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Besiegelt: Swinemünde will bei Insel-Airport einsteigen

Heringsdorf Besiegelt: Swinemünde will bei Insel-Airport einsteigen

Die Umbenennung in „Heringsdorf Swinoujscie“ soll ein erster Schritt sein.

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Heringsdorf. Unter Blitzlichtgewitter und vor laufenden Kameras wurde gestern auf dem Heringsdorfer Flughafen ein wegweisendes Papier unterzeichnet. Es könnte dem Inselairport künftig mehr internationale Beachtung bringen.

Landrätin Barbara Syrbe (Vorpommern-Greifswald/ Die Linke), der Swinemünder Stadtpräsidenten Janusz Zmurkiewicz und Flughafengeschäftsführer Dirk Zabel setzten vor Vertretern der regionalen Wirtschaft und Kommunen ihre Unterschriften unter einen Kooperationsvertrag, der die größte Inselstadt künftig dichter in das Flughafengeschäft binden soll. Im ersten Schritt ist an eine Umbenennung in den „Flughafen Heringsdorf Swinoujscie“ gedacht.

Die Initiative dazu ging von einem Symposium im vergangenen Herbst in Bansin aus, bei dem unter anderem für die Bewirtschaftung des Usedomer Insel-Airports Reserven in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit ausgemacht wurden. Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz betonte am Rande der Vertragsunterzeichnung, dass die Swinemünder die Vorteile des nahen Flughafens schätzen würden.

2014 gab es von Heringsdorf aus zwei Linien nach Polen. Die polnische Gesellschaft Eurolot verband Usedom mit Warschau und Krakau. „Die Zusammenarbeit soll durch neue Ideen und Initiativen weiter entwickelt werden, um das Flughafengeschäft für Gäste der gesamten Insel auf das gesamte Jahr auszudehnen“, sagte Zmurkiewicz.

Der Stadtpräsident beschwichtigt allerdings Erwartungen, wonach in absehbarer Zeit polnisches Geld in den Flughafen fließen könnte. Gedacht sei eher an die finanzielle Unterstützung der Bewirtschaftung und des Marketings nach Heringsdorfer Vorbild. Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf unterstützt das Geschäft seit 2015 mit bis zu 125 000 Euro jährlich.

„Für die finanzielle Summen brauchen wir allerdings den Beschluss des Stadtrates. Die Umbenennung wäre da ein gutes Argument für eine Beteiligung“, so Zmurkiewicz. Außerdem rechnet der Stadtpräsident damit, dass der Flughafen durch die Benennung nach der größten Inselstadt wegen derer Bekanntheit in zahlreichen europäischen Ländern international stärker punkten kann.

Auch Airportgeschäftsführer Zabel sieht mit der Umbenennung die Chance auf Markterweiterung verbunden. „Der Tourismus in Swinemünde entwickelt sich derzeit enorm, daran wollen wir teilhaben.“ Bereits im vergangenen Jahr hätte es sich bei acht bis neun Prozent der insgesamt 18500 Flugreisenden um polnische Gäste gehandelt. Hinzu kämen Flugreisende aus anderen Destinationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über den Heringsdorfer Flughafen nach Swinemünde einfliegen würden, so Zabel.

Für Landrätin Barbara Syrbe bedeutet die gestrige Unterzeichnung für den kreiseigenen Flughafen, dass eine langjährige Zusammenarbeit nun eine vertragliche Basis erhält. „Neben der wirtschaftlichen und weiteren Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und Westpommern, Heringsdorf und Swinemünde bedeutet das, dass Verkehrswege eins werden“, sagte Syrbe. Die Landrätin erinnerte an grenzüberschreitende Verkehrsprojekte der Region, wie die Europa-Linie im Busverkehr und die Verlängerung der Usedomer Bäderbahn nach Swinemünde. Syrbe lobte, dass sich jetzt nach der Tourismuswirtschaft (gemeint ist die Arbeitsgemeinschaft der Hoteliers ArGe) und der Gemeinde Heringsdorf auch Swinemünde für den Erhalt und den Ausbau des Inselflughafens engagiere: „Das liefert wichtige Argumente, uns weiter für den Erhalt des wichtigen touristischen Angebots zu engagieren.“

Beachtlich war gestern das enorme Interesse polnischer Medien an der Vertragsunterzeichnung. Neben dem Ersten polnischen Fernsehen TVP1 waren Vertreter der Nachrichtenagentur PAP auf dem Airport, die polenweit die Presse mit Informationen bedienen. Auch Vertreter lokaler Tages- und Wochenzeitungen der Woiwodschaft Westpommern sowie Fernsehsender waren vor Ort.

Jetzt sind die Kreistagsmitglieder gefragt
Als Eigentümer obliegt die Umbenennung des Airports dem Kreistag Vorpommern-Greifswald. Flughafengeschäftsführer Dirk Zabel will 2015
die Chancen für die Umbenennung
in „Flughafen Heringsdorf Swinoujscie“ in der Verwaltung und den Gremien abprüfen. In der Namenserweiterung sieht Zabel eine Chance, den nach wie vor defizitären Flughafen als internationale Verkehrsdrehscheibe bekannter zu machen. Unterdessen kündigt die Insel-SPD Widerstand an. Als Kreistagsmitglied legte Günther
Jikeli Protest bei der Landrätin ein.

Er habe erst aus der Zeitung von der
beabsichtigten Umbenennung erfahren. Jikeli pocht darauf, dass die Änderung erst in den Gremien und im Kreistag besprochen werde.
Persönlich präferiert der SPD-Mann einen Ersatz, statt wie bisher „Heringsdorf" solle der Flughafen „Usedom“

heißen. Jikeli weist darauf hin, dass
eine Namensänderung erst kürzlich
wegen der Kosten verworfen wurde.

 



Angelika Gutsche

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