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Greifswald Wirklich weniger Lärm durch Tempo 30 in der Nacht?
Vorpommern Greifswald Wirklich weniger Lärm durch Tempo 30 in der Nacht?
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00:00 12.07.2018
Greifswald

Um gesundheitsgefährdenden Lärm zu verringern, hat die Stadtverwaltung in zahlreichen Hauptverkehrsstraßen nachts Tempo 30 eingeführt. Hierzu zählen die Wolgaster, die Stralsunder und die Bahnhofsstraße. Nach fünf Jahren wird Bilanz gezogen, was diese und etliche weitere Maßnahmen gebracht haben. Der Lärmaktionsplan soll überprüft und fortgeschrieben werden, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung mitteilt.

Nach fünf Jahren muss Greifswald seinen Lärmaktionsplan überprüfen

Der Plan

Bürger werden gebeten, auf Probleme hinzuweisen und konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung vorzuschlagen. Den Fragebogen dazu kann man auf https://www.greifswald.de/de/.galleries/Amt-60-Stadtbauamt/60-Umweltamt/2018-06-11_Fragebogen-HGW.PDF finden.

Der Lärmaktionsplan steht im Internet unter: https://www.greifswald.de/de/wirtschaft-bauen-verkehr/umwelt-und-klimaschutz/immissionsschutz/

Hintergrund ist eine Vorgabe der Europäischen Union, das weniger gesundheitsgefährdenden Lärm in ihren Mitgliedsstaaten zum Ziel hat. Darum mussten die Gemeinden Lärmaktionspläne zur Reduzierung der Geräuschkulisse beschließen. Als Grundlage für die Fortschreibung werden aktuelle Lärmbelastungen an Straßen berechnet. Darin fließen zum Beispiel die Zahl der Fahrzeuge, der Anteil der Lkw, die zugelassene Höchstgeschwindigkeit und die Art der Straßenbeläge ein. Rasenmäherkrach wird dabei übrigens nicht berücksichtigt.

Vor allem sind aber die Bürger gefragt, um ihre Erfahrungen zu schildern und Vorschläge zu unterbreiten (siehe Kasten).

Die Bürgerschaft hat mit dem Lärmaktionsplan 2014 fünf sogenannte Kernmaßnahmen beschlossen, damit es tags (Grenzwert 70 Dezibel) und nachts (Grenzwert 60 Dezibel) keine oder zumindest weniger gesundheitsgefährdende Lärmbelastungen gibt. Neben den nächtlichen Tempo-30-Zonen ist Kernmaßnahme zwei der Bau einer Radstation am Bahnhof und neue Abstellmöglichkeiten in Greifswald-Süd.

Schnittstellen mit Bahn und Bus sollten geschaffen werden, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und Räder zu erleichtern. Am Bahnhof fehlt noch die Radstation, die aber 2019 in Betrieb genommen werden soll.

Ferner steht die Weiterentwicklung der Radachse in West-Ost- Richtung im Lärmaktionsplan. Positive Beispiele sind die Asphaltierung der Blumstraße und die geplante Umgestaltung in der Mühlenstraße.

Auch die seit über einem Jahrzehnt teilweise heiß diskutierte Diagonalquerung für Radler auf der Europakreuzung steht etwas versteckt im Lärmaktionsplan. Denn in dem Abschnitt zur Ost-West-Rad-Achse heißt es, dass die Querung für Radler über den Liebknechtring und die Rathenaustraße sowie die Europakreuzung erleichtert werden soll. Die Diagonalquerung steht seit 2010 im Radwegeplan. Das Projekt wird sicher wieder aktuell, wenn die Europakreuzung umgestaltet werden muss. Experten befürchten, dass die Lichtsignalanlage am Platz der Freiheit nicht mehr lange hält.

An Protesten der Bürger gescheitert ist der vom für die Erarbeitung des Plans verantwortlichen Planungsbüros Hunger vorgeschlagene Zweirichtungsverkehr in der Goethestraße, um die Anwohner der Stephanistraße und eines Teils der Langen Reihe zu entlasten.

Eine weitere Kernmaßnahme war die Entlastung der Friedrich-Loeffler- und der Steinbrechstraße. Hier könnte die mögliche Umgehungsstrecke für Radler Richtung Campus Loefflerstraße am Hansering angeführt werden. Das Planungsbüro Hunger schlug schon damals die Verwandlung der Loeffler- in eine Radstraße vor. Aktuell wird das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich als Grundlage weiterer Planungen untersucht.

Kleinere Maßnahmen wie öffentliche Luftpumpen, Leihräder- und Carsharingangebote wurden umgesetzt, auch wenn gerade beim Carsharing noch Luft nach oben ist. Neue Straßenbäume und Schließung von Baulücken empfehlen die Planer ebenfalls.

Eckhard Oberdörfer

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