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Wackerow kann Partner wählen

Neuenkirchen Wackerow kann Partner wählen

Jetzt liegt auch der Entwurf für die Hochzeit mit sieben Gemeinden Landhagens vor

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Neuenkirchen. Noch vor wenigen Monaten schien alles klar zu sein: Das hoch verschuldete Wackerow wird Greifswalder Stadtteil. Der Zug zur Hochzeit wurde indes im Herbst durch Proteste von Bürgern – der sogenannten Wackerower Runde – aufgehalten. Sie bildeten sich im Umfeld der Anhörung der Bürger zum ausgehandelten Vertragsentwurf.

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Jetzt liegt auch der Entwurf für die Hochzeit mit sieben Gemeinden Landhagens vor

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Aktuell gibt es eine zweite Möglichkeit. Die Wackerower können mit Neuenkirchen, Behrenhoff, Dargelin, Mesekenhagen, Diedrichshagen, Levenhagen und Dersekow eine Gemeinde Landhagen bilden. Auch dafür liegt jetzt ein Vertragsentwurf vor. „Wir wollen uns im Februar mit der Wackerower Runde treffen“, informiert der stellvertretende Bürgermeister Karlheinz Tietze. Der genaue Weg zur Entscheidung für Greifswald oder Landhagen müsse noch beraten werden.

Levenhagen informiert und beschließt im Februar

Die übrigen sieben möglichen Partner werden spätestens im März die Weichen für oder gegen Landhagen stellen. „Wir laden am 23. Februar zur Einwohnerversammlung ein“, sagt Levenhagens Bürgermeister Steffen Boos. Im Anschluss entscheide die Gemeindevertretung. Levenhagen ist einer von zwei Heiratskandidaten, die laut den Kriterien des Landes nicht zukunftsfähig sind. Der andere ist Dargelin. „Wir werden spätestens im März die Bürger anhören und entscheiden“, sagt Bürgermeister Fred Feike. Dersekow wird am 2. März anhören und dann beschließen. Der stellvertretende Bürgermeister Robert Lossau war federführend an der Erarbeitung des Fusionsvertrags beteiligt. „Wenn es keine eindeutige Meinungsäußerung gibt, ist ein Bürgerentscheid parallel zur Landtagswahl im Mai möglich“, erläutert er.

Ziel sei eine Großgemeinde mit über 6000 Einwohnern. Das wäre die Zahl, die laut Innenministerium ein Amt mindestens haben muss. 5000 sind für einen hauptamtlichen Bürgermeister nötig, sagt Jürgen Schönwandt. Er ist Beauftragter Vorpommern-Greifswalds für die Fusionen. 5000 erreicht Landhagen auch ohne die 1300 Wackerower. „Allerdings ist es nicht günstig, wenn kein geschlossenes Gemeindeterritorium existiert“, gibt Schönwandt zu bedenken.

Um die Hochzeitsbereitschaft zu erhöhen, stellt das Innenministerium Prämien für jede wegfallende Gemeinde von 200000 Euro zur Verfügung. Greifswald würde als Oberzentrum bei Eingemeindung Wackerows 300000 Euro bekommen. Bis zu zwei Millionen Euro zur Schuldentilgung sind voraussichtlich für jeden Partner möglich.

Wackerow hat knapp drei Millionen Miese, die restliche Million müssten Greifswald oder die neue Gemeinde Landhagen übernehmen. Laut Vertragsentwurf für Landhagen stünden 700000 Euro der insgesamt 1,4 Millionen Hochzeitsprämie bei acht Gemeinden zur Schuldentilgung zur Verfügung.

Nach Hochzeit Ortsräte statt Gemeindevertretungen

Je 87500 Euro bekäme in der Gemeinde Landhagen jede der jetzt acht Kommunen für von ihr zu benennende Projekte. Eine solche Formulierung steht nicht im Vertragsentwurf Greifswald/Wackerow. Ein jährliches Ortsteilbudget wie in Greifswald gibt es andererseits in Landhagen nicht.

In beiden Papieren wird der Erhalt der Gemeinden als Ortsteilzentren und der Feuerwehrstandorte versprochen. Gleiches gilt für Ortsteilvertretungen mit umfangreichen Informations- und Beteiligungsrechten. Bauhöfe/Technikstützpunkte bleiben bestehen. Bei Landhagen heißt es: „Eine Erhöhung des derzeitigen Personalbestandes soll erfolgen.“ Greifswald verspricht Wackerow mindestens drei statt jetzt 1,5 Stellen des Bauhofs für den Ortsteil.

Wackerower zahlen auf jedem Fall weniger Grundsteuern

Nach einer Übergangsfrist sollen in Wackerow dieselben Hebesätze für die Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) und B (bebaute und bebaubare Flächen) sowie die Gewerbesteuer gelten wie in Greifswald. Für Wackerower wäre das ein Gewinn. Die Gemeinde hat bei der Gewerbesteuer 450 Prozent (Greifswald 425 Prozent), bei der Grundsteuer B 700 Prozent (Greifswald 480 Prozent) und bei der Grundsteuer A 560 Prozent (Greifswald 300 Prozent). Ein Hund allerdings käme die Wackerower (26 Euro) teurer zu stehen, kämen sie nach Greifswald (72 Euro).

In Landhagen sollen sich die Steuern am gültigen Durchschnittswert ländlicher Gemeinden orientieren. Der lag 2016 bei der Grundsteuer B bei 373 Prozent. Dieser Wert gilt in Levenhagen, Mesekenhagen und Dersekow. Ein Ausreißer ist Behrenhoff mit 600 Prozent.

Die Verwaltung

Hinrichshagen und Weitenhagen wollen selbstständig bleiben. Laut Experte Jürgen Schönwandt können sie sich weiter von Neuenkirchen verwalten lasen, wenn eine Großgemeinde Landhagen entsteht. Das Amt bliebe dabei nur als Hülle erhalten, erläutert Schönwandt. Die geschäftsführende Gemeinde Landhagen würde Hinrichshagen und Weitenhagen mit verwalten.

Die neue Gemeindevertretung und der hauptamtliche Bürgermeister Landhagens würden 2019 gewählt werden.

Eckhard Oberdörfer

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