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Biete Infrastruktur, suche Idee

Greifswald Biete Infrastruktur, suche Idee

Die Witeno GmbH mit Wolfgang Blank an der Spitze fördert Jungunternehmer - mit Erfolg

Greifswald. Große produzierende Firmen anzulocken, dürfte Greifswald wegen seiner Randlage kaum gelingen, sagt Wolfgang Blank, Geschäftsführer der Witeno GmbH in Greifswald.

Aber an der Uni stecke viel Potential für Firmengründungen. Witeno hilft, es herauszulocken. Aber wie geht das?

Herr Blank, fast jeder in Greifwald ist schon mal am Biotechnikum in der Walther-Rathenau-Straße vorbeigekommen und hat auch den Namen „Technologiezentrum Vorpommern“ gehört – trotzdem scheinen viele nicht zu wissen, was das ist

Wolfgang Blank: Ja, das stimmt, vor allem außerhalb von Unikreisen haben wir noch Nachholbedarf. Ich erkläre es immer so: Wir als Witeno GmbH wollen mit diesen Häusern und auch dem dritten Standort, dem Cowork in der Fußgängerzone, Existenzgründer und Jungunternehmer in der Region unterstützen. Sie können sich in unseren Gebäuden einquartieren, wir bieten ihnen preiswerte Mieten, Infrastruktur, Lotsen und Gleichgesinnte – also eine Art Brutkasten, in dem sie ihre ersten Schritte machen können, bis ihre Firma so groß ist, dass sie ausziehen.

Warum gleich drei Standorte?

Die Häuser haben unterschiedliche Ausstattungen. Wer Labore braucht und im Bereich Biomedizin oder Biotechnologie Produkte oder Dienstleistungen entwickeln will, ist im Biotechnikum am Uni-Campus am besten aufgehoben. Wer Büroräume, Kantine und Infrastruktur sucht und gut im Industriegebiet sitzen kann, geht ins Technologiezentrum in der Brandteichstraße, das fast 6000 Quadratmeter Fläche hat.

Für Geisteswissenschaftler, Kreative und andere, die für ein paar Jahre oder auch nur stunden-, tage- oder wochenweise einen Arbeitsplatz in einem Großraumbüro mieten wollen, ist der Co-Workingspace im Schuhhagen ideal. Wir stellen dort die Infrastruktur, wie zum Beispiel Schreibtisch und W-Lan-Anschluss. Viele Freiberufler und andere genießen es, dort eine inspirierende Arbeitsatmosphäre zu haben.

Wie gut sind die Häuser belegt?

Den Co-Working-Space haben wir wegen der hohen Nachfrage gerade erst um drei Büroräume vergrößert – auf eine Fläche von 150 Quadratmetern. Das Technologiezentrum ist zu 93 Prozent ausgelastet, erfreulich hoch, auch deshalb, weil das Pharmaunternehmen Chepla-Pharm gerade einen Neubau errichtet und für die Bauzeit bei uns eingezogen ist. Und das Biotechnikum ist voll ausgelastet, seit langem. Darum finde ich es auch so wichtig, dass die Stadt das geplante Zentrum für Life Science und Plasma-Technologie baut. Ich hoffe, dass es in diesem Jahr wirklich losgeht. Das Zentrum soll ja nach dem gleichen Konzept funktionieren wie das auf medizinische Fragestellungen ausgerichtete Biotechnikum, nur, dass sich dort eher technisch ausgerichtete Unternehmen ansiedeln sollen, die sich mit Plasmatechnologie oder industrieller Biotechnologie befassen.

Bringen die bisherigen Häuser der Witeno GmbH als Betreiber eigentlich Geld ein?

Unterschiedlich. Der Co-Working-Space wird bisher querfinanziert. Die Einnahmen der anderen Häuser reichen gerade, um die Gebäude in Schuss zu halten und Ersatzinvestitionen zu tätigen. Aber es geht bei uns gar nicht um Gewinne. Wir sollen im Auftrag der Stadt, der Uni und der Sparkasse – das sind unsere Gesellschafter – dafür sorgen, dass aus der Region heraus etwas wächst. Greifswald ist mit seiner Randlage für die Ansiedlung großer produzierender Unternehmen nicht sonderlich attraktiv. Aber wir haben eine starke Universität und renommierte Forschungseinrichtungen, dort schlummern viele Ideen, die in Firmen münden könnten. Man muss die potentiellen Gründer nur betreuen, ermutigen, sie mit den richtigen Leuten vernetzen und so weiter...im Vergleich zu anderen Standorten gibt es an der Uni kaum Gründer-Lehre. In manchen Bereichen, wie unter Geisteswissenschaftlern, ist das Bewusstsein gründen zu können, bisher auch nicht sehr ausgeprägt. Da sollten wir gemeinsam ran.

Nennen Sie doch mal bitte die bekanntesten Firmen, die aus Ihren „Brutkästen“ schon geschlüpft sind.

Jüngst herausgewachsen ist zum Beispiel die Rechtsanwalts-Plattform Advocado. Die Mitarbeiter vermitteln Rechtsberatung und haben große Firmen wie Edeka als Kunden. In der Gründungsphase saßen sie als Zwei-Mann-Team bei uns im TZV, inzwischen haben sie mehr als zwei Hände voll Mitarbeiter. Auch erfolgreich und traditionell gewachsen: die Firma Gatron, die Transformatorenöl-Gasanalysen macht und damit zu verhindern hilft, dass Transformatoren explodieren und ganze Landstriche ohne Strom da stehen. Oder die Firma Intematix Litec, die noch bei uns um TZV sitzt: Sie entwickelt Leuchtstoffe für LEDs, die Audi für das Taglicht seiner Autos verwendet. Das ist doch toll, ein Greifswalder Produkt im Audi!

Und wie ist die Gesamtlage? Wieviele Ihrer Mieter gingen seit Bestehen des Technologiezentrums 1991 und des Biotechnikums1996 insolvent?

Wir hatten bisher 314 Firmen als Mieter an den zwei Standorten, 170 von ihnen sind wieder ausgezogen. Insgesamt haben 68 – also etwa ein Fünftel - das Geschäft eingestellt und Konkurs angemeldet. Die Quote liegt deutlich unter dem Schnitt nicht betreuter Unternehmen. Das ist auch das Reizvolle an unserer Arbeit: dass wir sehen, wie sich etwas entwickelt, dass sich was tut in unserer Region.

Es heißt, Sie würden das Zentrum für Life Science auch gerne noch übernehmen, als Geschäftsführer.

Die Stadt muss den Betrieb öffentlich ausschreiben, wir können uns darum nur genauso bewerben wie alle anderen auch. Aber ja, das würde mich reizen. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Häuser gemeinsam zu betreiben. Ich war ja längere Zeit Geschäftsführer des TZV und parallel Geschäftsführer des Biotechnikums. Erst im vergangenen Jahr haben wir eine gemeinsame Betreiber-GmbH gegründet:

die WITENO GmbH, die für den Wissenschafts– und Technologiepark Nord°Ost° steht. Das erleichtert so vieles, weil wir die Finanzen und die Administration zusammenlegen konnten, bis hin zum gemeinsamen Jahresabschluss, und zum Beispiel keine getrennten Gesellschafter-Versammlungen benötigen oder andere Gremiensitzungen. Beim Life Science Zentrum wäre es wegen der Lage so, dass der Techniker aus dem Biotechnikum zuständig wäre. Und ob ich einen Mietvertrag mit nur einer Firma abschließe oder mit zehn – die Instrumente und die Mannschaft dafür sind bei WITENO vorhanden. Ich glaube, das Life Science Zentrum würde super in unser Gesamtkonzept passen.

Interview: Sybille Marx

OZ

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