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Greifswald Anwohner protestieren gegen Funkturm
Vorpommern Greifswald Anwohner protestieren gegen Funkturm
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07:27 28.03.2014
Rund 100 Anwohner haben gegen den Funkturm unterschrieben, der auf diesem Gelände stehen soll.

Alles rechtens und trotzdem ein mächtiger Aufreger: Die Deutsche Funkturm GmbH, 100-prozentige Tochter der Telekom, will in Kürze Am Neuen Friedhof 2 einen 45 Meter hohen Mobilfunkmast errichten. Das sorgt für massiven Protest. „Wir sind alle erschüttert und erbost“, spricht Dirk Meißner für etwa 100 betroffene Anwohner, die ihre ablehnende Haltung mit einer Unterschriftenaktion bekräftigen.

Den Antrag auf Errichtung einer Mobilbasisstation stellte das Unternehmen bei der Stadt bereits im November 2012. Dem folgte ein Baugenehmigungsverfahren — fernab jeglicher Öffentlichkeit, weil es sich um ein privates Grundstück handelt. Das gehört Benno Schulz, der dort ein Autohaus betreibt. Da dem Vorhaben weder öffentlich-rechtliche Vorschriften noch zu schützende nachbarliche Belange entgegenstünden, heißt es auf OZ-Anfrage aus dem Rathaus, „wurde am 14. Mai 2013 die Baugenehmigung erteilt“.

„Wir waren total entsetzt“, sagt Dirk Meißner, der Am Neuen Friedhof 6 mit seiner Familie lebt und arbeitet. Ende Februar erfuhr er rein zufällig vom geplanten Funkturm. Eine Baugrunduntersuchung auf dem betreffenden Grundstück machte ihn neugierig. Was er dann hörte, konnte er kaum glauben und erinnerte ihn an den schon fast vergessenen Besuch eines Telekommitarbeiters. „Auch bei uns hatten sie mal angefragt, ob sie einen Funkturm errichten können“, berichtet Kathrin Meißner. Die Familie lehnte dies jedoch ab: „Natürlich beteuern die Unternehmen, dass es keine gesundheitlichen Schäden für die Anwohner gebe und Grenzwerte für Strahlung eingehalten würden“, sagt Dirk Meißner. „Aber was ist mit der Dauerbelastung? Deren Langzeitfolgen wurden doch noch gar nicht ausreichend erforscht“, gibt der Landschaftsgärtner zu bedenken.

Das sieht auch Katja Bölckow so, die im Wohngebiet Galgenkampwiesen lebt. Die dreifache Mutter sorgt sich ebenfalls um die Gesundheit ihrer Familie, lehnt den Mobilfunkmast deshalb kategorisch ab und steht mit dieser Auffassung neben vielen anderen.

„Unser Protest richtet sich nicht gegen den Mobilfunk, sondern die Standortwahl“, schließt sich Nachbar Ralf Stenzel der Kritik an. Auch wenn immer wieder behauptet würde, die Technik sei ungefährlich — einen Beweis gebe es dafür nicht. „Die Angst um die Gesundheit bleibt“, sagt Stenzel. Ganz zu schweigen von der Abwertung der betroffenen Grundstücke, nennt Dirk Meißner einen weiteren Grund, der gegen den Mast spräche. Denn wer wolle schon neben einem Funkturm leben?

All diese Einwände lassen Grundstückseigentümer Benno Schulz nicht kalt. „Ich habe deshalb den Vertrag mit dem Unternehmen am Mittwochabend gekündigt“, erklärt er gestern auf OZ-Nachfrage. Der große Protest habe ihn dazu bewogen. „Schließlich möchte ich hier keinen Nachbarschaftskrieg“, sagt der Autohausbesitzer. Als er den Vertrag unterzeichnete, sei er sich dieser ablehnenden Haltung gegen Funktürme nicht bewusst gewesen. Sollte die Deutsche Funkturm GmbH nun ihre bisherigen Aufwendungen für die Baugrunduntersuchung und die Baugenehmigung erstattet haben wollen, „werde ich das um des lieben Friedens willen bezahlen“, versichert Schulz.

Das Unternehmen hielt sich gestern bedeckt: „Wir prüfen derzeit, wie wir mit der Entscheidung des Grundstückseigentümers umgehen. Mehr können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen“, erklärte Telekom-Pressesprecher Georg von Wagner auf Nachfrage.



Petra Hase

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