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Greifswald Vorsicht an der Bordsteinkante!
Vorpommern Greifswald Vorsicht an der Bordsteinkante!
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00:07 11.05.2018
Nadine Wenzel, Einsatzleiterin im Verkehrsbetrieb, lässt „Schlaubi“ vor den Bus fallen. Die Kinder verfolgen die Szene gebannt.
Greifswald

Zügig nähert sich der große Bus den Kindern an der Haltestelle. Mit einem guten Meter Abstand zur Bordsteinkante warten sie geduldig, dass er stoppt. Doch plötzlich bremst Busfahrer Andreas Zahnow ganz abrupt noch vor dem Ziel: „Schlaubi“ fällt nämlich vor ihm auf die Fahrbahn – und im Bus stürzt eine Person schwer...

Greifswalder Verkehrsbetrieb bereitet in diesen Tagen 550 Schulanfänger auf das Busfahren vor

In der Busschule der Greifswalder Verkehrsbetriebe am Eckhardsberg ist der Unfall zum Glück nur vorgetäuscht: „Schlaubi“ ist eine Puppe, wie auch der „Verletzte“ im Fahrzeug. Doch den Lütten der DRK-Kita „Alexander Puschkin“ steht der Schreck in den Gesichtern geschrieben. „Das vergessen sie so schnell nicht“, sagt Erzieherin Barbara Barke, die mit Kollegin Kathrin Jörg und 27 Kindern auf dem Betriebsgelände zu Gast ist. Damit gehören die Mädchen und Jungen zu jenen 550 Schulanfängern, die in diesen Tagen allesamt die Busschule besuchen.

„Das dritte Jahr in Folge unterbreiten wir den Kindergärten dieses Angebot“, sagt Zahnow, der im Alltag nicht mehr Bus fährt, sondern als Verkehrsmeister agiert. Trotzdem kann sich der 52-Jährige noch gut an jenen Tag vor vielen Jahren erinnern, als ihm in der Makarenkostraße ein Kind vor den Bus lief. „Es musste in die Klinik, ernsthaft verletzt war es zum Glück nicht“, erzählt er.

Damit so ein Unfall möglichst nicht passiert, Kinder also gut auf die Gefahren bei der Busnutzung vorbereitet werden, betreibt der Verkehrsbetrieb erheblichen Aufwand. „Das kostet richtig Man- Power“, wertschätzt Polizeihauptkommissar Mario Tschirn den Einsatz des Unternehmens. Als Präventionsbeamter ist er voll mit dabei und würde sich wünschen, „dass auch andere Verkehrsbetriebe im Landkreis auf diesen Zug aufspringen“. Denn was die Lütten lernen, ist wichtiges Rüstzeug für die Sicherheit im Straßenverkehr: Mit eigenen Augen sehen sie, was geschieht, wenn ein Mensch an der Haltestelle zu dicht an der Bordsteinkante steht: Muss der Busfahrer auch nur etwas einlenken, wird die Person angefahren. Mit Engelsgeduld erklärt Zahnow der quirligen Gruppe, warum der Ranzen im Bus abgenommen werden sollte, wozu der rote Hammer da ist und weshalb sie morgens vor der Schule rechtzeitig aufstehen sollten: „Ausgeschlafene Kinder, die gut gefrühstückt und genügend Zeit für den Schulweg haben, sind konzentrierter, verunfallen seltener.“

Während der Verkehrsmeister den Vorschülern die Regeln für das Ein- und Aussteigen vermittelt, zeigt Mario Tschirn den Kindern in einem zweiten Bus, was ein toter Winkel ist. Dazu klettern alle nacheinander auf den Fahrersitz, schauen auf die Außenspiegel und staunen, was sie darin von draußen nicht sehen. Mit den Piktogrammen indes wissen die Erstklässler in spe schon etwas anzufangen: Eis und Getränke im Bus sind passé, wissen die sechsjährigen Zwillinge Tamina und Nika. Denn: „Wir sind schon mit Mama und mit Oma Bus gefahren“, verrät Tamina.

Den Tag beim Verkehrsbetrieb werden die Knirpse wohl so bald nicht vergessen. „Das wirkt nach“, weiß Tschirn aus Erfahrung. Und wer noch bisschen Übung braucht: Stadtwerke und Polizeiinspektion Anklam haben gemeinsam ein Ausmalheft zur Busschule herausgebracht, das die neuen Kenntnisse zum richtigen Verhalten vertieft.

Petra Hase

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