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Der kleine Jacob wird nun auch saniert

Greifswald Der kleine Jacob wird nun auch saniert

Arbeiten beginnen 2017 / Erste Bauabschnitte kosten 2,1 Millionen Euro

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Pastor Michael Mahlburg, Vikar Andreas Uhlig und Küster Peter Niehuss (von links) in der Jacobikirche. FOTOs (2): ECKHARD OBERDÖRFER

Greifswald. Am Dom und an der Marienkirche stehen schon Gerüste. Die dritte mittelalterliche Stadtkirche wird noch in diesem Jahr folgen. Um das Äußere des Gotteshauses in Ordnung zu bringen, sind für die ersten beiden Bauabschnitte rund 2,1 Millionen Euro nötig.

„Der Turm muss saniert werden“, nennt Pfarrer Michael Mahlburg einen Schwerpunkt künftiger Baumaßnahmen. „Dach und Mauerwerk weisen erhebliche Schäden auf“. Diese sind auch am Portal an der Westseite sofort sichtbar. Laut Bauhistoriker Torsten Rütz ist dieses Portal das größte des 13. Jahrhunderts in Greifswald. Risse und andere Schäden der Kirche sind überall erkennbar. Küster Peter Niehuss zeigt notdürftig ausgebesserte Ecken, die dringend erneuert werden müssen. „Hier zerbröselt der Stein bereits“, zeigt er an einem der Pfeiler.

„Viele Schäden am Turm sind Spätfolgen des Brandes in der Nacht vom 31. März zum 1.April 1955“, erläutert Mahlburg. Danach stand nur noch der Turmstumpf. Wie es zu diesem Feuer kam und ob es einen Zusammenhang mit dem Streik der Medizinstudenten gegen die befürchtete alleinige Ausbildung von Militärmedizinern in Greifswald gibt, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Der Turm von St. Jacobi wurde nach dem Brand nicht wieder mit einer Fachwerk-, sondern mit einer Betonhaube verschlossen. Die verwendete Konstruktion sei für durch Bomben zerstörte Lübecker Kirchen entwickelt worden. Unter der Betonhaube stelle sich Bunkerfeeling ein, erzählt der Pfarrer.

Berlin wird sich an der Sanierung des Turms beteiligen. Denn die Jacobikirche spielt aktuell in einer Liga mit einem anderen großen Bauvorhaben, der „Straze“. Genau wie das Projekt zur Schaffung eines Kultur- und Initiativenhauses in der Stralsunder Straße 10/11 bekommt die Kirchgemeinde 2017 Bundesmittel, und zwar 350000 Euro. „Das ist ein Grundstock für die Turmsanierung“, so Mahlburg.

Diese werde in diesem Jahre beginnen und koste insgesamt etwa 700000 Euro. Für den zweiten Bauabschnitt fließen außerdem wie bei St. Marien und St. Nikolai Städtebaufördermittel.

„Landeswirtschaftsminister Harry Glawe hat diese Hilfe 2016 zugesagt", erinnert Mahlburg. Etwa 60 Prozent der für den Chor der Kirche veranschlagten 520000 Euro werden davon bezahlt. Gelder von Stiftungen, Eigenmittel der Kirchengemeinde, des Kirchenkreises und Spenden sichern die Gesamtfinanzierung. Die Sanierung der Gewölbe des Kirchenchores soll bis 2018 beginnen. Der dritte Bauabschnitt ist die Sanierung des Kirchenschiffs. Das ist noch Zukunftsmusik.

Der kleine Jacob steht meist im Schatten des langen Nikolaus und der dicken Marie. Dabei ist die berühmte Greifswalder Silhouette ohne die Jacobikirche undenkbar. Auch sie gehört zu den Motiven Caspar David Friedrichs. Die Kirche kann mit einer Reihe von Greifswalder Besonderheiten punkten. So ist beispielsweise das um 1322 entstandene Dachwerk über dem Langhaus fast vollständig erhalten.

Die Spannweite von 18 Metern ist für diese Zeit außergewöhnlich groß.

Wissenswertes

Nur in St. Jacobi gibt es in Greifswald einen mittelalterlichen Taufstein. Ein echtes Pfund sind die Fenster des Berliner Hans Seliger aus der Kaiserzeit. Er war einer bedeutendsten Glaskünstler seiner Zeit. Auf der Südseite gern gibt es zwei Sonnenuhren. Eine kleinere könnte den Arbeitern als Arbeitszeitmesser gedient haben. Der Chor wurde 1842/43 nach Entwürfen des Universitätsbaumeisters Carl August Peter Menzel (1794-1853) umgestaltet.

Eckhard Oberdörfer

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