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Greifswald Wie geht es weiter im Amt Landhagen?
Vorpommern Greifswald Wie geht es weiter im Amt Landhagen?
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13:36 28.08.2018
Wie es in den Gemeinden des Amtes Landhagen weitergeht, ist derzeit völlig offen. Quelle: Peter Binder
Greifswald/Wackerow/Neuenkirchen/Mesekenhagen

Am Tag nach den beiden Bürgerentscheiden im Amt Landhagen ist vielerorts unklar, wie es nun weitergeht. Die Einwohner Wackerows hatten eine Fusion mit der Hansestadt Greifswald abgelehnt. Die Neuenkirchener votierten zeitgleich dafür, den Beschluss zur Bildung einer Großgemeinde Landhagen aufzuheben (die OZ berichtete). Durch das Nein aus Neuenkirchen ist das Projekt Großgemeinde komplett vom Tisch.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bedauert die Entscheidungen der beiden Gemeinden. Sein Ministerium fördert Fusionen mit beträchtlichen Geldbeträgen, weil aus Sicht des Landes größere Strukturen effizienter arbeiten können. „Ich denke, dass beide Projekte eine gute Sache gewesen wären. In Zeiten wachsender Zuständigkeiten brauchen wir leistungsfähige Verwaltungen. Ein hauptamtlicher Bürgermeister kann sich besser stark machen“, sagt Caffier. „Aber selbstverständlich ist es das demokratische Recht der Einwohner, so zu entscheiden. Wir respektieren das“, sagt Caffier. Gerüchten, dass Wackerow wegen seiner hohen Verschuldung von knapp drei Millionen Euro nun eine Zwangsfusion drohe, erteilt er eine klare Absage. „So etwas wird es nicht geben“, macht Caffier deutlich.

Jürgen Schönwandt, der die Gemeinden in Vorpommern-Greifswald in Sachen Fusionswünschen berät, sieht derzeit nur noch wenig Spielraum. Kleinere Fusionen, wie etwa von Weitenhagen und Diedrichshagen oder Behrenhoff und Dargelin, könnten durchaus noch klappen. Dass es einen neuen Anlauf für eine anderweitig gestrickte Großgemeinde Landhagen geben kann, hält er für ausgeschlossen. „Das Gemeindeleitbildgesetz läuft zum Jahresende aus“, sagt Schönwandt. Ob es in den kommenden Jahren ein Nachfolgegesetz mit weiteren Prämien geben wird, muss sich erst zeigen.

„Die Fusion ist in Wackerow zum dritten Mal gescheitert. Mir fehlt die Vorstellungskraft, dass man da jetzt in einem halben Jahr eine Alternative zustande bringt“, sagt Schönwandt. „Ich kann nur den Hut ziehen, dass die Einwohner Wackerows bereit sind, derart hohe Steuersätze zu bezahlen. Das ist beispiellos“, sagt Schönwandt. In der kleinen Gemeinde am Stadtrand Greifswalds liegt beispielsweise der Hebesteuersatz mit 700 für die Grundsteuer B fast doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt der Dörfer.

Wie es nun weitergeht, das weiß auch Wackerows Bürgermeister Manfred Hering nicht so recht. „Wir werden sehen, welche Ideen es am Donnerstag auf der Gemeindevertretersitzung gibt“, sagt er schulterzuckend.

Die Nachbargemeinde Mesekenhagen hätte sich am Projekt Großgemeinde gerne beteiligt, wenn auch Wackerow dabei gewesen wäre. Geert-Christoph Seidlein, Bürgermeister von Mesekenhagen, hofft, dass sich noch ein neuer Weg in Richtung Fusion auftut. „Die Frage ist doch, was die Leute erreichen wollten, die in Neuenkirchen den Bürgerentscheid angeschoben haben“, so Seidlein. „Die Initiatoren haben nicht gesagt, sie wollen keine Fusion, sondern dass der Beschluss aufgehoben werden soll. Auch Seidlein sieht den Zeitdruck. „Wir können nicht mehr unendlich hin- und herdiskutieren. Das, was man in den nächsten zwei Monaten aushandelt, muss tragen.“ Seidleins Gemeinde habe zwar keine Finanzprobleme, als stellvertretender Amtsvorsteher könne sie jedoch nicht darüber hinwegsehen, dass sowohl Wackerow als auch Levenhagen in der Klemme stecken. „Es darf uns nicht egal sein, wie es mit Wackerow und Levenhagen weitergeht. Wir können nicht sagen, der Bürger hat entschieden und nun ist es eben so“, sagt Seidlein.

Auch Neuenkirchens Bürgermeister Frank Weichbrodt sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Die Probleme sind ja nicht vom Tisch. Wir haben in diesem Jahr 300 000 Euro Minus im Haushalt. Es ist bitter, wenn man für freiwillige Leistungen kein Geld mehr hat.“

Dargelin hatte sich für die Großgemeinde ausgesprochen. Bürgermeister Fred Feike hat nach dem Aus nun genug vom „Hickhack“ und den äußerst komplizierten Verhandlungen. Er könnte sich vorstellen, dass seine Gemeinde sich nun eher in Richtung Behrenhoff orientiert.

Die Gemeindevertreter in Dersekow werden auf der Sitzung am Mittwoch die Ergebnisse der Bürgerentscheide auswerten. „Wir müssen die Lage neu sondieren und ergebnisoffen gucken, wohin uns das führt“, sagt Robert Lossau, der stellvertretende Bürgermeister. Die Bürger in Dersekow hatten sich gegen die Großgemeinde positioniert. „Wir werden auch über kleinere Fusionen sprechen“, sagt Lossau.

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