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Greifswald Von Fußball und Flüchtlingen — kicken gegen die Ausgrenzung
Vorpommern Greifswald Von Fußball und Flüchtlingen — kicken gegen die Ausgrenzung
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00:00 18.03.2013
Fußball verbindet: Den ganzen Tag traten internationale Teams in der Greifswalder Arndtsporthalle gegeneinander an. Quelle: Cem Güler
Greifswald

In seiner Kindheit habe er jeden Tag Fußball gespielt, erzählt Ahmed Begedi. Das war vor vielen Jahren in Somalia. 2007 ist der heute 30-Jährige aus dem von Militärdiktatur und Bürgerkrieg gebeutelten Land geflohen, über Syrien und die Türkei nach Deutschland.

In Greifswald lebt Begedi seit 2011. Gestern stand er wieder auf dem Platz, mit Mannschaftskollegen aus Deutschland und Afghanistan. Er spielte gegen andere Teams mit Fußballern aus der ganzen Welt.

Die regionalen Antirassismusprojekte „stop it“ und Antirassistische Initiative Greifswald hatten sie alle gestern in der Arndtsporthalle zusammengeführt.

„Für uns ist das Turnier ein voller Erfolg“, sagt Uliana Petrovic. Sie ist eine der Oganisatorinnen. 24 Mannschaften haben sich für die Veranstaltung angemeldet. Mit dabei: Flüchtlinge aus den Heimen in Rostock, Stralsund, Wolgast und Greifswald. Insgesamt sind es über 200 Leute, die zu dem Turnier gekommen sind. Ein Spiel dauert knapp zehn Minuten, mit je fünf Spielern treten die Mannschaften gegeneinander an. Erst spät am Abend wird ein Gewinner gekürt. Aber das ist eigentlich Nebensache. „Wir wollen Abwechslung in das Leben der Menschen in den Asylbewerberwohnheimen bringen“, ergänzt Petrovic. Der Alltag vieler Flüchtlinge sei durch Warten geprägt. Unsicher, ob sie eine Aufenthaltsgenehmigung oder eine Arbeitserlaubnis bekommen, verbrächten viele Asylsuchende ihre Zeit, ohne etwas tun zu können. „Mit dem Turnier wollen wir erreichen, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Petrovic weiter. Nur durch Dialog könne Integration funktionieren. Die Idee zu der Sportveranstaltung hatten die Organisatoren im November, als die rechtsextreme NPD in Wolgast zu einer Demonstration aufgerufen hatte. Das Turnier sei ein Zeichen gegen Rassismus und zeige, wie ein Leben in Vielfalt gestaltet werden könne.

Ahmed Begedi wohnt schon seit einigen Monaten nicht mehr im Greifswalder Heim. „Ich habe inzwischen meine Aufenthaltsgenehmigung und bin privat untergekommen“, erzählt er. Nur Arbeit zu finden, sei schwer für ihn. Das Fußballturnier sei deshalb eine angenehme Abwechslung in seinem Alltag.

Cem Güler

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OZ

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