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Betreten der Baustelle ausdrücklich erwünscht

Greifswald Betreten der Baustelle ausdrücklich erwünscht

Was macht ein Dachdecker? Wie geht ein Gerüstbauer vor? An der Marienkirche konnten gestern rund 20 Schüler Berufe kennenlernen, indem sie selbst mitanpackten

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Zimmerer Falko Kargut (2.v.r.) erklärt einer Schülergruppe, wie im Dachstuhl der Kirche marode Balken ersetzt werden.

Quelle: Fotos: Kai Lachmann

Greifswald. 90000 neue Ziegel kommen auf das Dach der Marienkirche. Das bedeutet nicht nur eine Menge Arbeit, es bedeutet auch, dass man sich auf die Kollegen verlassen können und in luftiger Höhe mit jedem Wetter rechnen muss. Und es bedeutet natürlich auch, dass routinierte Handgriffe erforderlich sind. Welche genau, das erfuhren gestern rund 20 Schüler aus Greifswald und dem Umland bei einem extra für sie organisierten Tag der offenen Baustelle.

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Was macht ein Dachdecker? Wie geht ein Gerüstbauer vor? An der Marienkirche konnten gestern rund 20 Schüler Berufe kennenlernen, indem sie selbst mitanpackten

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Seit etwa einem Jahr wird das Gotteshaus in der Greifswalder Innenstadt saniert. „Auf Schildern steht immer ,Das Betreten der Baustelle ist verboten’“, sagt Kristina Birkholz von der Arbeitsagentur.

„Dann kam die Kirchengemeinde auf uns zu und meinte, dass hier so viel spannende Dinge passierten.“ Also müsste das Betreten der Baustelle doch auch einmal ausdrücklich erwünscht sein. Die an der Kirche tätigen Firmen willigten ein, Schulen wurden angeschrieben und über das Berufsinformationszentrum Interessierte eingeladen. Gestern nun konnten die Schüler die Berufsbilder Maurer, Tischler, Gerüstbauer und eben Dachdecker kennenlernen und auch mal mitanpacken. Denn auch in diesen Berufen bleiben vermehrt Ausbildungsstellen unbesetzt.

„Ich habe Dachpfannen gelegt, einen Kran bedient und Holz gestemmt“, berichtete etwa Elisa Höck aus Greifswald. Im Anschluss schrieb sie ihrer Mutter die Nachricht: „Ich hab’ jetzt einen Traumberuf!“

Tischlerin will sie werden. „Ich habe gemerkt, dass es genau mein Ding ist“, sagte die 17-Jährige. Nach den Sommerferien will sie erste Bewerbungen schreiben, die zehnte Klasse dann noch zu Ende machen.

Mitarbeiter der Firmen ermutigten die Schüler, so wie Elisa zu handeln. „Am besten schon mit dem Zeugnis der neunten Klasse bewerben“, riet Dirk Arendt vom Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft MV in Rostock. „Und vorher ein Praktikum machen“, fügte er an. „Auch wenn es nur eine Woche ist.“ Denn immer wieder komme es vor, dass Azubis am zweiten Tag ihrer Ausbildung feststellten, dass der Job nichts für sie sei.

Auch Veranstaltungen wie die gestrige können bei der Orientierung helfen. „Ich habe zwar noch keine Vorstellung, was ich später werden will, aber Maurer und Dachdecker finde ich ganz interessant“, sagte etwa Louis Neßler aus Loitz. Auch Kranfahren habe dem 14-Jährigen Spaß gemacht.

„Sowas wäre für mich damals auch interesant gewesen“, meinte Vorarbeiter Falko Kargut. Als er vor der Frage der Jobwahl stand, habe er sich am Computer über die Berufe informiert, ein Praktikum gemacht und dann angefangen. Nachdem er aber oftmals dieselben Arbeiten erledigte, wechselte er zur Baudenkmalpflege und hat dort gefunden, wonach er suchte.

Im Dachstuhl der Kirche erklärte er den Schülern, wie dort dicke Holzbalken ausgetauscht werden und welche Werkzeuge dafür nötig sind. Wie die Arbeiter das wohl früher gemacht haben? Kargut sagt, er wisse es nicht, doch die tradtionelle Handwerkskunst fasziniere ihn dennoch. „An Bauwerken wie der Marienkirche zu arbeiten, das ist schon etwas Besonderes.“

Quiz vom Bau

Die Schüler nahmen auch an einem kleinen Quiz teil. Hätten auch Sie die richtigen Antworten gewusst?

1. Wer hält bei einem Richtfest traditionell die Rede und verliest den Richtspruch? a) Maurer b) Architekt c) Zimmermann d) Bauherr?

2. Einen verstellbaren Schraubenschlüssel nennt man a) Ostfriese b) Engländer c) Venezolaner d) Finne?

3. Welches erfundene Utensil wird häufig verlangt, um unerfahrene Lehrlinge zu veräppeln? a) Bauknecht-Erdventil b) Bosch-Wasserdübel c) Miele-Feuerschrank d) Siemens-Lufthaken?

Kai Lachmann

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