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Wieder Brände: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Greifswald Wieder Brände: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Mann abends freigelassen / Flammen brachten Menschen in Gefahr

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Nahe Unibibliothek und Arboretum brannte diese 40 mal 12 Meter große Baracke nieder. FOTO: PETER BINDER

Greifswald. Einer oder mehrere Brandstifter haben erneut in Greifswald gewütet und dabei auch Menschen in Gefahr gebracht. Nur drei Wochen nach der letzten Brandserie sind von Dienstagabend bis gestern früh vier Bauten in verschiedenen Stadtteilen in Flammen aufgegangen.

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Mann abends freigelassen / Flammen brachten Menschen in Gefahr

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„Das ist höchst kriminell! Unser Leben hier ist jetzt erstmal anders.Frank Hildebrandt (51),

Brandopfer

Im dichtbewohnten Eldenaer Gartenweg entgingen Menschen gestern früh nur knapp einer Katastrophe. Kurz nach drei Uhr waren meterhohe Flammen zwischen zwei eng stehenden Reihenhauskomplexen emporgeschossen. Zuvor hatten Anwohner einen lauten Knall vernommen. Laut Brandursachenermittler war dieses Feuer absichtlich ausgelöst worden, ebenso wie drei andere. Irgendwer hatte einen Wohnwagen angesteckt, der ganz dicht an einem Wohnhaus unter einem Carport stand.

Frank Hildebrandt, vom Feuer in Eldena direkt betroffen, kann das Geschehene noch gar nicht fassen. „Ich wohne seit 25 Jahren im Gartenweg. Ein Brand ist hier noch nie gelegt worden“, sagt er. „Das ist höchst kriminell.“ Ein lautes Knacken hatte den 51-Jährigen zwischen viertel und halb vier am Morgen aus dem Schlaf gerissen. „Als ich die Augen öffnete, war es taghell, obwohl die Vorhänge zugezogen waren.“ Nachdem er realisiert hatte, dass der Carport am nur wenige Meter entfernten Nachbarhaus lichterloh brannte, rannte Hildebrandt hinaus, um zunächst seine dicht beistehenden Autos wegzufahren. Die Hitze war so stark, dass mehrere Fensterscheiben seines und des Nachbarhauses rissen. Auch die Fassaden wurden beschädigt. „Unsere Nachbarn, wir und andere mussten ihre Häuser verlassen“, erzählt er. Derweil waren Feuerwehrmänner bemüht, die Flammen schnell in den Griff zu bekommen. Den Carport und den Wohnwagen darunter konnten sie nicht retten, wohl aber Schlimmeres verhindern.

Das erste der vier Feuer war am Dienstag kurz nach 20 Uhr in einem leerstehenden Haus in der Brinkstraße gelegt worden. Das Haus grenzt zum einen an ein bewohntes mehrstöckiges Gebäude, zum anderen an die Polizeidienststelle. Am gleichen Tag um 21.38 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einem gleichfalls leerstehenden Haus in der Wolgaster Straße 4 gerufen. Gestern früh um 2.45 Uhr brannte dann eine zum Abriss bestimmte Baracke am Arboretum ab, keine 200 Meter von der Unibibliothek entfernt.

Laut Rettungsleitstelle des Kreises waren insgesamt 58 Feuerwehrmänner im Einsatz, um alle vier gelegten Brände zu löschen. 13 Männer der Berufswehr wurden von 45 Freiwilligen aus Greifswald und den Gemeinden Dersekow, Weitenhagen und Neuenkirchen unterstützt. „Ihnen allen gilt unser Dank“, hieß es gestern aus der Stadtverwaltung.

Die Polizei schließt nicht aus, dass es bei diesen Bränden einen Zusammenhang mit den zurückliegenden vor drei Wochen gibt. Gestern schien es zunächst, als seien die Ermittler einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Eine Streife nahm am frühen Morgen einen verdächtigen Mann fest. Der sei unweit einer kurz zuvor am Arboretum in Brand gesteckten Baracke angetroffen worden, hieß es. Er soll versucht haben, sich der Kontrolle zu entziehen. Doch am Abend machte sich dann Ernüchterung breit: Man habe dem Mann keine Tatbeteiligung nachweisen können, weshalb er wieder entlassen worden sei, teilte die Polizei mit. Sie setzt nun weiter auf die Befragung von Zeugen.

Sven Jeske

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