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Wiecker fordern: Weg mit dem Superpoller!

Wieck Wiecker fordern: Weg mit dem Superpoller!

Nach der Pannenserie an der Klappbrücke soll die Stadt eine Kehrtwende vollziehen. Bürger verlangen einfachere Technik und die Rückkehr zur Jahrespauschale.

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Eines wollen die protestierenden Wiecker auf keinen Fall: die Sperrung der Brücke für den Verkehr.

Quelle: Peter Binder

Wieck. Nach der Pannenserie mit der technisch komplizierten Polleranlage an der Wiecker Brücke verlangen Bürger nunmehr die Rückkehr zu einer weniger aufwendigen Zufahrtsregelung. Mit einer kurzzeitigen Sperrung der Überführung demonstrierten Dutzende Einwohner von Wieck am Sonnabend „für einen Poller, der funktioniert“ und gegen die aus dem Ruder gelaufene technische Aufrüstung.

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Seit der Poller denken soll,funktioniert er nicht mehr.“Susanne Wiest, Wiecker Bürgerin

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Was gemeint ist, erläuterte Sebastian Heiden von der Arbeitsgemeinschaft Wiecker Brücke so: „Früher galt: Wer in Wieck wohnte oder dort arbeitete, konnte für eine Jahrespauschale einen Chip zum Absenken des Brückenpollers erwerben. Das ging jahrelang gut.“ Dann aber hätte die Stadt begonnen, jede Fahrt einzeln abzukassieren, sei die Polleranlage deshalb technisch aufgerüstet worden. Mit dem Ergebnis, dass sie nun nicht mehr funktioniere. „Seit der Poller denken muss, versagt er“, bilanziert die Wieckerin Susanne Wiest „die Fehlentwicklung der letzten Jahre“. Die Stadt habe mehr Geld einnehmen wollen und bekomme jetzt erstmal weniger. Denn auch wenn die Wiecker Bürger bereits soundso viele Überfahrten gekauft hätten, könnten sie aufgrund des defekten Pollers die Brücke seit Wochen uneingeschränkt befahren, ohne dafür löhnen zu müssen.

In Wieck macht inzwischen ein Spottlied die Runde. Gerlinde Schnell hat es vor Jahren mal getextet. Die SPD-Frau, die einst im Landtag saß, protestierte schon einmal in aller Öffentlichkeit gegen ihrer Meinung nach fragwürdige Neuerungen an der Brücke. „2006 war das. Damals beschloss die Stadt, die Jahrespauschale für die Brückennutzung abzuschaffen und stattdessen jede Überfahrt mit einer Gebühr zu belegen.“ ,Wir protestieren, wir hören nicht auf, hebt endlich eure Beschlüsse auf‘, sangen Schnell und Hunderte andere Bürger seinerzeit. Vergeblich, das Lied verschwand in der Schublade.

Am Sonnabend nun wurde es wieder rausgeholt. Und auch am kommenden Sonnabend wollen Wiecker es an der Brücke anstimmen. Denn der Protest soll weitergehen. „Am 16. September kommt die Bürgerschaft zusammen. Bis dahin wollen wir öffentlich kundtun, dass wir mit der jetzigen Lösung nicht einverstanden sind“, erklärt Winfried Arndt, der einige Jahre lang in der Ortsvertretung mitarbeitete. Nach Meinung von Gerlinde Schnell kann das Hickhack um die Brücke nur mit der Bevölkerung gelöst werden. „Die Stadt müsste eine Einwohnerversammlung anberaumen.“

Winfried Arndt verweist auf ein Gutachten des Technischen Überwachungsvereins. Demzufolge leide die Brücke weniger am Autoverkehr als an ihrer häufigen Öffnung für Segler. „Zurzeit“, weiß Arndt, „gibt es elf Brückenzüge täglich.“ Im Unterschied zu Autofahrern müssten Bootsführer nichts für die Passage bezahlen. Der Ryck, hieße es zur Begründung, sei eine öffentliche Wasserstraße. Gerecht, sagt Arndt, gehe anders.

 

 

Sven Jeske

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