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Greifswald Weiter Kritik am Fachmarktzentrum
Vorpommern Greifswald Weiter Kritik am Fachmarktzentrum
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12:27 11.03.2018

Die Stadtverwaltung hat ihren Job in Vorbereitung des geplanten Fachmarktzentrums am Elisenpark erledigt. Verabschiedet die Greifswalder Bürgerschaft am 22.

Februar den Bebauungsplan, hat der Investor endlich grünes Licht für sein angekündigtes 15-Millionen-Euro-Projekt. Die Weichen indes sind längst gestellt: Der Bauausschuss als Fachgremium hat bereits einstimmig seinen Segen dazu gegeben.

Eigentlich sollten in dem neuen Konsumtempel längst die Kunden ein und aus gehen. Denn ursprünglich avisierte Edda Metz, Geschäftsführerin der Krieger Projektentwicklungs- und Bau GmbH, die Eröffnung des Möbeldiscounters Sconto und weiterer Märkte zum Ende 2017. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, verzögern oft die Bauvorhaben. „Wenn die Bürgerschaft nächste Woche ihre Zustimmung gibt, reichen wir den Bauantrag ein“, so Metz auf OZ-Anfrage. Dann sei die Baugenehmigung abzuwarten. Die Ausschreibung und Vergabe der Leistungen erforderten noch einmal Zeit, „sodass wir den Start jetzt ins Jahr 2019 getaktet haben“. Eigentümerin und Investorin werde die Krieger Grundstücks GmbH sein.

Die Pläne zur Erweiterung des schon vorhandenen Kaufangebots am östlichen Standrand Greifswalds stießen in der Vergangenheit auf Kritik bei Kommunalpolitikern. Kritik, die Peter Multhauf von den Linken aufrechterhält, auch wenn er damit nicht mehr viel ausrichten kann: „Wenn die neuen Einkaufsmärkte kommen, wird die Innenstadt darunter leiden“, ist er überzeugt. Nach seiner Auffassung ist ein weiterer Möbelmarkt in Greifswald nicht nötig. Noch schlimmer empfinde er aber die Begründung Greifswalds zur Zustimmung der Investorenpläne, „nach der man dem Marktkauf Neuenkirchen verstärkt Konkurrenz machen möchte“, verurteilt Multhauf. „Den einen stärken, um den anderen zu schwächen“ – die Strategie könne er nicht gutheißen.

Über diese Argumentation der Hansestadt ist auch Frank Weichbrodt, Bürgermeister von Neuenkirchen, noch immer sauer: „Wenn es erklärtes Ziel der Greifswalder Bürgerschaft ist, anderen das Wasser abzugraben, finde ich das sehr bedenklich“, sagt er. In der Anhörung zum Bebauungsplan hat die Gemeinde deshalb erhebliche Bedenken zum Bauvorhaben geäußert. Auch die ebenfalls zum Amt Landhagen gehörende Gemeinde Levenhagen lehnt die Errichtung eines neuen Fachmarktzentrums am Elisenpark ab, da in Neuenkirchen mit einem „Kaufkraftschwund“ zu rechnen sei.

Neuenkirchen interessiere ihn wenig, gibt indes Frank Embach zu, der für die Kompetenz für Vorpommern in der Bürgerschaft sitzt. Trotzdem werde er gegen den Bebauungsplan stimmen, kündigt er an.

„Denn das neue Fachmarktzentrum wird der Innenstadt schaden“, hält der Vorsitzende des Innenstadtvereins (VGI) an seiner mehrfach geäußerten Kritik fest. Bewegen könne er mit dieser Meinung nichts mehr, weiß Embach. „Deshalb haben wir als VGI auch gar keine Stellungnahme zum Bauvorhaben geschrieben. Beim ,Gleis vier’ hat es ja auch nichts gebracht“, zeigt sich der Unternehmer frustriert. Das Einkaufszentrum in Bahnhofsnähe entstand trotz vieler Widerstände, lockt heute abseits der Innenstadt-Bummelmeile reichlich Kunden an.

Das erhofft sich Bauausschussvorsitzende Monique Wölk (SPD) auch für den Elisenpark, begrüßt deshalb die neuen Märkte. Noch im vorigen Sommer sah sie das Bauvorhaben kritisch, bezeichnete es gar als „Gefahr fürs Zentrum“. Nach Gesprächen mit dem Investor jedoch „überwiegen für mich die Vorteile“, sagt sie auf OZ-Anfrage. Das neue Center würde die Angebote des Elisenparks ergänzen. Die Bedenken Neuenkirchens könne sie zwar verstehen, „doch vielleicht bemüht sich Neuenkirchen dann auch, die Angebote zu erweitern“. Für die Bürger sei es schließlich schön, eine breite Auswahl verschiedener Sortimente in der Umgebung zu haben, so Wölk.

Der Einzelhandelsverband Nord hat dazu eine andere Meinung. Er befüchtet „negative Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung der Hansestadt“, heißt es in einer Stellungnahme. Insbesondere die Flächengrößen von bis zu 1500 Quadratmetern für Randsortimente – von Glühbirnen über Bettwäsche bis hin zu Dekoartikeln – seien „kritisch zu beurteilen“.

Mehr Verkehr und Lärm am östlichen Stadtrand

10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche soll nach bisherigen Plänen der SB-Möbelmarkt Sconto haben. Daneben sollen weitere Angebote mit „nicht zentrenrelevanten Einzelhandelsgroßvorhaben“ entstehen, voraussichtlich auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern. Von einem Gartenmarkt hat der Investor zwischenzeitlich Abstand genommen.2850 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag werden den Elisenpark aufsuchen, kommt es zum Bau der neuen Märkte. Das geht aus dem Abwägungsprotokoll zum Bebauungsplan hervor. Demnach sei auch mit einer geringfügig erhöhten Lärmbelästigung für Anwohnern zu rechnen, erklärte die Immissionsschutzbehörde.

Petra Hase

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