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„Alles steht auf soliden Füßen“

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Usedoms Bürgermeister und die Chefs des Süd-Amtes beantworten Fragen zum geplanten Hafenausbau

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Segelboote, die jetzt in Usedom liegen. Das alte Hafenbecken wird verfüllt, es entsteht aber ein neues, größeres für Gast- und Dauerlieger.

Usedom Der erste Spatenstich ist erfolgt, da machen neuerlich grundsätzliche Zweifel am und Fragen zum „Usedomer-See-Zentrum“ im Stadthafen der Kleinstadt die Runde.

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Usedoms Bürgermeister und die Chefs des Süd-Amtes beantworten Fragen zum geplanten Hafenausbau

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In Briefen an Stadtvertreter, Behörden, die Staatsanwaltschaft und den Landesrechnungshof werden angebliche Finanzierungsprobleme ebenso wie der Vorwurf von Steuergeldverschwendung thematisiert. Die OZ sprach darüber mit den Verantwortlichen in Usedom.

OZ: Herr Storrer, fangen wir mit den einfachen Fragen an. Was sagen Sie als Bürgermeister zum Vorwurf, 84 Liegeplätze seien künftig viel zu viel?

Jochen Storrer: Richtig ist, dass es um 64 Gästeliegeplätze plus 30 Dauerliegeplätze geht. Und wir werden alles dafür tun, dass sie auch gut genutzt werden. Da sind wir als Stadt im Marketing natürlich gefordert.

OZ: Der Hauptvorwurf lautet, dass das Vorhaben mit 15,4 Millionen Euro viel zu teuer wird und sukzessive aus dem Ruder läuft ...

René Bergmann: Die Kosten für die reine Hafeninstandsetzung mit Steganlage, Spundwand usw., also den eigentlichen Wasserwanderrastplatz, liegen weiter bei den geplanten sechs Millionen Euro. Maßgebliche Kosten kommen jedoch hinzu für die Ausbaggerung der Wasserstraße, um größere Schiffe in den Hafen kommen zu lassen, für die Zuwegung zum Hafengebiet, also Straßenbau, sowie für das Bergen zweier großer Wracks. Alles das ist Bestandteil eines Gesamtprojektes, das vom Landesförderinstitut und vom Straßenbauamt geprüft und bestätigt worden ist.

OZ: Wie hoch sind denn die Belastungen, die auf die ohnehin schwächelnde Kommune zukommen?

Bergmann: 90 Prozent der Gesamtkosten übernimmt das Wirtschaftsministerium, 90 Teile der restlichen zehn Prozent kommen aus dem Kofinanzierungstopf des Innenministeriums. Also ist die Gemeinde mit einem Prozent beteiligt.

Storrer: Das sind 150 000 Euro. Und die sind im Haushalt für 2017 eingestellt. Wir werden uns als Stadt daran also nicht verheben. Alles steht auf soliden Füßen.

Karl-Heinz Schröder: Wir bekommen diese großzügige Förderung vom Land übrigens vor allem deshalb, weil Usedom inzwischen die einzige Kleinstadt am Wasser in Vorpommern ist, die keinen vernünftig ausgebauten Hafen hat. Das wird sich nun bald ändern.

OZ: Schlagen auch Ausgleichsmaßnahmen zu Buche?

Bergmann: Natürlich. Und zwar nicht wenig, etwa 660 000 Euro netto. Wir zahlen auf verschiedene Öko-Konten ein und bauen zwei Fischotterquerungen und eine Fischotterinsel.

OZ: Ist der Wasserwanderrastplatz denn künftig überhaupt wirtschaftlich zu betreiben?

Bergmann: Unsere Berechnungen im Zusammenhang mit sämtlichen anfallenden Betriebskosten sagen eindeutig „Ja“. Und das bei einer Grundlage von nur 40 Prozent Auslastung und über fünf Jahre betrachtet. Auch dies hat das Landesförderinstitut geprüft.

OZ: Ist der Bedarf für solch einen Platz in dieser Lage überhaupt da?

Storrer: Ja, die Segler wollen in den Usedomer See und nach Usedom, diesen Wunsch haben wir in vielen Gesprächen vernommen. Auch die Personenschifffahrt zeigt Interesse. Dafür war ich schon bei mehreren potenziellen Partnern.

Schröder: Dazu kommt ja, dass wir die Altstadt von Usedom wieder beleben und voranbringen wollen. Und mit mehr Geschäften, mehr Gästen, maritimem Gewerbe am Hafen ist das durchaus aussichtsreich. Bislang kränkelt doch unsere schöne, kleine Stadt.

Storrer: Der Belebung dient auch unsere Idee, sämtliche über Usedom verlaufende Radwege über den neuen Hafen laufen zu lassen. Sogar der geplante Steg nach Paske wird für Radfahrer nutzbar sein.

OZ: Wie wird sich denn der neue Hafen darstellen?

Bergmann: Das alte Hafenbecken wird verfüllt, dann entsteht de facto davor ein neues. Mit einem großen Wellenbrecher, 30 Meter tiefen Spundwänden und Verankerungen; immerhin haben wir jetzt an manchen Stellen 20 Meter tiefen Schlamm, der ausgebaggert werden muss. Übrigens: Nur das alte Hafenbecken zu sanieren, wäre eine sehr schwierige und auch mindestens 1,5 Millionen teure Angelegenheit geworden. Es ist auf sogenannten Pfahlrosten aufgebaut. Auf seiner Fläche wird nach dem Verfüllen ein Areal für Spiel und Erholung entstehen.

OZ: Ist schon klar, wer auf der stadteigenen Fläche die gastronomische Nutzung übernehmen wird?

Storrer: Es gibt einen Pacht-Interessenten; aber ich verhehle nicht, dass uns als Stadt ein Investor lieber wäre. Hinzu kommen ja auch weitere Möglichkeiten, sich künftig an diesem Areal anzusiedeln.

OZ: Wie lange wird gebaut?

Storrer: Ich hoffe, aber das ist jetzt optimistisch gedacht, dass wir in zwei Jahren fertig sind. Ich möchte den Hafen noch gern eröffnen.

Steffen Adler

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