelte sich auch Motocross zu einem Markenzeichen des Inselsports. 1960 wurde dann der Motorsportclub Rügen gegründet.Achim Leube

OZ

Mehr zum Thema

SPD-Kandidatin Sonja Steffen spricht darüber, was Greifswald und Stralsund politisch unterscheidet

09.08.2017

Ministerin Birgit Hesse spricht im Interview über Inklusion, Theaterreform und darüber, dass auch Vorpommern-Rügen einen Schülerverkehr anbieten muss.

14.08.2017

Ministerin Birgit Hesse (SPD) spricht über Inklusion, Theater- reform und darüber, dass auch Vorpommern-Rügen einen Schülerverkehr anbieten muss.

12.08.2017

Mit einer Gedenktafel will das Seebad Ueckermünde an die Rettung von Männern durch den pommerschen Reformator Johannes Bugenhagen (1485-1558) vor ihrer Hinrichtung erinnern.

14.08.2017

Neues Buch des Usedomers Max Spiecker

14.08.2017

Das Dorf Stubbendorf gibt es nicht mehr / Große Krisen verursachten starken Bevölkerungsrückgang

14.08.2017
Anzeige