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Wasserschutzzone erhitzt die Gemüter

Griebenow Wasserschutzzone erhitzt die Gemüter

Einwohner von Griebenow und Dreizehnhausen sowie die Verwaltung lehnen Vorhaben ab

Griebenow. Trinkwasser muss geschützt werden. Darüber waren sich die anwesenden Süderholzer Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend einig. Doch dass bei Griebenow durch den Zweckverband Wasser/Abwasser Boddenküste (ZWAB) eine weitere Schutzzone – die sogenannte Schutzzone III A – festgelegt werden soll, das sorgte für jede Menge Diskussionsstoff und Kritik.

Um es vorwegzunehmen: Sowohl die Verwaltung als auch die Gemeindevertretung sprachen sich gegen diese zusätzlichen Schutzzonen aus. Denn der Katalog der Verbote und Nutzungseinschränkungen in den Schutzzonen beinhaltet mehrere Restriktionen, welche sich auf die Entwicklung Griebenows negativ auswirken. So sind beispielsweise Großveranstaltungen außerhalb von Sportanlagen verboten. Noch gravierender ist das „Verbot von der Ausweisung neuer Baugebiete“, heißt es – auszugsweise – in der Begründung.

Kritik und einhergehende Diskussionen gab es an der und rund um die Arbeit in der Verwaltung. „Viele Einwohner waren überrascht, als sie davon hörten, fühlen sich ein wenig wie enteignet. Richtig aufgebracht sind sie inzwischen, denn selbst wer seine Flächen verpachtet hat, den betrifft es“, wusste Gemeindevertreter Georg Günther (CDU) aus seinem Wohnort Dreizehnhausen zu berichten. Denn mit den Schutzzonen sei die landwirtschaftliche Nutzung auf den Flächen nur noch sehr eingeschränkt realisierbar, beispielsweise dürfe auf Äckern in der Zone kein Mais mehr angebaut werden. „Und auch die Griebenower Parkläufe beispielsweise betrifft es“, wusste Tobias Lembke (CDU) zu berichten. Georg Günthers Frage an den anwesenden Bürgermeister Alexander Benkert (CDU) war, ob und wie die Einwohner darüber informiert wurden. Eine entsprechende „Bekanntmachung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern zur Änderung der Wasserschutzzonen der Wasserfassung Levenhagen“

sei zwar im Süderholzer Blatt Anfang September erschienen, aber kaum ein Einwohner beziehungsweise Grundstücksbesitzer habe sich davon angesprochen gefühlt.

Wotan Drescher (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung, ging sogar noch ein Stück weiter. Er war der Meinung, dass sich die Verwaltung die Mühe hätte machen müssen, alle betroffenen Grundstückseigentümer zu informieren. „Das wäre doch ein netter Service gewesen“, meinte er. Denn schließlich würde es nicht nur, wie Georg Günther bereits ansprach, die Nutzer – sprich Pächter – der Flächen betreffen, sondern auch die Eigentümer. Betreffende Landwirte seien informiert worden, auch einige Einwohner, aber eine komplette Liste aller Betroffenen zu erstellen, sei ein enormer Verwaltungsaufwand, erklärte Bürgermeister Benkert. Und die Zuarbeit einer entsprechenden Liste, die seitens der Poggendorfer Verwaltung beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern angefordert wurde, sei abgelehnt worden.

Trotz der Diskussionen: Bürgermeister und Gemeindevertreter sind sich einig und lehnen zusätzliche Schutzzonen ab. Einwohner und Pächter von Flächen in und um Griebenow hatten lediglich bis gestern die Möglichkeit, die Unterlagen einzusehen. Die können auch auf der Homepage des Stalu unter www.stalu-vorpommern.de im Unterpunkt „Presse und Bekanntmachungen“ gelesen werden. Einwände zu den geplanten weiteren Wasserschutzzonen können innerhalb der nächsten zwei Wochen der Süderholzer Verwaltung, beim Stalu Vorpommern (Badenstraße 18, 18439 Stralsund) oder beim Amt Landhagen (Theodor-Körner-Str. 36, 17498 Neuenkirchen) schriftlich oder zur Niederschrift eingereicht werden. Einen kleinen, aber wichtigen Hinweis hatte Wotan Drescher noch: Wenn Einwohner oder Flächeneigentümer Einwände haben, mögen sie diese einzeln und nicht gesammelt einreichen.

Anja Krüger

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