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Greifswald „Wir wollen selbstständig bleiben“
Vorpommern Greifswald „Wir wollen selbstständig bleiben“
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08:03 15.03.2018
Neue Lampen säumen die Ortsdurchfahrt Potthagen-Weitenhagen: Eine Sanierung der Kreisstraße durch Potthagen soll folgen. Quelle: Foto: Oz

Die Chancen für die Bildung einer Großgemeinde Landhagen sind stark gesunken. Dersekow ist ausgestiegen, Neuenkirchen zögert. Fühlen Sie sich dadurch bestätigt, nicht zu fusionieren?

Bürgermeisterin Janina Jeske (parteilos) sieht keinen Grund zum Fusionieren. Weitenhagen sei leistungsfähig und gut aufgestellt mit einem aktiven Dorfleben. „„Wir wollen die Demokratie vor Ort erhalten und als Vertreter für unsere Bürger selbst entscheiden, wo repariert, investiert, sich engagiert wird!““, sagt sie.

Janina Jeske: Ja, ich bin sicher, die Gemeindevertretung hat richtig entschieden. Wir hatten jetzt eine ganz entspannte Einwohnerversammlung, zu der etwa 40 Bürger kamen. Dort haben wir begründet, warum wir selbstständig bleiben wollen.

Was sind denn die Gründe?

Wir sind laut Selbsteinschätzung mit 80 von 100 Punkten zukunftsfähig. Aber auch ohne diese durchs Gesetz aufgezwungene Einschätzung ist der Gemeindevertretung klar gewesen, dass wir eine leistungsfähige, gut aufgestellte Gemeinde mit einem aktiven Dorfleben sind. Wir wollen die Demokratie vor Ort erhalten und als Vertreter für unsere Bürger selbst entscheiden, wo repariert, investiert, sich engagiert wird! Für kleine Gemeinden mit weniger als 50 Punkten mag ein Zusammenschluss mit anderen sinnvoll sein, nur dann gleich das große Gebilde? Aber das ist Sache jeder Gemeinde.

Und was ist, wenn es in Zukunft keine finanziellen Spielräume mehr gibt?

Auch in der Einwohnerversammlung ging die Tendenz in so einem Fall zu einem Zusammenschluss mit Greifswald. Mit der Stadt verbindet uns viel.

Aber das ist ferne Zukunft – oder?

Richtig. Wir hatten im letzten Jahr etwa 700000 Euro Gewerbesteuereinnahmen, in der Regel sind es etwa 500000 Euro. Vor fünf Jahren sah es noch so aus, als ob wir die Kredite, die wir beispielsweise für unser Gewerbegebiet aufgenommen haben, bis 2046 abzahlen müssen. Dank Umschuldung und Zwischentilgung sind wir voraussichtlich 2021 fast schuldenfrei. Unser Finanzausschuss ist sehr fleißig und erfolgreich!

Sind denn im Gewerbegebiet Helmshagen noch Flächen frei?

Nur noch im hinteren Bereich. Aber auch dort gibt es schon Reservierungsanfragen. 2017 wurden vier Grundstücke an ansässige und andere Unternehmen verkauft. In Helmshagen wird es neu eine Dachdeckerei, eine Selbsthilfewerkstatt und Caravanstellplätze geben.

Sie hatten sich für 2017 viel vorgenommen und haben mit Hilfe von Fördermitteln 140000 Euro in die Erweiterung des Dörphus investiert. Wann wird es übergeben?

Die Bauabnahme ist gerade erfolgt. Die große Feier zur Eröffnung steigt am 14. April. Allerdings fehlt noch eine ordentliche Zufahrt zum Dörphus. Leider gibt es wahrscheinlich keine Förderung. Wir bauen jedoch auf jeden Fall und stellen 117000 Euro dafür bereit.

Und was wird aus dem geplanten neuen Funktionsgebäude am Sportplatz?

Wir hoffen, dass diese 466000-Euro-Investition in diesem Jahr begonnen wird. Gegenwärtig fehlt noch die baufachliche Prüfung durch den Kreis. Das Geld kommt zu je einem Drittel vom Wirtschafts-, vom Innenministerium und der Gemeinde.

Der Gehweg an der Hauptstraße wird weitergebaut?

Stimmt. Der dritte Bauabschnitt gegenüber dem Sportplatz soll realisiert werden. Dafür stehen 110000 Euro im Haushalt zur Verfügung. Baumgutachter Gernot Hübner hat die letzte Hürde beseitigt.

Die 15 Linden am Weg können erhalten werden. Dafür werden die Wurzeln durch wasserdurchlässiges Epoxidharz geschützt. Mit Hilfe von Fördergeldern für den Öffentlichen Personennahverkehr sollen noch das letzte Stück Gehweg der Buswendeschleife saniert und der Wartebereich behindertengerecht gestaltet werden.

Die Schüler aus Klein Schönwalde müssen von hier aus derzeit das letzte Stück zu Fuß gehen, weil kein Bus nach Klein Schönwalde fährt. Der Weg ist unbeleuchtet.

Das wollen wir in den nächsten Jahren durch die Aufstellung von Straßenlaternen ändern.

Werden das LED-Leuchten sein?

Womöglich, die Umstellung in Helmshagen, Potthagen und Weitenhagen auf LED ist beendet. Die Bürger loben, dass es jetzt so hell ist. Wir haben fast die Hälfte der nötigen 127000 Euro getragen. Die Fördermöglichkeiten für LED wollen wir für weitere Straßenzüge nutzen.

Wann kommt Grubenhagen an die Reihe?

Der Ortsteil braucht erst einmal mehr Licht. Wir wollen Lampen, die wegen der LED-Umstellung nicht mehr benötigt werden, an den vorhandenen Masten installieren. Die Umstellung auf LED ist geplant, wenn der Stromversorger die oberirdischen Leitungen in den Boden verlegt. Darüber wollen wir mit der Eon-Edis reden.

Warum ist aus der Sanierung eines Löschteiches nichts geworden?

Mit den geplanten 5000 Euro war das nicht zu machen. Der Schlamm ist belastet und müsste deponiert werden. Das hätte insgesamt über 10000 Euro gekostet. Der Teich bleibt ein Biotop.

Aber damit ist das Problem fehlenden Löschwassers nicht gelöst.

Wir wollen deshalb wie die Behrenhoffer Brunnen in Helmshagen I und II bohren.

Wann kommt das neue Löschfahrzeug, 2017 war geplant?

Wir wurden auf dieses Jahr vertröstet. Unser Finanzierungsanteil von 116000 Euro steht. Ich hoffe sehr, dass wir das neue Auto in diesem Jahr übergeben können. Unser jetziges Fahrzeug ist mit seinen fast 50 Jahren ein Oldtimer.

Interview: Eckhard Oberdörfer

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