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Ernährungswirtschaft bleibt interessant für Investoren

Greifswald Ernährungswirtschaft bleibt interessant für Investoren

Wirtschaftsfördergesellschaft: Touristen sind wichtige Kunden

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Die Förderpolitik ist gut und es gibt Investoreninteresse.Rolf Kammann, Wirtschaftsfördergesellschaft

Greifswald. Schlechte Zeiten für Wurst aus Vorpommern. Im August dieses Jahres hat die Pommersche Fleisch- und Wurstwarenfabrik Pasewalk zum dritten Mal Insolvenz anmelden müssen. Bereits im Mai kam das Ende der Trend Food GmbH in Strasburg, seit 2015 Tochter der Greifswalder Greifenfleisch GmbH. Für großes Aufsehen sorgte besonders das Ende der Produktion des sehr beliebten Camemberts der Marke „Badejunge“ auf Rügen.

Für Rolf Kammann, den Chef der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern (WFG), lassen diese Beispiele keine allgemeinen Rückschlüsse auf die Zukunft der Lebensmittelbranche zu. „Die Ernährungsgüterwirtschaft bleibt eine tragende Säule in der Wirtschaft in der Region“, betont er. „Es gibt sehr viele gute Beispiele einer erfolgreichen Entwicklung in Vorpommern.“ Kammann verweist beispielsweise auf den Trockenfruchthersteller biosanica, der seit 2013 im Gewerbegebiet Pommerndreieck produziert. Bio am Sund stellt seit 2016 in Greifswald Bio-Trockenfrüchte her. Die Grimmer Prolupin GmbH Grimmen, die Lupine zu Lebensmitteln verarbeite, bekam 2016 den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis.

In Anklam agiere Anklam extrakt erfolgreich als Hersteller von Pflanzenextrakten, nennt Kammann noch ein Beispiel für Chancen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. „Die Störtebeker Braumanufaktur und die Greifenfleisch GmbH haben sich sehr erfolgreich entwickelt“, setzt der WFG-Geschäftsführer ein. „Eine gute Förderpolitik bietet Chancen für eine Weiterentwicklung. Wir können als Wirtschaftsfördergesellschaft bestätigen, dass es Interesse von Investoren für weitere Ansiedlungen gibt.“

Biomärkte und die Vermarktung regionaler Produkte seien ein Megatrend, den man noch stärker nutzen sollte, schätzt Kammann ein. Kleine Anbieter, die nicht erst große Investitionen tätigen müssten, könnten gerade bei der von den Kunden nachgefragten Regionalisierung des Lebensmittelangebots punkten. Das mache zum Beispiel gerade der Fischer und Landwirt Mathias Schilling von der Insel Öhe erfolgreich vor, der Fisch und Fleisch vermarkte. Er hat im September einen neuen Online-Shop für Hiddenseer Fischkonserven eröffnet. Gerade bei Angeboten für Touristen gebe es noch viele Reserven.

Die Rügener Inselbrauerei oder auch die Schlossbäckerei Mellenthin agierten bereits erfolgreich in diesem Bereich.

Die Wursthersteller hätten es aber gegenwärtig schwer, bestätigt Kammann. „Sowohl die Fleischverarbeitung als auch die Backwarenherstellung sind sehr gefestigte Branchen“, begründet er. Das heißt, die Märkte seien weitgehend besetzt, der Handel diktiere den Produzenten und Herstellern niedrige Preise.

„Investoreninteresse gibt es hier eher für neue Nischenprodukte und auch vegane Lebensmittel.“ Die Lebensmittelverarbeitung in Mecklenburg-Vorpommern bleibe eine tragende Säule der Wirtschaft des Landes, betont ebenfalls Andrea Rossnagel, die persönliche Referentin von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). „Sie hat sich insgesamt als stabil erwiesen.“ Chancen sehe das Ministerium beispielsweise ebenfalls in der Herstellung veganer Lebensmittel und in Aquakulturanlagen zur Zucht von Fischen.

Eine tragende Säule der Wirtschaft in MV

Im Jahre 1991 erzielte die Ernährungsgüterwirtschaft nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro. Dieser liegt aktuell bei 4,5 Milliarden Euro, das ist mehr als das Dreifache. Der Umsatzanteil im verarbeitenden Gewerbe beträgt 35,6 Prozent, die Exportquote liegt bei 17,6 Prozent.

In der Ernährungsgüterwirtschaft gab es laut Ministerium im August 87 Betriebe mit 14491 Beschäftigten.

Nach der letzten zweijährigen Milchkrise gibt es noch drei große Molkereien.

Die Zahl der Fischverarbeiter war in den letzten zehn Jahren stabil, es gibt 15 zugelassene Fischverarbeiter, etwa 55 Binnenfischunternehmen und einige Küstenfischer verarbeiten und vermarkten Fänge und Zukäufe (vor allem als Räucherware) am Standort und im Umland. Ein Problem sind dabei sinkende Fangquoten. Bei der Aquakultur gibt es noch viele Reserven.

Eckhard Oberdörfer

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