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Greifswald Wackerow und Greifswald stehen vor der Hochzeit
Vorpommern Greifswald Wackerow und Greifswald stehen vor der Hochzeit
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00:10 23.06.2017
Wackerow ist eine beliebte Wohngegend. Eine mögliche Fusion mit Greifswald ist schon seit Jahren Thema. Quelle: Foto: Sven Jeske

Der Vertrag zur Eingemeindung von Wackerow nach Greifswald ist fertig ausgehandelt. Bei nur zwei Enthaltungen stimmten die Wackerow Gemeindevertretung am Mittwochabend dem Text zu.

Bürgerschaft und Gemeinderat müssen noch endgültig zustimmen

Steuern in Wackerow sinken

Darin festgelegt, dass in der Gemeinde künftig Greifswalder Ortsrecht gilt: Das heißt beispielsweise, dass in Wackerow künftig deutlich niedrigere Grundsteuern und Gewerbesteuern gelten. Bei der Grundsteuer A (landwirtschaftliche Flächen) sinkt der Hebesatz auf 300 statt aktuell 560 Prozent. Noch mehr profitieren Hausbesitzer (Grundsteuer B). Der Hebesatz für ihre Grundstücke sinkt dann von 700 Prozent auf 480 Prozent. Der Hebesatz der Gewerbesteuer verringert sich um 25 Prozentpunkte auf 425. Aus dem Wackerower Gemeindezentrum wird ein Ortsteilzentrum und es wird einen Ortsrat geben, der für das gesamte Gemeindegebiet zuständig ist. Die Feuerwehren Groß Petershafen und Wackerow bleiben Ortswehren und der Technikstützpunkt im Dorf ist in Zukunft Teil des Bauhofes. Greifswalds Vizebürgermeisterin Sandra Schlegel informierte die Gemeindevertretung über die letzten Schritte auf dem Weg zu einer größeren Stadt Greifswald. „Wir können jetzt per Schreiben kurzfristig das Innenministerium um die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung des Amtes Landhagen bitten“, sagte sie. Wackerow solle das möglichst gleichzeitig tun. „Die Bürgerschaft könnte frühestens am 6.

November über den Vertrag entscheiden“, so die Vize-OB weiter.

Anhörung der Bürger im Juli

„Im nächsten Amtsblatt wird mitgeteilt, ob die Anhörung der Einwohner am 12. oder 13. Juli stattfindet“, informierte Wackerows Bürgermeister Manfred Hering (CDU). „Ich freue mich darauf.“ Der Bürgermeister bedauerte, dass zur Sitzung am Mittwochabend nur ein Bürger gekommen war. Zu der von Schlegel übermittelten Bitte von Greifswalds OB Stefan Fassbinder (Grüne), eine Bürgerbefragung durchzuführen, äußerte sich die Gemeindevertretung nicht. Am Votum der Bürger war 2013 der zweite Anlauf zur Eingemeindung Wackerows nach der Wende gescheitert.

Nach der Anhörung der Bürger könnte Wackerow am 25. Oktober endgültig zum Fusionsvertrag beschließen. Da das Innenministerium eine zweimonatige Frist zur Entscheidung bis Anfang nächsten Jahres habe, sei die Hochzeit erst zum 30. Juni 2018 möglich, so Schlegel weiter.

2,2 Millionen Schulden

Die vom Land zugesagte Hochzeitsprämie und die Konsolidierungszulage, zusammen 600000 Euro, werden zur Schuldentilgung verwandt. Als Rechtsnachfolger muss Greifswald die verbleibenden 2,2 Millionen Euro. Ein Vorteil für die Hansestadt neben mehr Pro-Kopf-Zuweisungen durch 1400 neue Bürger: Sie übernimmt alle bestehenden und in Aufstellung befindlichen Bauleitpläne, im Vertragsentwurf wurden 14 genannt. Dazu gehört neben Wohnbauflächen auch das sechs Hektar große Gewerbegebiet „Pommernland“. Einige hat die Gemeinde lange Zeit nicht verfolgt. Um nichts zu vergessen, wird im beschlossenen Text auf die Aufzählung einzelner Pläne verzichtet.

Ob sich die Hoffnungen auf den Anschluss Wackerows an den Greifswalder Busverkehr erfüllen, ist nicht Gegenstand des Vertrages. Zuständig für Haltestellen und Linien sei Greifswald, so Stadtwerkesprecherin Steffi Borkmann. Bei der Anbindung an das Citybusnetz müsste aktuell auch der Kreis ins Boot geholt werden.

Eckhard Oberdörfer

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