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Greifswald „Weisse Düne“ rammt Segelyacht
Vorpommern Greifswald „Weisse Düne“ rammt Segelyacht
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00:00 19.07.2016
Die „Weiße Düne“ kurbelte nach der Manövrierunfähigkeit im Wiecker Hafenbecken sofort ihre Spitze hoch. Fotos (2): Tilo Wallrodt

In Vorpommern haben sich am Wochenende zwei Schiffsunfälle mit rund 100000 Euro Sachschaden ereignet. Wie die Polizei berichtete, kam es zu einer der Kollisionen am Sonntagabend in Greifswald. Nach dem Fischerfest verhakte sich der Klüverbaum des Fahrgastsegelschiffes „Weisse Düne“ im kleinen Wiecker Hafen in einem Draht einer Segelyacht, so dass deren Mast brach. Als Ursache für das Unglück nannte die Polizei einen technischen Defekt am Bowdenzug des Bugstrahlruders. Dadurch ließ sich das Ruder des Schiffes nicht mehr ausschalten.

Weil ein Bowdenzug riss, war der Fahrgastsegler manövrierunfähig / Kapitänin spricht von großem Glück

Es war ein kleiner Schaden mit großer Wirkung. Dass der Bowdenzug reißt, lässt sich nicht vorhersehen.“Volker Pesch, Leiter des Greifswalder Seesportzentrums

Menschen wurden nicht verletzt.

Die „Weisse Düne“ war gegen 23.30 Uhr mit Passagieren von der Feuerwerkveranstaltung „Ryck in Flammen“ zurückgekehrt. Als das Unglück passierte, waren keine Passagiere an Bord, auch die Segelyacht war unbesetzt. „Der Schreck war schon groß, als ich merkte, dass ich das Schiff nicht mehr steuern konnte“, sagte gestern Kapitänin Jane Bothe auf OZ-Nachfrage. Die dramatischen Minuten schilderte die erfahrene Schiffsführerin folgendermaßen: „Ein Bowdenzug war gebrochen, sodass das Schiff manövrierunfähig war. In dem Moment habe ich mir gedacht, einfach nur ruhig zu reagieren, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.“ Das Verhaken mit der Segelyacht konnte sie nicht verhindern – „mit unserer Spitze berührten wir den Draht des Bootes, so dass der Mast, vermutlich aus Aluminium, brach“, sagt Jane Bothe, die seit zwölf Jahren Kapitänin der „Weissen Düne“ ist und ab Wolgast Touren auf dem Achterwasser und dem Greifswalder Bodden anbietet.

Der Zweimaster steuert dabei Karlshagen und Neppermin an.

Den Mitgliedern ihrer Crew bescheinigt sie eine gute Arbeit während des Zwischenfalls. „Sie haben sofort die Spitze hochgekurbelt. Durch ein weiteres Manöver blieb es zum Glück bei der Beschädigung nur der einen Yacht. Ich bin sehr froh, dass wir nicht die ganze Kante abgeräumt haben“, so Jane Bothe, die den Defekt an ihrem Schiff inzwischen reparieren ließ und in dieser Woche mit Gästen zu neuen Touren aufbricht.

Volker Pesch, Leiter des Seesportzentrums „Greif“ der Universitäts- und Hansestadt, der während des Fischerfestes die technische Leitung inne hatte, bedauert den Vorfall außerordentlich.

„Es war ein kleiner Schaden mit großer Wirkung. Dass der Kupplungszug reißt, passiert eben nicht nur beim Fahrrad, sondern auch bei Schiffen. Das lässt sich aber leider nicht vorhersehen“, erläutert er. Für ihn zähle, dass keine Menschen bei dem Zusammenstoß zu Schaden gekommen sind und dass der Rumpf der Segelyacht heil geblieben ist. „Der Mast der Yacht kann erneuert werden“, sagte Volker Pesch. Da werde die Versicherung greifen.

Nachdem sich das Schiffsunglück ereignet hatte, seien Wasserschutzpolizei und Feuerwehr umgehend vor Ort gewesen, sodass es keine großen Sicherheitsprobleme zu dieser späten Stunde gegeben habe. Alle hätten sofort gewusst, was zu tun sei, informierte Pesch.

Cornelia Meerkatz und Henrik Nitzsche

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