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Wildschwein-Plage: Helfen große Fallen im Stadtgebiet?

Greifswald Wildschwein-Plage: Helfen große Fallen im Stadtgebiet?

Die Jagdmethode mit den sogenannten Saufängen ist umstritten. Tierarzt Gustav Seils sieht darin eine gute Variante für Greifswald. OB Stefan Fassbinder (Grüne) lehnt sie ab.

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Gehen die Wildschweine in die Falle? Blick auf eine Saufang-Anlage.

Quelle: Stadtforstamt

Greifswald. Um Greifswalds Wildschweinproblem in den Griff zu bekommen, schlägt der Greifswalder Tierarzt Gustav Seils sogenannte Saufänge als Jagdmethode vor. Dabei handelt es sich um zehn mal zehn Meter große Metallkäfige. In ihnen wird Mais als Lockmittel platziert. Sobald Sauen, Bachen und Frischlinge im Käfig sind, fällt das Gitter zu.

„Die Tiere sind dann gefangen und müssen fachmännisch erlegt werden“, erklärt Seils. Seiner Einschätzung nach müssten im Stadtgebiet vier Saufänge errichtet werden, um dem Problem Herr zu werden. Er geht von mehreren Rotten mit je 15 bis 20 Wildschweinen aus, die im Stadtgebiet leben. Fast täglich rufen bei ihm besorgte Greifswalder an, die einen Rat brauchen, wie sie die Wildschweine wieder loswerden. „Vertreiben bringt nichts. Wegen des guten Futterangebote sind die Tiere am Tag darauf wieder da“, sagt Seils.

Auch Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) will gegen die stark steigene Population vorgehen. Saufänge im Stadtgebiet lehnt er jedoch ab. Sie als Jagdmethode einzusetzen, würde bedeuten, dass die Tiere im Stadtgebiet erschossen werden müssen. Die Gefahr, die damit für die Bevölkerung einhergeht, sei größer als die Gefahr, die von den in der Stadt lebenden Tieren ausgeht. Hierzu besteht Konsens bei allen Teilnehmern des Wildschwein-Gipfels im Januar. Neben Stadt und Landkreis waren das die Jagdgenossenschaft sowie Jagdpächter.

Im Landkreis wird bereits seit einigen Monaten mit der Methode gejagt. „Es wurden zehn Saufänge aufgestellt“, sagt Achim Froitzheim, Pressesprecher des Kreises, jedoch lediglich tief im Wald. Mit Saufängen im Stadtgebiet zu jagen, hält Froitzheim nicht für vertretbar. „Wir dürfen das nicht romantisch verklären“, sagt Froitzheim. Ein Jäger müsse die Tiere binnen weniger Sekunden erschießen. Sobald das erste Tier in dem Käfig tot oder verletzt zusammensacke, breche eine Panik unter den Tieren aus. Froitzheim weiß, dass die Methode unter den Jägern im Landkreis äußerst umstritten ist. Einige haben positive Erfahrungen gemacht. Andere lehnen sie strikt ab.

Statt Saufänge zu errichten, plant Fassbinder, ab 2019 Finanzen zur Wildschweinbekämpfung in den Haushalt einzustellen. Nach dem Vorbild eines Rostocker Projekts soll das Verhalten der Tiere untersucht und die genaue Zahl ermittelt werden. Die Tiere sollen zu Futterstellen außerhalb der Stadt gelockt und dort erschossen werden. Fassbinder wies bereits unmittelbar nach dem Wildschwein-Gipfel darauf hin, dass der Jagddruck außerhalb Greifswalds deutlich erhöht worden ist. Unterstützend helfe hierbei die Wildschwein-Prämie in Höhe von 25 Euro, die mittlerweile für den Abschuss eines Tieres gezahlt wird. Seit dem 11. Januar entfallen zudem die Standgebühren und Jagdbetriebskostenbeiträge auf Gesellschaftsjagden bei den Forst- und Nationalparkämtern.

Degrassi Katharina

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Ein Schild mit der Aufschrift „Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk“.

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