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Wie der Pommersche Künstlerbund nach Greifswald kam

Greifswald Wie der Pommersche Künstlerbund nach Greifswald kam

Werbung aus dem Westen verlief erfolgreich / Helmut Maletzke erster Vorsitzender der wieder gesamtdeutschen Vereinigung

Greifswald. Der 1916 gegründete Pommersche Künstlerbund existierte nach 1945 nicht mehr. In der DDR wurde „jegliche Erinnerung an Pommern als Relikt des Preußentums und Beleidigung des sozialistischen Polens“, schreibt Manfred Prinz in der Festschrift zum „100.“.

In der BRD kam es auf Initiative der Pommerschen Landsmannschaft 1979 zur Neugründung. Nach der Wiedervereinigung war der Weg nach Osten offen. Besonders die in Stettin geborene Malerin und Lyrikerin Erika Pleil-Volz aus Glückstadt war für die Vision eines vergrößerten Pommerschen Künstlerbundes aktiv und kam auch an den Ryck. Dazu schreibt der Greifswalder Künstler Helmut Maletzke in seinem gerade erschienenen Buch „Im Schutz Deiner Flügel“: „Es war im Jahre 1994. Da klingelte es in meiner Wohnung, und vor der Haustür stand eine Dame mit einem Barett auf dem Kopf – offenkundig eine Künstlerin.“ Das war besagte Erika Pleil-Volz. Obwohl er noch nie etwas vom Pommerschen Künstlerbund gehört habe, sei er eingetreten und habe die Bestrebungen der Glückstädterin zur Kontaktaufnahme mit Polen unterstützt.

Maletzke fuhr zur Jahreshauptversammlung nach Kassel, an der etwa 20 Mitglieder, darunter Helmut Maletzke und der Stralsunder Eckhard Buchholz, teilnahmen. Eigentlich sollte der bisherige Vorsitzende Siegfried Grabow weitermachen. „Doch ebenso war klar, dass der ursprünglich pommersche, nun westdeutsche Verein dem altersbedingten Aussterben entgegenging, und das momentane Schrifttum des Vereins deutete auf ein mittlerweile ziemlich niedriges professionelles Niveau seiner jetzigen Mitglieder hin.“ Zu den wenigen Ausnahmen gehörte demnach Siegfried Weltmeier.

Eckhard Buchholz habe dann ihn als Vorsitzenden vorgeschlagen. Maletzke wurde gewählt und Buchholz Stellvertreter. Erster zentraler Vereinssitz wurde das Pommernzentrum in Travemünde. Maletzke wollte aber, wie er schreibt, nicht nur den Pommerschen Künstlerbund vor dem Aussterben bewahren, er wollte den Schwerpunkt nach Vorpommern verlagern. Das sei nicht ohne Widersprüche abgelaufen. Einige Hamburger, die den Vereinssitz lieber an der Elbe gesehen hätten, traten aus.

Wie Manfred Prinz in der Chronik schreibt, sei es Maletzke gelungen, „aus einem ehemaligen gastronomischen Saal eine Kunsthalle in Greifswald zu entwickeln und damit auch eine Geschäftsstelle für den Pommerschen Künstlerbund einzurichten.“ Das war das heutige Bethaus der Mennoniten in der Wolgaster Straße. Maletzke fungierte als ehrenamtlicher Leiter der Galerie Pommernhus. „Ein Höhepunkt für den Pommerschen Künstlerbund war seine Aktivität, zur 750-Jahr-Feier der Stadt Greifswald eine bundesweite Ausstellung ,ZeitzeichenNordost 2000’ mit 61 Künstlern an 10 verschiedenen Ausstellungsorten zu organisieren.“ (wird fortgesetzt)

eob

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