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Greifswald Wiederbelebung: 1200 Laien geschult
Vorpommern Greifswald Wiederbelebung: 1200 Laien geschult
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00:00 29.08.2017
Greifswald

„Die 1200 ist geschafft“, verkündet Prof. Klaus Hahnenkamp, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Greifswald, voller stolz. Gemeint sind damit 1200 Laien, die mit Hilfe des Projektes „Land|Rettung“ in den vergangenen Monaten an Reanimationspuppen in Erster Hilfe bei einem Herzinfarkt geschult wurden. Das Vorhaben ist eine Gemeinschaftsaktion mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. „Wir haben jedes größere Fest im Landkreis genutzt, um die Gäste von der Wichtigkeit der schnellen Hilfe zu überzeugen“, schildert Hahnenkamp.

„Prüfen-Rufen-Drücken“, so lautet die Abfolge bei der Laienreanimation. Zunächst muss geprüft werden, ob der Betroffene noch ansprechbar ist und atmet. In einem zweiten Schritt muss der Notruf, die 112 gewählt werden (rufen). Bis zum Eintreffen des Rettungswagens muss eine Herzdruckmassage vorgenommen werden – fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs und mindestens 100 Mal pro Minute. Mit diesem Anliegen seien die Projektmitarbeiter nach den Worten des Klinikchefs überall auf offene Ohren gestoßen. „Viele von ihnen haben in der eigenen Familie erlebt, wie wichtig schnelle Hilfe ist“, so der Professor.

Mit dem großen roten „Prüfen-Rufen-Drücken“ Zelt waren die Retter beispielsweise auf dem 13. Anklamer Hasenfest vertreten. „Mit der Landesmeisterschaft im Kuttereimern als sportliches Highlight und dem traditionellen Entenrennen ein vielseitiges Programm, und damit genau den richtigen Rahmen, um motivierte Passanten aus allen Altersgruppen für eine Schulung zu gewinnen“, sagt Hahnenkamp.

Geschult wurde auch bei den Hafentagen in Wolgast, beim Bansiner Seebrückenfest, beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr in Greifswald, beim Schulfest des Ostseegymnasiums in Greifswald, im Teddybärkrankenhaus, bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft. Weitere Schulungen gibt es bei der 26. Leistungsschau der Uecker-Randow-Region am 9. September, zur Woche der Wiederbelebung vom 16. bis 23. September in Anklam, Ueckermünde, Heringsdorf, Pasewalk, Wolgast und Greifswald.

In der Hansestadt werden dann wieder Hunderte Greifswalder und Gäste der Stadt auf dem Marktplatz gemeinsam lebensrettende Maßnahmen üben. Dabei handelt es sich um die größte öffentliche Schulung dieser Art bundesweit. „Es ist das dritte Mal, dass wir die Veranstaltung auf dem Markt durchführen. Genügend Puppen zum Reanimieren sind vorhanden“, versichert der Chef-Anästhesist der Unimedizin.

Bis dahin soll auch der optimale Beat zum Puschen gefunden worden sein. Bislang drückten die Greifswalder „Lebensretter“ die Reanimationspuppen nach dem Takt des Bee-Gees-Hits „Stalin Alive“.

Professor Klaus Hahnenkamp möchte für die große Übung im Stadtzentrum in diesem Jahr aber einen eigenen Song präsentieren und hatte deshalb im Vorfeld Bands aufgerufen, einen „flotten Prüfen-Rufen-Drücken-Song zu kreieren. Ich bin schon gespannt, ob es geklappt hat“, sagt Hahnenkamp. Mit dem richtigen Rhythmus im Kopf falle es prinzipiell leichter, einem Betroffenen in einer Notsituation mit Herz-Druck-Massage zu helfen.

Cornelia Meerkatz

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