Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
Wasserretter glücklich: Eine Saison ohne Badetote

Heringsdorf/Zinnowitz Wasserretter glücklich: Eine Saison ohne Badetote

Zwischen Pflaster und Herzinfarkt: Hunderte Male mussten die Rettungsschwimmer Erste Hilfe leisten / Die Zusammenarbeit zwischen Badegästen und Rettern hat sich verbessert

Voriger Artikel
Unimedizin: Konsolidierung hat begonnen
Nächster Artikel
Zitterpartie um geplanten WVG-Pflegedienst

Die jungen Männer und Frauen der DLRG sicherten in diesem Jahr nicht nur den Badebetrieb am Strand ab, sondern auch das Heimatfest im Ostseebad Trassenheide. Jetzt sind die Rettungstürme nicht mehr besetzt.

Quelle: Tilo Wallrodt

Heringsdorf/Zinnowitz. Die Badesaison ist so gut wie vorbei. Am vergangenen Wochenende checkten viele der Rettungsschwimmer aus ihren Unterkünften aus und verließen nun ihre Arbeitsplätze besenrein bis zur nächsten Saison. Fazit: Für die zum großen Teil jungen Männer und Frauen war es ein verhältnismäßig ruhiger Sommer am Strand.

OZ-Bild

Zwischen Pflaster und Herzinfarkt: Hunderte Male mussten die Rettungsschwimmer Erste Hilfe leisten / Die Zusammenarbeit zwischen Badegästen und Rettern hat sich verbessert

Zur Bildergalerie

Die gute Nachricht: Es gab in diesem Jahr keine Badetoten. Das hängt unter anderem mit den verhältnismäßig milden Windbedingungen zusammen. Trotzdem hatten die Lebensretter häufig alle Hände voll zu tun.

„Unsere schwersten Einsätze waren ein Herzinfarkt eines älteren Mannes und zwei Fälle, bei dem zwei Personen beinahe ertrunken wären“, sagt Christian Baller, Leiter des DRK-Wachturmes in Zinnowitz. Auch Kreislaufprobleme von älteren Badegästen gehörten zum Alltag dazu. „Die Urlauber liegen den ganzen Tag in der prallen Sonne und trinken zu wenig“, weiß er. 240-mal mussten die Rettungsschwimmer Erste Hilfe am Strand leisten. „Dazu zählen kleinere Wunden, Stiche durch Zecken oder Wespen und das Entfernen von Glasscherben“, erklärt Baller. Zehn Mal musste in Zinnowitz der Rettungswagen zum Einsatz kommen. „Im Vorjahr hatten wir sogar den Hubschrauber am Strand. Dieses Jahr zum Glück nicht“, sagt Baller.

Seit Mai hielten seine 14 Rettungsschwimmer rund 8600 Stunden Wache auf den Rettungstürmen in Zinnowitz. „Ähnlich sah die Bilanz im vergangenen Jahr auch aus, aber in diesem Jahr hatten wir nur vier Tage, an denen wir ein absolutes Badeverbot aussprechen mussten“, erklärt Baller. „Im Vorjahr war es bis zu einer Woche am Stück. Das verärgerte die Urlauber, da sie unbedingt ins Wasser gehen wollten. Gerade in den Monaten Juli und August kommt so etwas bei den Gästen nicht gut an. Aber Sicherheit geht vor.“

Mehr Arbeit wartete auf die Rettungsschwimmer in Heringsdorf. „Wir haben zweimal eine Person wiederbelebt, 49-mal musste der Rettungswagen angefordert werden“, sagt Sebastian Antczak, Leiter des Wachturmes an der Seebrücke. „Wir hatten auch die traurige Aufgabe, eine leblose Person aus dem Wasser zu bergen. Diese Bergung ist jedoch nicht auf einen Badeunfall zurückzuführen“, erklärt Antczak.

Drei Personen wurden von einem in Seenot geratenen Segelboot gerettet. Auch die Suche nach vermissten Kindern gehört zum Job der Lebensretter. „Wir haben in diesem Sommer 39 Kinder gesucht und alle wieder den Eltern übergeben.“

Sebastian Antczak lobt die Zusammenarbeit zwischen den Rettungsschwimmern und den Badegästen. „Im Vergleich zur vergangenen Saison waren die Urlauber bedeutend rücksichtsvoller. Da wurden wir sogar beschimpft, nur weil wir die rote Flagge hissen mussten. Bei einer Reanimation hat sogar einmal eine Urlauberin geholfen, die Ärztin ist.“

Auch in Trassenheide verlief die Badesaison in diesem Jahr reibungslos. „Wir hatten keine größeren Einsätze. Die Anschaffung des Strandbuggys hat sich gelohnt und erleichterte die Arbeit der Rettungsschwimmer“, sagt Kurdirektorin Teresa Dieske auf Nachfrage der OZ.

Schwierige Suche

Die Suche nach gutem Personal

für die Rettungstürme gestaltet sich von Jahr zu Jahr schwieriger. Das

sagen zumindest die Wachturmleiter, die jedes Jahr auf die Suche gehen.

„Gerade in der Vor- und Nachsaison ist es besonders schwierig, die Türme zu besetzen“, sagt Christian Baller, Wachturmleiter in Zinnowitz. „Wenn die Sachsen Ferienzeit haben, sind

die Türme sehr gut besetzt, da wir

aus den Bundesländern viele Rettungsschwimmer bekommen“, sagt er. Die jungen Männer und Frauen bekommen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Hannes Ewert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Boltenhagen
Der „Bademantelgang“ soll die Mittelpromenade überbrücken und so die beiden Gebäude des Strandhotels miteinander verbinden.

Boltenhagens Gemeindevertreter haben einem überarbeiteten Entwurf zugestimmt. Der Spa-Bereich entsteht doch nicht im Keller. Baugenehmigung wird jetzt geprüft.

mehr
Mehr aus Greifswald
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.