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Greifswald „Wir fühlen uns wie eine große Familie“
Vorpommern Greifswald „Wir fühlen uns wie eine große Familie“
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00:00 21.06.2016
Seit 1937 gehört die Erich-Böhmke-Straße 27/28 der Gemeinde. Die Gottesdienste finden mittwochs, 19.30 Uhr, und sonntags, 9.30 Uhr, statt.

Das älteste Gemeindemitglied ist fast so alt wie das Jubiläum. Mit ihren 94 Jahren hat Schwester Lorenz den größten Teil der 100-jährigen Geschichte der Neuapostolischen Kirche in Greifswald persönlich miterlebt. Der jüngste Gemeindenachwuchs ist im Dezember auf die Welt gekommen. Die rund 300 Mitglieder der Neuapostolischen Kirche feiern an diesem Wochenende das 100-jährige Jubiläum ihrer Gemeinde.

Rund 300 Mitglieder hat die Neuapostolische Kirche in Greifswald Am Wochenende feiert sie ihr 100-jähriges Jubiläum

50 bis 60 Personen kommen zu den Gottesdiensten am Mittwoch. Sonntags sind es 75 bis 90. Noch mehr werden zum Festgottesdienst am Sonntag erwartet. „Der Gottesdienst ist das tragende Element unseres Gemeindelebens“, sagt Gemeindevorsteher Michael Franke (56). Neben den regelmäßigen Gottesdiensten gibt es eine Weihnachtsfeier, ein Sommer- und ein Erntedankfest. Auch Radtouren oder ein Bowlingabend werden unternommen. „Wir fühlen uns wie eine große Familie“, sagt Franke. Das füreinander da sein stehe im Mittelpunkt. „Wir besuchen regelmäßig Gemeindemitglieder zu Hause, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in die Kirche kommen können“, erklärt Franke.

Er ist kein Theologe. Gemeindevorsteher ist man in der Neuapostolischen Kirche grundsätzlich im Ehrenamt. Dazu wurde er von einem Apostel beauftragt. „Mein Glaube befähigt mich dazu, die Gottesdienste zu halten“, sagt Franke. Er arbeite keine schriftliche Predigt aus, sondern spreche frei. „Ich möchte, dass sich die Gläubigen wohl fühlen, sich angesprochen fühlen und inneren Frieden finden“, erklärt der Gemeindevorsteher, der hauptberuflich im Textilgeschäft Jesske am Dom arbeitet.

„Die Bibel ist unsere Grundlage“, sagt Franke. Was die neuapostolische Kirche außerdem mit allen christlichen Kirchen verbindet, ist die Anerkennung der Dreifaltigkeit Gottes, also der Glaube an den Vater, an Jesus Christus als Sohn Gottes und an den Heiligen Geist. Die Apostel jedoch haben eine größere Bedeutung. Außerdem sind die neuapostolischen Christen überzeugt, dass Jesus Christus bald wiederkommen wird. „So wie er in den Himmel gefahren ist, wird er wieder in den Kreis der Kirche Christi kommen“, erklärt Franke. Diese „Naherwartung der Wiederkunft Jesus Christus“ bald erleben zu dürfen, macht für Helmut Strippel (68) das Besondere am Glauben aus. „Das fasziniert mich“, sagt Strippel. Er ist einer der wenigen, der nicht in eine neuapostolische Familie hineingeboren wurde, sondern alleine den Weg zum Glauben gefunden hat.

Neuapostolische Kirchen gibt es weltweit. Elisa Schwebs (23) hat bereits einige von ihnen besucht. „Die kulturellen Unterschiede auf der Welt sind groß. Aber das Gefühl, eine neuapostolische Kirche zu betreten, ist immer das Gleiche“, sagt Schwebs, die in Greifswald studiert und mit der Kirchenjugendgruppe im vergangenen Jahr in Südafrika war.

Einen Blick in die Geschichte der Gemeinde zu werfen, heißt für die Mitglieder auch, sich an die DDR-Zeit zu erinnern. Damals war es deutlich schwieriger als heute, sich offen zum neuapostolischen Glauben zu bekennen. „Ich habe damals meinen Elektromeister gemacht und sollte groß rauskommen im Betrieb. Allerdings hätte ich dafür aus der Kirche aus- und in die Partei eintreten müssen. Das wollte ich nicht. Deswegen wurde mir mein Posten weggenommen“, erinnert sich Joachim Ramelow (71), der damals in Bad Doberan lebte. Für andere war es leichter. Norbert Paul (73) ist damals regelmäßig zum Gottesdienst gegangen. Sonntags habe er erst nach dem Gottesdienstbesuch den Mähdrescher bestiegen, um die Ernte einzufahren. „Das hat mir niemand verwehrt“, so Paul. „In der Wendezeit hat man gestaunt, wie viele auf einmal wieder Kirchen besuchten “, erinnert sich Karin Rohde (65), die gebürtig aus Pasewalk stammt.

Festwochenende: Sonnabend, 25. Juni, 10 bis 12 Uhr: Haus der offenen Tür, 15 Uhr Chorkonzert. Danach gemütliches Beisammensein. Sonntag 9.30 Uhr Festgottesdienst mit Apostel Jörg Steinbrenner, Gebietskirche MV

Kirchensitz

Seit 1937 ist der Sitz der Neuapostolischen Kirche Greifswald in der Erich-Böhmke-Straße 27/28. Die Gemeinde hat das Gebäude damals gekauft. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zwischenzeitlich als Lazarett genutzt. Als die Neuapostolische Kirche 1916 gegründet wurde, war die erste Versammlungsstätte in der Bleichstraße. Von 1918 bis 1922 wurden die Gottesdienste in der Bismarckstraße, heute Johann-Sebastian-Bach-Straße, danach in einem Haus am Platz der Freiheit, in der Knopfstraße und in der Goethestraße gehalten.

Katharina Degrassi

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