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Greifswald Weg von Zucker und Fertigessen
Vorpommern Greifswald Weg von Zucker und Fertigessen
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00:00 22.03.2017
Greifswald

In vielen Zeitschriften, die sich mit Gesundheit und Lebensstil beschäftigen, werden Diäten beworben. In Rekordzeit solle jeder zu seinem Wunschgewicht kommen. Dabei gibt es ein Problem, das Simone Gärtner, Ernährungsmedizinerin am Universitätsklinikum Greifswald, erklärt. „Diese Radikaldiäten setzen darauf, die Kalorienzufuhr ungesund zu reduzieren.“ Wer zu wenig Kalorien konsumiert, verliert Muskelmasse. Auf der Waage mag das Freude auslösen. Nach der Diät wird das verlorene Gewicht jedoch wieder zugenommen, weil der Körper die Verluste kompensiert. „Von solchen Diäten, bei der in sehr kurzer Zeit sehr viel Gewicht verloren wird, würde ich die Finger lassen“, sagt Simone Gärtner. Bessere Alternativen seien Programme, die die Ernährung und den Lebensstil dauerhaft ändern.

Im Universitätsklinikum gibt es eine Adipositas-Selbsthilfegruppe für krankhaft Fettleibige, die sich an jedem letzten Montag im Monat trifft. Die Teilnehmer fahren zusammen Rad, gehen schwimmen, reden miteinander oder kochen. Interessierte können telefonisch über das Klinikum Kontakt aufnehmen. Außerdem behandelt das Krankenhaus in seiner Ernährungsambulanz Menschen mit Ernährungsproblemen.

Sie müssen eine Woche lang dokumentieren, was sie essen, anschließend wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Eine intensivere Betreuung bietet ein Kurs, der an zehn Terminen, jeweils Dienstagvormittag, Ernährungsfragen beantwortet, inklusive Einkaufstraining und gesundem Kochen. Im August soll ein Programm weitergeführt werden, das unter dem Namen „DocWeight“ bereits in der Vergangenheit Patienten helfen konnte. AOK-Patienten können sich dieses Programm fördern lassen, es ist offen für jeden.

Eine andere Anlaufstelle ist die mobile Ernährungsberatung von Sandra Schätzchen. Die Diät- und Diabetesassistentin fährt zu ihren Patienten und berät sie. Sie macht darauf aufmerksam, dass Fertigprodukte und zuckerhaltige Limonaden ein großes Problem darstellen. „Die Patienten müssen sich teilweise erst wieder an den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln gewöhnen“, sagt sie. Ihre Beratung wird mit 80 bis 100 Prozent von den Krankenkassen übernommen.

Auch Heidi Reihl setzt in ihren Naturheilkundepraxen in Greifswald und Templin (Brandenburg) auf natürliche Produkte. „Es geht weniger um Verzicht als um die richtige Mischung aus Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett“, sagt sie.

Um Balance kümmert sich auch Jana Erdmann. Die Greifswalder Yogalehrerin und Ernährungsberaterin lehrt und wendet selbst die traditionelle chinesische Medizin an. Diese Lehre schreibt Lebensmitteln Geschmäcker (von sauer bis salzig) und Temperaturverhalten (von heiß bis kühlend) zu. Durch die richtige Ernährung sollen Patienten einen „Wohlfühlzustand und ihre Mitte finden“, sagt sie. Der Körper solle so wenig Kraft wie möglich für die Verdauung aufbringen. Sie empfiehlt regionale und saisonale Produkte.

OZ

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