Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Greifswalder Schüler zeigen Stück von Henrik Ibsen
Vorpommern Greifswald Greifswalder Schüler zeigen Stück von Henrik Ibsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Die 12. Klasse der Greifswalder Waldorfschule probt das Stück "Peer Gynt". Im weißen Hemd Finn Kaapke, der als Peer Gynt von Trollen festgehalten wird. Das Stück findet in der Aula der Waldorfschule statt am 15. und 16. März. Quelle: Christopher Gottschalk
Greifswald

Über 70 Rollen, 28 Schüler, eine Hauptfigur in vier Lebensphasen: „Peer Gynt“ ist ein aufwendiges Stück. Am Freitag und Samstag kommt es in der Waldorfschule auf die Bühne. Die Zwölftklässler beenden damit ihr Theaterprojekt. Sie proben seit vier Wochen die Aufführung des Stücks auf der Basis von Henrik Ibsens gleichnamigem Gedicht aus dem Jahr 1867. Der Text ist alt, aber die behandelten Fragen zeitlos.

In verschiedene Rollen schlüpfen

Die Hauptfigur Peer Gynt geht in dem Stück auf Reisen durch unwirkliche Welten. Die Zuschauer erleben seinen Lebensweg vom Jungen bis zum alten Mann. Gynt trifft auf Trolle und Dämonen, stößt auf eine alte Liebe und hadert dabei stets mit der Frage: Wer bin ich eigentlich? „Diese Frage betrifft alle Menschen“, sagt die 17-jährige Maya Miller. Auch deswegen hätten die Waldorfschüler sich für das Stück entschiedene.

Interessant sei es, in eine andere Rolle einzutauchen, sagt Finn Kaapke (18), der zwei Versionen von Peer Gynt spielt. „Seine Eigenschaften sind vollkommen gegensätzlich zu meinen“, sagt Kaapke. Peer sei vieles, darunter egoistisch, auch narzisstisch, jemand im Kampf mit sich selbst, der nicht weiß, wofür er kämpft. Seine Zerrissenheit wird buchstäblich gezeigt in einer Szene, in der Finn als Peer von einer Horde Trolle gepackt wird, sein Gesicht ist erschrocken. Auf der Bühne kriechen und fauchen die als Trolle verkleideten Waldorfschüler – nur eine von vielen choreografierten Szenen mit Körpereinsatz und einer Menge Schauspielern auf der Bühne.

Theater fördert Gemeinschaft

Für das Bühnenbild und die Kostüme sind die Schüler verantwortlich. Zu sehen ist unter anderem eine gemalte Berglandschaft. Aus dem Fundus des Theater Vorpommern wurden Kostüme geliehen. Den Text für die Aufführung fassten Deutsch- und Klassenlehrerin Bettina Rose sowie Sprachgestalter Felix Kläy zusammen. „Ich freue mich, dass die Schüler sich so ein schweres Stück gewählt haben“, sagt Bettina Rose. Die Arbeit am Stück schaffe einen Gemeinschaftssinn, fördere aber zugleich die Individualität, findet Finn Kaapke. „Ich hoffe, dass die Schüler durch das Stück näher an die Frage geführt werden: Was will ich in dieser Welt und was ist meine Aufgabe in ihr?“, sagt Lehrerin Rose.

Fauchen wie ein Troll

Seit vier Wochen proben die Schüler den ganzen Tag nach den ersten zwei Unterrichtsstunden, seit insgesamt einem halben Jahr beschäftigen sie sich mit dem Stück. So viel Schauspielerei hinterlässt Spuren, scherzt Maya Miller, die unter anderem einen Troll spielt. „Nach einem langen Tag fauchen wir uns an der Bushaltestelle dann schon mal wie ein Troll an“, sagt sie lachend. Sie kann sich vorstellen, Schauspielerin zu werden nach dem Abitur im nächsten Jahr.

Orchester begleitet Aufführung

Für die musikalische Begleitung wird das Schulorchester sorgen. Die Zuschauer sehen das Stück am Freitag, 15. März und Samstag, 16. März jeweils um 19 Uhr. Ort: Aula der Freien Waldorfschule Greifswald, Hans-Beimler-Straße 79 – 83. Der Eintritt ist frei.

Christopher Gottschalk

An diesem Wochenende darf getanzt, gelauscht, geshoppt und probiert werden.

14.03.2019

Im Theaterstück „Sowas wie Helden“ setzen sich fünf junge Greifswalder mit der Scheinwelt des Internets auseinander und begeben sich auf eine fantastische Reise. Am 15. März findet die Premiere im Rubenowsaal statt.

14.03.2019

Greifswalder Kommunalpolitiker monieren Haushaltsführung, kündigen aber trotzdem an, die Gewerbesteuererhöhung vom Dezember 2018 auf der Sitzung am Montag zurückzunehmen.

13.03.2019