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Greifswald Die Feuerwehr soll stärker werden

2017 sollen weitere Brandschützer geschult werden – Eine Softeware soll ihren Einsatz optimieren

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Männer der Freiwilligen Feuerwehr bei einer Hochwasserschutzübung im Herbst 2016.

Quelle: Foto: Jens Büttner

Greifswald. Fünf Feuer in nur drei Stunden – kein anderes Ereignis nahm Greifswalds Löschtrupps 2016 so in Beschlag wie die Brandserie vom 30. Oktober. 3 Uhr morgens waren sie zu einem brennenden Haus unmittelbar neben dem Theater in der Anklamer Straße geeilt. Noch während sie die Flammen dort bekämpften, wurde ein Teil der Einsatzkräfte zum nächsten Feuer abgezogen: Auf dem Recyclinghof an der Steinbecker Brücke hatte jemand verpressten Müll angesteckt. Der loderte noch, als 4.40 Uhr ein Wohnwagen im Ostseeviertel-Ryckseite abfackelte. 20 Minuten später brannte ein Sperrmüllhaufen in der Makarenkostraße (Schönwalde II). Damit nicht genug, schossen eine Stunde drauf Flammen aus einer leerstehenden Halle auf dem Gelände der Firma Greifenfleisch.

51 Mann zählt Greifswalds Berufsfeuerwehr. Sie alleine wäre damals wohl überfordert gewesen. Zumal aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht alle 51 eingespannt werden konnten. Freiwillige Brandschützer aus der Hansestadt und ihrem Umlanden stärkten die Reihen. Und so soll es bleiben. „Wir brauchen die Freiwillige Feuerwehr und möchten sie noch besser aufstellen“, erklärten gestern Greifswalds Berufsfeuerwehrchef Matthias Herenz und der städtischen Amtsleiter für Brandschutz, Steffen Winckler. In den kommenden Jahren wolle man zusätzliche Freiwillige für die ehrenamtlichen Trupps gewinnen.

Mehr Mitglieder seien das Ziel.

Schon jetzt sei Greifswalds Freiwilligenwehr auf demselben Leistungs- und Ausbildungsstand wie die berufliche, merkte Steffen Winckler an. Im vergangenen Jahr seien acht ihrer Männer für den Umgang mit gefährlichen Stoffen und Gütern geschult worden. Mehr als die Hälfte der 57 Aktiven könne Feuer unter Atemschutz bekämpfen. Die Freiwillige Wehr von heute stehe ungleich besser da als jene von vor 25 Jahren. Wer sich auf die Feuerwehr einlasse, profitiere fachlich wie menschlich davon, meint Steffen Winckler. Er bekomme eine handfeste Ausbildung und lerne, Verantwortung zu übernehmen.

„Jeder, der ehrenamtlich bei uns anfängt, hat das Recht darauf, persönlich betreut zu werden“, bemerkt Matthias Herenz. Für ihn sind Berufs- und Freiwilligenwehr längst eine Gemeinschaft.

Insgesamt 105 Brände löschten sie im vergangenen Jahr. Die Berufswehr alleine rückte Angaben der Stadtverwaltung zufolge 732 mal aus. Zu ihren Einsätzen zählten auch 411 technische Hilfeleistungen, wie die Beseitigung von Ölspuren, das Öffnen von Türen für die Rettungsdienste oder die Bergung von Tieren. Die Zahl der Einsätze sei damit im Vergleich zu den Vorjahren annähernd gleich geblieben, bilanzierte der Leiter der Greifswalder Feuerwehr, Mathias Herenz. Allerdings habe die Intensität zugenommen. Die Brandserie vom 30. Oktober sei nur ein Beispiel dafür.

Um den Einsatz Freiwilliger Feuerwehrleute zu optimieren, soll 2017 eine spezielle Rückmeldesoftware für ihre Alarmierungs-Pieper in Betrieb genommen werden. Dank jener könnten sich die Brandschützer nach einer Alarmierung zurückmelden und mitteilen, ob sie gleich, etwas später oder gar nicht kommen können. Auf diese Weise ließen sich die Kräfte gezielter einsetzen, erklärte Mathias Herenz. Er kündigte an, weitere Ehrenamtler zu schulen. So wolle man auch Freiwilligen Wehren aus dem Umland anbieten, Unterricht im Umgang mit Gefahrenstoffen zu nehmen. Greifswald sei ein Technologiestandort.

Mit dem Max-Planck-Institut, dem Friedrich-Loeffler-Institut und der Universitätsmedizin gebe es drei hochmodere Einrichtungen, die über besonders gesicherte Labore verfügten. Bei möglichen Gefahrenlagen müsse man vorbereitet sein.

Aktive Truppe

125 Aktive engagieren sich derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Greifswald, darunter 57 aktive Kameraden. 41 sind in der Mini- und Jugendfeuerwehr aktiv. 13 Kameraden gehören der Reserve-Abteilung an, 14 Kameraden der Ehrenabteilung. Engagierte Bewerber und Bewerberinnen sind immer willkommen.

Wer Interesse hat: Treffpunkt ist jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat, jeweils um 18 Uhr in der Wolgaster Straße. 63.

Wer sich von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr überzeugen will, hat dazu beim Feuerwehrtag am 1. Juli auf dem Marktplatz Gelegenheit.

Sven Jeske

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