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Wasser im Strandbad wird immer flacher

Greifswald Wasser im Strandbad wird immer flacher

Derzeit kommen bis zu 1000 Gäste / Baggerung künftig wohl nötig / Betreiber beklagt Vandalismus

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Lucie Hinze (20) arbeitet in der Beachbar des Strandbades Eldena. „An Supersonnentagen ist immer richtig viel los, auch dank der Kinder vom Majuwi. Eis ist natürlich der Renner, aber auch Cocktails werden oft gekauft“, sagt die Greifswalderin.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Wegen des flachen Wassers gilt das Strandbad Eldena als Eldorado für Familien mit kleinen Kindern. Allerdings: Um schwimmen zu können, muss man immer weiter laufen.

„Wenn es so weitergeht, dann können wir eines Tages zu Fuß auf die andere Seite der Dänischen Wiek, nach Ludwigsburg laufen“, lästert Christian Brandt. Er ist beim Betreiber, der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH (ABS), für das Greifswalder Naherholungsgebiet zuständig. Dass sich der Bereich am Strandbad immer stärker mit Sedimenten füllt, mutet wie die Erfüllung einer Prophezeiung von vor vier Jahrzehnten an. 1971 wurde vor Rügen ausgebaggerter Sand am sogenannten Kuhstrand aufgespült, zuvor war Schilf am Ufer beseitigt worden.

2,2 Millionen Mark der DDR wurden investiert, um das Strandbad zu schaffen. Damals sagten Wissenschaftler voraus, dass sich Schlick und Pflanzenreste hier sammeln würden.

Brandt meint, dass es Zeit sei, über Gegenmaßnahmen nachzudenken, um die Attraktivität des Bades zu erhalten. Auch das vor 45 Jahren durch den Sand abgedeckte Schilf mache sich zunehmend breit. Ein zweites Problem für die Attraktivität des Schwimmbades.

Noch wirkt sich das offenbar nicht negativ auf die Besucherströme aus. „Bei dem guten Wetter der letzten Tage sind die Strandkörbe sehr gut ausgelastet und der Volleyballplatz gerammelt voll“, informiert Brandt. „Wir haben 800 bis 900 Besucher am Tag, es waren schon fast 1000“, berichtet er. Der Ansturm habe mit der Ferienzeit begonnen. Im Juni sei es ganz anders gewesen. Teilweise wurden pro Tag nur zehn Gäste gezählt. Brandt befürchtete schon, dass die vorgesehenen Besucherzahlen nicht erreicht würden und in der Folge der Zuschussbedarf steigen würde. Alles in allem kostete des Strandbad 2015 etwa 100000 Euro, die Stadt spendierte 35000 Euro. Der Rest wurde über Einnahmen gedeckt. Aktuell ist Brandt wieder optimistisch, dass die wirtschaftlichen Ziele doch erreicht werden können.

Dass in diesem Jahr viele Bürger auf den wegen des versetzten Zaunes etwas größer gewordenen Strandbereich außerhalb des Zaunes – den Kuhstrand – ausweichen, mache sich in den Besucherzahlen kaum bemerkbar, schätzt er ein. Die Stadt hatte den Bauzaun, der das Strandbad begrenzt, ein Stück weiter Richtung Wieck versetzen müssen. Der Grund: Der Verlauf des Zauns entsprach nicht den Vorgaben zumHochwasserschutz. Er war also illegal. Wer den Hundestrand, wie Brandt ihn nennt, nutzt, spart als Erwachsener zwei Euro Eintritt.

Sorgen bereiten Christian Brandt indes das zunehmende Rowdytum und die Vermüllung. „Wir müssen jeden Tag einen Pkw-Anhänger Unrat abfahren“, informiert er. Dessen Sortierung bedeute zusätzlichen Aufwand für die sieben Mitarbeiter in der Frühschicht und zwei in der Spätschicht. Leider würden, wie in den Jahren zuvor, Kinder und Jugendliche nach Schließung des Strandbades über die Zäune klettern und Strandkörbe aufbrechen. Tendenz zunehmend. „Wir erwischen auch immer wieder Leute“, sagt Brandt. „Dann kennen die Ausreden keine Grenzen.“

Wissenwertes zum Bad

Das Strandbad ist vom 15. Mai bis 15. September täglich von 8.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Darüber hinaus gibt es von 6 bis 22 Uhr eine Aufsicht, die das Strandbad auch abschließt. Erwachsene bezahlen 2 Euro, die Monatskarte kostet 20 Euro und die Saisonkarte   40 Euro. Die ermäßigten Karten für Rentner und Studenten sind für 1,50 Euro zu haben.

Strandkörbe, Liegestühle und Sonnenschirme können in Eldena ausgeliehen werden.

Eckhard Oberdörfer

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