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Greifswald Wierschin: Mehr Züge nach Schwerin und Rostock
Vorpommern Greifswald Wierschin: Mehr Züge nach Schwerin und Rostock
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00:00 22.07.2016
Torsten Wierschin fährt sehr gern Rad. Jetzt will der Verkehrsexperte für die Grünen in den Schweriner Landtag. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Greifswald Zwischen Oberzentren wie Schwerin und Greifswald oder Rostock und Greifswald sollten mindestens im Stundentakt Züge so schnell fahren, dass sie mit dem Auto konkurrieren können. Das will Torsten Wierschin (42) durchsetzen, wenn er Landtagsabgeordneter wird. Wierschin ist Vorstandsmitglied im Verkehrsclub Deutschland, Landesverband Nordost, und kandidiert für die Grünen im Wahlkreis 20.

„Wir müssen bei den Knotenpunkten ansetzen“, sagt er. „Derzeit ist der Öffentliche Personennahverkehr unattraktiv.“ Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) setze Prioritäten beim Straßenbau und begünstige den Lkw-Verkehr. „Es wurde in den letzten 25 Jahren zu viel teure Infrastruktur geschaffen“, findet Wierschin. Die aktuell geforderte Ortsumgehung für Kemnitz, um die Lkw umzuleiten, lehnt er ab. „Besser wäre eine Tonnagebegrenzung.“ Das Land sollte sich konzentrieren und Straßen mit weniger als 5000 Kfz am Tag an die Kreise abgeben. Ganz unverständlich ist für Wierschin, dass es immer noch keinen Radweg gibt, der Greifswald und Stralsund verbindet. Er ist überzeugt, dass sich so ein Weg längst auf der alten B 96 oder straßenbegleitend an der B 96a hätte realisieren lassen. Für Wierschin ist klar, dass sich zur Umsetzung solcher Forderungen im Infrastrukturministerium etwas ändern müsste. „Dort ist eine Personalrochade nötig“, meint er.

Um die Wirtschaft des Landes voranzubringen, würde er ganz klar auf sanften Tourismus und Landwirtschaft setzen, antwortet Wierschin auf die Frage eines OZ–Lesers. Das von der Regierung propagierte Gesundheitsland MV sieht er dagegen skeptisch. „Das passt nicht zur gegenwärtigen Politik der Schließung von Krankenhäusern.“ Der Ökolandbau müsse ausgebaut werden, fordert der Politiker. Chancen sieht er in der nassen Landwirtschaft (Paludikultur), der Erzeugung von Biomasse in Mooren. Die Landwirtschaft müsse kleinteiliger und dezentraler werden, fordert Wierschin. Das sei auch im Sinne der Umwelt, weil beispielsweise die Güllemenge reduziert werde. Vereinfacht gesagt, sollte die gleiche Zahl von Tieren auf mehr Betriebe verteilt werden.

„Dafür muss das Land ein Unterstützungsprogramm auflegen“, fordert der Grünenpolitiker. „Das Geld ist ja gerade billig.“ Was den immer wieder und auch von ihm geforderten Aufbau von Verarbeitungsketten für landwirtschaftliche Produkte betrifft, verweist Wierschin auf Regionen, die das hinbekommen. Südtirol etwa.

Große Reserven sieht Wierschin bei der Information, der Beteiligung der Bürger bei Wirtschaftsvorhaben wie dem Bau neuer Windräder, um deren Akzeptanz zu erhöhen. Der Planungsprozess müsse transparenter und fairer laufen.

Wie er MV kulturell voranbringen wolle, hat ein weiterer OZ-Leser Wierschin gefragt. Antwort: „Das ist nicht so mein Thema. Ein guter Politiker muss gute Berater haben und nicht alles können.“ eob

Der Kandidat

Torsten Wierschin ist in Karlshagen aufgewachsen. Sein Vater hat als Landwirt gearbeitet. Er ist 42 Jahre alt, verheiratet und Vater dreier Kinder. Torsten Wierschin ist selbstständig.

2008wurde er Mitglied der Grünen und ist aktuell Schatzmeister sowie im Regionalen Planungsverband Vorpommern tätig.

2010kam der Kandidat nach Greifswald. Zuvor lebte der Bioinformatiker 20 Jahre in Dresden. An der Ernst-Moritz-Arndt-Universität hat Wierschin im letzten Jahr den Doktortitel erworben.

OZ

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