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Domturm: Zwiebeln bald wieder frei

Greifswald Domturm: Zwiebeln bald wieder frei

Sanierung war aufwändiger als erwartet / Besucherplattform ab Juni/Juli wieder zugänglich

Greifswald. Würde der Wind nicht so pfeifen, die Kälte nicht so klammern: Die Sanierungsarbeiten hoch oben am Turm des Greifswalder Doms gingen schneller voran. „Ein paar Dinge können wir wegen der Witterung derzeit nicht machen“, bedauert Architekt Burkhard Eriksson. Trotzdem sei zeitlich noch alles im Rahmen.

 

OZ-Bild

Architekt Eriksson an einer sanierten Rosette.

Quelle: Foto: Sybille Marx

Voraussichtlich im Mai soll die große Zwiebel des Turms, deren Abdeckung undicht war und zu viel Feuchtigkeit einließ, abgedichtet sein. „Dann können wir die Gerüste in diesem Teil des Turms wieder abbauen“, sagt Eriksson. Im Juni oder Juli werde vermutlich die Besucherplattform in 60 Metern Höhe wieder freigegeben. Ende des Jahres soll dann die gesamte Arbeit an dem fast 100 Meter hohen Bauwerk geschafft sein.

Seit über einem Jahr ist der Turm des Doms St. Nikolai von Gerüsten umgeben. Für insgesamt rund 2,3 Millionen Euro – darunter Städtebaufördermittel, Spenden und Gelder von der Krupp- und der Reemtsmastiftung – wird er innerhalb der millionenschweren Sanierung zur Standsicherheit der Kirche stabilisiert. Zuganker werden gesetzt, damit die Mauern nicht weiter auseinander streben. Risse werden saniert, Gesimse und Rosetten restauriert, die Mauern zum Teil neu verfugt. Und im Inneren der Zwiebeln musste die tragende Holzkonstruktion erneuert werden. „Viele Balken waren verfault“, erzählt Architekt Burkhard Eriksson.

Ursprünglich hatten die Experten gehofft, an den Abschnitt oberhalb der Besucherplattform gar nicht ran zu müssen. Doch Industriekletterer hatten Ende 2015 lecke Stellen an der Kupferdeckung des Turmhelms und die Schäden am Holztragwerk im Inneren der Zwiebeln entdeckt. „So sind mehrere zehntausend Euro Extrakosten angefallen“, sagt Eriksson. Ein paar kleinere Schönheitsreparaturen am Domturm müsse man daher leider erstmal zurückstellen.

Dompastor Matthias Gürtler ist schon gespannt auf den Moment, wenn der Turm wieder von allen Gerüsten befreit ist. „Mit dem sanierten Mauerwerk wird er sicher viel strahlender wirken als früher.“

sym

OZ

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