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2019 soll das Minus Geschichte sein

Greifswald 2019 soll das Minus Geschichte sein

Über 40 Einsparungsprojekte an der Unimedizin / Klinik soll wieder mehr Patienten anziehen

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Greifswald. Bis 2013 stimmte die Bilanz, dann kam der Einbruch. Die Unimedizin schreibt tiefrote Zahlen. 2014 betrug das Defizit 13,5 und 2015 sogar 14,3 Millionen Euro. Das soll nicht so bleiben, und der Weg zur schwarzen Null der Unimedizin im Jahre 2019 ist abgesteckt. Für 41 Einsparungsprojekte gibt es Maßnahmepläne. 13 Projektgruppen sollen für die Wende sorgen.

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Über 40 Einsparungsprojekte an der Unimedizin / Klinik soll wieder mehr Patienten anziehen

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Wir müssen es schaffen, die von uns erbrachten Leistungen schneller abzurechnen. Marie le Claire, Vorstand

Sparvorschläge kommen auch von Mitarbeitern

Als Kaufmann weiß ich, dass man Gewinne auch ein Stück weit manipuliereren kann. Steffen Fleßa, Professor

„Wenn wir nicht gegensteuern, dann beträgt das Minus im Jahre 2019 sogar 22 Millionen Euro“, verdeutlichte der Kaufmännische Vorstand Marie le Claire bei einem Vortrag im Haus der Wirtschaftswissenschaften in der Loefflerstraße. Das lasse sich unter Berücksichtigung der sich weiter öffnenden Schere zwischen Vergütungen für Behandlungen und den Personalkosten prognostizieren.

Le Claire sprach in der Reihe „Aktuelle Probleme der Gesundheitswirtschaft“. Veranstalter sind die Lehrstühle von Steffen Fleßa (Gesundheitsmanagement) und Walter Ried (Finanzwissenschaft). Marie le Claire ist seit dem ersten Januar dieses Jahres Kaufmännischer Vorstand. Von 2002 bis Ende 2014 war das Gunter Gotal. Ihm folgte 2015 kommissarisch Sylvia Langer.

„Als Kaufmann weiß ich, dass man Gewinne ein Stück manipulieren kann“, sagte Steffen Fleßa. Vielleicht sei der 2014 ausgewiesene Verlust schon in der Vergangenheit akkumuliert worden. Auch könnten zu lange Wege und die schlechte Energieeffizienz im neuen Haus Ursachen für die Probleme sein, meinte der Professor.

Marie le Claire hat eine genaue Analyse für den Übergang 2013/14 noch nicht vorgenommen. Der neue Bau, der sei nun mal so, wie er sei, setzte sie hinzu. Das Defizit dürfe aber nicht bleiben. „2014 erreichten 52 Prozent der deutschen Unikliniken ein mindestens ausgeglichenes Ergebnis“, sagte der Kaufmännische Vorstand. „2015 waren es sogar 67 Prozent.“ Das satte Minus könne also nicht allein mit einer viel zu schlechten Vergütung der Krankenhausleistungen begründet werden. Es sei ja schon ein Vorteil, dass eine Landeseinrichtung anders als Krankenhäuser privater Träger keinen Gewinn erwirtschaften müsse, gab le Claire zu bedenken.

Die Ursachen der Probleme lägen schon in der Vergangenheit. Ihre Analyse: Es gab wenig Problembewusstsein, die Transparenz der einzelnen Prozesse und die Information der Mitarbeiter waren unzureichend. Und die Verwaltung müsse Richtung Managementstrukturen verändert werden. „Als ich kam, berichteten mir 18 Personen in der Woche“. Wenn man für jeden Termin eine Stunde annehme, seien schon 18 Stunden der Arbeitswoche weg, verdeutlichte le Claire. Jetzt sind es nur noch sieben Berichte pro Woche.

Es soll nicht nur gespart werden. Das Klinikum müsse mehr Einnahmen erzielen. Im Vergleich mit den anderen Häusern Mecklenburg-Vorpommerns hat das Uniklinikum Greifswald Patienten verloren, informierte le Claire. 2012 betrug der Marktanteil noch 9,2 Prozent, im letzten Jahr waren es nur 8,8 Prozent. Das erkläre, warum 2015 im Vergleich mit 2014 nur 0,8 Prozent mehr Erlöse erzielt wurden, obwohl die Landesbasisfallrate um 2,4 Prozent stieg. Diese ist maßgeblich für die Vergütung von Krankenhausleistungen. Künftig sollen 4,7 Millionen Euro mehr Erlöse erzielt werden. Um das zu erreichen, will das Klinikum besser mit den Ärzten der Region zusammenarbeiten und die Abrechnung von Leistungen verbessern.

Gespart werden soll in vielen Bereichen. Zum Beispiel: 6,8 Millionen Euro beim Personal, bei Forschung und Lehre zwei Millionen, bei Laborleistungen drei Millionen und 3,8 Millionen durch bessere Ressourcennutzung. Ein besseres Bettenmanagement, eine bessere Nutzung von Flächen soll ebenfalls viel Geld bringen. Das wird voraussichtlich mittelfristig dazu führen, dass einzelne Kliniken zugunsten anderer Betten abgeben. Die Palette der Einsparmöglichkeiten reicht bis zu Grünflächenpflege, Reinigung, Krankentransporten im Innern des Hauses und den Wartungsverträgen.

Die Mitarbeiter haben schon 55 Sparhinweise gegeben, darunter 14 anonym, die zum Teil bereits umgesetzt wurden.

Eckhard Oberdörfer

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