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Greifswald Drei „tote Polizisten“ sorgen für Ärger
Vorpommern Greifswald Drei „tote Polizisten“ sorgen für Ärger
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03:52 12.09.2013
Die Aufpflasterung im Boddenweg bremst Autos. Quelle: Wornowski

Kaum Verkehr, kaum Anwohner, keine hohen Geschwindigkeiten: Der Greifswalder Jürgen Baumann (58) versteht nicht, warum im Boddenweg drei verkehrsberuhigende Aufpflasterungen, sogenannte „tote Polizisten“, errichtet worden sind. „Hier ist nichts los. Vor allem im Winter fahren hier keine Autos. Die Straße führt in eine Sackgasse, nur zwei Anwohner sind unmittelbar betroffen“, betont der Lehrer. Er spricht von einem Schildbürgerstreich: „Woanders achtet die Stadt auf jeden Cent, knippst jede zweite Straßenlaterne aus und hier wird das Geld dann einfach verplempert.“

Bausenator Jörg Hochheim (CDU) weist die Vorwürfe zurück. Anwohner der Straße An der Klosterruine und dem Herzog-Bogislaw-Weg forderten seit zwei Jahren eine Verkehrsberuhigung des Boddenwegs und einen Zebrastreifen in der Wolgaster Landstraße. Sie sammelten dafür mehr als 70 Unterschriften. In einem Antrag an die Verwaltung heißt es, dass sich Fahrer im Boddenweg Rennen liefern würden, „völlig missachtend, dass dieser Weg sich regen Fußgängerverkehrs erfreut“. Kinder, die den Boddenweg als „Spielstraße“ nutzten, seien gefährdet.

Baumann bezweifelt die Argumente: „Die Straße ist voller Schlaglöcher. Autos können gar nicht schnell fahren.“ Ein Mitarbeiter vom Strandbad Eldena, der täglich am Boddenweg arbeitet, bestätigt:

„Hier fahren einige Autos lang. Aber die brettern nicht über die Straße.“ Das sei wegen des schlechten Belages auch nicht möglich.

Bausenator Hochheim verweist jedoch auf Kontrollen durch die Stadt, die ergeben hätten, dass sich Autofahrer nicht an das vorgegebene Schritt-Tempo halten. Zudem seien die Kosten mit 1200 Euro vergleichsweise gering — auch weil gebrauchtes Betonpflaster verwendet worden sei, so Hochheim.

Dem Wunsch nach einem Fußgängerüberweg in der Wolgaster Landstraße könne jedoch nicht entsprochen werden. Stattdessen werde auf der Nordseite der Straße ein kombinierter Geh- und Radweg errichtet.

Dieser soll Schulkindern eine gefahrlose Überquerung an der Ampel in Höhe Hainstraße ermöglichen. André Wornowski

OZ

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