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„Wir müssen den ländlichen Raum wieder stärken“

Greifswald „Wir müssen den ländlichen Raum wieder stärken“

Marcel Falk aus Stolpe an der Peene ist Kommunalpolitiker durch und durch / Nun will er für die Linken in den Landtag gewählt werden

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Volksnah und pragmatisch – so agierte Marcel Falk bislang als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Stolpe.

Quelle: Foto:peter Binder

Greifswald. Eins steht schon mal fest: Sollte Marcel Falk in den Landtag gewählt werden, wäre er dort nicht zu übersehen. Mit einer Körpergröße von 2,02 Meter dürfte der Mann aus Stolpe an der Peene so gut wie alle Abgeordneten in Schwerin überragen.

Falk, 39, von kräftiger Statur, ist sich seiner Auffälligkeit bewusst. „Ich versuche, anderen Menschen mit einer freundlichen, netten Art zu vermitteln, dass man mit mir reden kann“, sagt er. Ein Kuscheltyp auf politischem Parkett werde er deshalb nicht sein. „Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen, man muss ja Gehör finden“, macht er deutlich.

Womöglich käme mit Marcel Falk ein neuer Politikertyp ins Schweriner Schloss. Zwar kandidiert er für die Linkspartei, doch ist er nicht ihr Mitglied und erweckt auch nicht den Eindruck, es alsbald werden zu wollen. „Ich will in den Landtag, weil ich etwas für meine Heimatregion erreichen möchte und nicht für eine Partei“, stellt er klar. Für die Linken habe er sich aufstellen lassen, „weil die sich für die Belange kleiner ländlicher Gemeinden mehr eingesetzt haben als andere Parteien“.

Falk sollte es wissen. Er ist seit zwölf Jahren Bürgermeister in Stolpe unweit von Anklam. Zwar stehe dieser Ort aufgrund seiner Lage (Peene) und Besonderheiten (Bootshafen, Vier-Sterne-Hotel, Gourmetrestaurant, Naturparksitz) gut da. Viele andere im ländlichen Raum aber, so sein Eindruck, verkämen mehr und mehr zum Wolfserwartungsgebiet. Den Kurs der aktuellen SPD/CDU-Regierung, vor allem städtische Zentren zu stärken, hält Marcel Falk „für einen riesigen Fehler“. Bei dieser Wahrnehmung fielen ganze Gebiete hinten runter. In nicht wenigen Orten seien für die Menschen wichtige Versorgungsstrukturen nicht mehr vorhanden. „Es gibt hinreichend Analysen und Daten: Man weiß doch, welche Flecken im Land stark und welche schwach sind. Die Politik sollte bestrebt sein, die Kluft etwas zu schließen. Nicht jedes Dorf kann einen Arzt haben, aber es darf sich keiner benachteiligt fühlen.“

Ein neues Finanzausgleichgesetz sollte den vielerorts armen Kommunen mehr Luft verschaffen, meint Falk. Das Land müsse auf die erdrückende Abgabelast der Gemeinden reagieren und sie mildern. Die unlängst von SPD und CDU beschlossene Gemeindegebietsreform hält Marcel Falk für verfehlt. „Weil der Zusammenschluss von Gemeinden das Zugehörigkeitsgefühl der Bürger schwächen dürfte und damit auch ihre Bereitschaft, sich für kommunale Belange zu engagieren.“

Marcel Falk ist überzeugt: „Eine kontinuierliche, verlässliche finanzielle Ausstattung von Gemeinden ist eine Garantie für den Wahlerfolg von Parteien.“ Sollte er in den Landtag kommen, werde er sich dafür einsetzen. Unabhängig wolle er sein und allein dem eigenen Gewissen verpflichtet. „Fraktionszwang lehne ich ab“, stellt der Zwei-Meter-Mann klar. Weht da ein neuer Wind in den Landtag?

Biographisches

Marcel Falk (39) ist seit 16 Jahren kommunalpolitisch aktiv, 12 Jahre davon als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Stolpe an der Peene. Zudem steht er dem von mehreren Gemeinden gegründeten Verein „Vorpommersche Dorfstraße“ vor und leitet die Arbeitsgruppe „Flusslandschaft Peenetal“ für das EU-Förderprogramm Leader. Beruflich kümmert sich Falk, gelernter Verwaltungsfachangestellter, im Namen des Landkreises um das neue Flüchtlingsheim in der Greifswalder Brandteichstraße. Mit der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften hatte er auch zuvor beim Kreisverband Greifswald der Volkssolidarität zu tun.

Sven Jeske

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