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Den Dom und den Weltmarkt im Blick

Greifswald Den Dom und den Weltmarkt im Blick

100 Mitarbeiter der Riemser Pharma GmbH arbeiten jetzt in Greifswald — gleich neben dem Bahnhof

Greifswald. Die Riemser Pharma GmbH ist mit 100 Angestellten von der Insel Riems in die Greifswalder Innenstadt gezogen. Von ihrem neuen Arbeitsplatz in der Bahnhofstraße hat Rita Grimm nun einen schönen Ausblick auf den Dom. Gleichzeitig nimmt die Teamleiterin Zulassung den europäischen Arzneimittelmarkt fest ins Visier.

Das Kerngeschäft der Riemser Pharma GmbH ist es, pharmazeutische Produkte zu kaufen, zu lizensieren, zu vermarkten und vertreiben. „Ein Arzneimittel zu entwickeln, dauert zehn bis zwölf Jahre. Das können sich nur die Pharmariesen leisten“, erklärt Rita Grimm. „Wir kaufen Zulassungen für bereits existierende Medikamente und entwickeln die Produkte dann weiter.“ Ein aktuelles Beispiel aus dem Haus ist Akynzeo. Das Medikament soll gegen den typischen Brechreiz bei einer Chemotherapie helfen und mit fünf Tagen deutlich länger wirken als sein Vorgänger.

Seit über einem Jahr ist das Unternehmen nun auf Expansionskurs in ganz Europa. Ende 2015 hat es eine Firma in Frankreich und eine in England gekauft. „Wir suchen auch noch nach Unternehmen in Italien, Schweden, Finnland und Norwegen“, erklärt Geschäftsführer Konstantin von Alvensleben. „Ich bin überzeugt, dass wir in ein bis zwei Jahren europaweit aufgestellt sind.“

Das nötige Kleingeld hat die Firma, weil sie 2012 von der Beteiligungsgesellschaft Ardian gekauft wurde. „Ardian ist ein starker Partner, der uns bei allen Schritten berät und unterstützt“, erklärt von Alvensleben. Ursprünglich gehörte Riemser der aus Greifswald stammenden Unternehmerfamilie Braun. 2014 verlegte die Firma dann ihren Hauptsitz nach Berlin.

Der Umzug von der Insel Riems ins Greifswalder Stadtzentrum ist ein Bekenntnis zum Standort Vorpommern. Weil die Freude darüber in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft groß ist, kam viel lokale Prominenz zur Einweihung der neuen Räume auf dem KAW-Gelände. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder Unkenrufe, dass sich die Riemser Pharma GmbH von hier zurückziehen und komplett nach Berlin gehen werde“, sagt Wolfgang Blank, Präsident der Industrie- und Handelskammer. Er sei froh, dass das vom Tisch sei.

An den Standorten in Greifswald und Berlin arbeiten jeweils etwa hundert Angestellte, weitere sitzen in Frankreich und England. „Das Reisen zwischen Berlin und Greifswald ist durch den neuen Standort direkt am Bahnhof viel leichter geworden“, sagt Rasa Rollberg, Leiterin der Abteilung Finanzen und Steuern. Früher hätten Geschäftspartner vom Bahnhof ein Taxi zur Insel Riems nehmen müssen, jetzt sei man in wenigen Fußminuten im Büro. Die Mitarbeiter selbst fahren zudem regelmäßig zu Terminen in die Hauptstadt. Bei Rasa Rollberg ist das einmal im Monat der Fall. Die kaufmännische Geschäftsführerin Beatrice von Buchwaldt teilt ihre Arbeitszeit gleichberechtigt zwischen beiden Standorten auf.

Nicht nur der Blick auf den Dom überzeugt Rita Grimm von ihrem neuen Arbeitsplatz. Die kurzen Wege im Haus seien positiv, sagt sie. „Auf dem Riems saßen einige in der Alten Schule, andere in Containern. Jetzt sind die Abteilungen viel dichter zusammen.“ Dadurch steige bereits nach zwei Wochen am neuen Standort das „Wir-Gefühl“. Noch etwas gewöhnungsbedürftig hingegen seien die Großraumbüros. „Vorteil soll sein, dass jeder weiß, woran der andere gerade arbeitet“, erklärt Manfred Jantsch, Leiter Qualitätsmanagement. Das steigere die Effizienz.

Um sich als mittelständisches Unternehmen zu behaupten, hat sich Riemser übrigens auf Nischenprodukte spezialisiert. Beispielsweise ist es das einzige Unternehmen in Deutschland, das Arzneimittel gegen Tuberkulose vertreibt. Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen ist das derzeit ein wachsender Markt.

Von Katharina Degrassi

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