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„Was hier geschieht, ist einfach wunderbar“

Wolgast „Was hier geschieht, ist einfach wunderbar“

Der Däne Per Brink Abrahamsen gehört zu den Akteuren der 2. Papiertheatertage / Gäste kommen von weither nach Wolgast, um das hierzulande seltene Fest mitzuerleben

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Rüdiger Koch hatte mit dem Maschinenraum der Fähre „Stralsund“ den außergewöhnlichsten Spielort.

Quelle: Stefan Brümmer

Wolgast. Am Wochenende haben viele Wolgaster und Gäste die 2. Papiertheatertage der Stadt erlebt. Und gleich der Auftakt war vielversprechend. Knapp 30 Gäste waren ins Kaminzimmer des historischen Rathauses gekommen, um sich „Das Hokusai Museum“, von Römers Privattheater, anzuschauen. Horst Römer (67), pensionierter Deutsch- und Geschichtslehrer, nahe Bremen zu Hause und seit 30 Jahren nicht nur Papiertheaterfan, sondern auch Papiertheater-Macher, brillierte zusammen mit seiner japanischen Frau Motoko beim Präsentieren dieser kurzweiligen 32-minütigen Geschichte.

Seine beiden Töchter wollte das Paar einst mit einem Papiertheater-Stück überraschen, woraus ein intensiv betriebenes Hobby wurde. An dem regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch nach der Vorstellung waren nicht nur Insider beteiligt. Auch Gäste wie Susanne Seitz, Urlauberin aus Süddeutschland, die bereits vor zwei Jahren die 1. Papiertheatertage in Wolgast erlebte, ist seit einem halben Jahrzehnt von dieser Art des Theaters fasziniert.

„Ich habe mir noch den ganzen Samstag für das Papiertheater in Wolgast freigehalten“, sagte sie. Auch Ute und Peter Schütze aus Potsdam waren nur wegen der Papiertheatertage in die Stadt gekommen.

Sie zeigten sich sehr zufrieden und nutzten Sonnabendnachmittag auf der historischen Dampffähre sogar die Möglichkeit, ein Papiertheater selbst zu basteln.

„Was hier geschieht, ist wunderbar“, sagte Per Brink Abrahamsen aus Dänemark. Der 72-Jährige ist professioneller Papiertheaterspieler und war zum zweiten Mal mit seinem „Svalegangens Dukketeater“ in Wolgast. Sein Stück, „Das Märchen vom Zaren Saltan“, nach einem Gedicht von Alexander Puschkin und der Oper von Rimski-Korsakow samt „Hummelflug“, war ein Augen- und Ohrenschmaus. „Bei mir in Dänemark kam diese Form der Theaterkunst im Gegensatz zu euch in Deutschland nie aus der Mode“, sagte er. Auch für ihn seien die Wolgaster Theatertage wichtig. „Es findet ein Austausch von Ideen statt, man lernt von anderen, lässt sich inspirieren, für alle sind solche kleinen Festivals sehr fruchtbringend.“

Die Stadt Wolgast und ihre Partner zeigten sich als gute Veranstalter. Um die Spielorte vor dem gleißenden Sonnenlicht abzudunkeln, mussten sie sich einiges einfallen lassen. Pappen und Decken vor den Fenstern sperrten die Sonne, wie etwa im Rungehaus oder im Kaminzimmer des historischen Rathauses, aus den Spielorten aus.

Allzu trocken war die ganze Angelegenheit auch nicht. Peggy Reinhold aus dem Havelland spendierte Schnaps und Likör nach der Vorstellung ihres Thalia-Papiertheaters. Der Hochprozentige war aus den Birnen des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck gebrannt. Man kennt ja noch die schönen Verse des Theodor Fontane aus der Schulzeit: „Herr Ribbeck von Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand “

Gisela Kretschmer, zuständige Fachdienstleiterin und Mitorganisatorin zeigte sich insgesamt zufrieden. Einen Wermutstropfen sah sie dennoch: „Die Anzahl der Besucher hätte ein wenig höher ausfallen können, aber wir haben ja noch den Sonntag.“

Wie alles begnn

Das Papiertheater kam Anfang des 19. Jahrhunderts auf. Seinen Ursprung hatte es in dem Bedürfnis der Besucher, ihr Theatererlebnis auf Papierbögen mit nach Hause zu nehmen. Findige Verleger nutzten die damals moderne Drucktechnik der Lithografie und brachten unter anderem beispielsweise Figurenbögen auf den Markt. Bald wurden auch Hefte mit Kurzfassungen berühmter Texte herausgegeben. Europaweit entstand so eine häusliche Spielkultur, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts anhielt.

Stefan Brümmer

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