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Freizeitbad: Höchste Besucherzahl seit 15 Jahren

Greifswald Freizeitbad: Höchste Besucherzahl seit 15 Jahren

Stadtwerke sind auch beim Nahverkehr auf Erfolgskurs / Teil der Gewinne fließt in Kultur und Sport / Gaspreis wird im Herbst deutlich gesenkt

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Ferienspaß im Freizeitbad: Zu einem ordentlichen Neptunfest, wie es gestern mit vielen Aktionen gefeiert wurde, gehört auch eine zünftige Neptuntaufe.

Quelle: Foto: Peter Binder

Greifswald. Die Stadtwerke Greifswald haben ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die OZ fragte Geschäftsführer Thomas Prauße, wie es mit den Preisen von Strom, Gas, Fernwärme und Wasser aussieht, warum ins Freizeitbad mehr Gäste kommen und wo investiert wird.

OZ-Bild

Stadtwerke sind auch beim Nahverkehr auf Erfolgskurs / Teil der Gewinne fließt in Kultur und Sport / Gaspreis wird im Herbst deutlich gesenkt

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Verschiedene Stromanbieter haben die Erhöhung ihrer Preise angekündigt. Wann müssen die Stadtwerkekunden damit rechnen?

Thomas Prauße: Unsere Greifswalder Kunden in diesem Jahr überhaupt nicht. 2017 bleiben hier die Strompreise stabil. Wir konnten in den Vorjahren sehr günstig einkaufen und geben den günstigen Beschaffungspreis jetzt an die Kunden weiter. Im Umland und in Grimmen sind die Netzentgelte gegenüber Greifswald um das Fünffache gestiegen. Ab 1. April werden dort die Strompreise geringfügig höher.

Und Gas, Fernwärme und Wasser?

Prauße: Wir planen im Herbst eine deutliche Gaspreissenkung, wenn der Gesetzgeber nicht wieder die Abgaben erhöht. Wir sind gerade in der Überprüfung, es sieht richtig gut aus. Bei Fernwärme gehören wir zu den drei günstigsten Anbietern in den ehemals neuen Bundesländern, und unsere Wasserpreise sind seit zehn Jahren stabil. Das heißt, wir haben die staatliche Wassergewinnungsgebühr nicht auf die Kunden umgelegt.

Hört sich so an, als seien die Stadtwerke in allen Sparten recht erfolgreich. Dann muss das Unternehmen doch jede Menge Kunden haben und sich vor Zustrom kaum retten können?

Prauße: 85 Prozent der Greifswalder sind den Stadtwerken als Kunden treu, darauf sind wir stolz. Aber wir sagen immer, dass wir günstig, aber nicht die billigsten sind. Das können wir nicht sein, dann müssten wir unser Engagement im Nahverkehr und Freizeitbad sowie im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich einstellen. Ein Strom- und Gasanbieter, der in Süddeutschland zu Hause ist und hier Kunden akquiriert, weil die Kilowattstunde ein oder zwei Cent billiger ist, gibt hier keinen Euro für die Belange der Menschen aus.

Welchen geografischen Bereich versorgen die Stadtwerke eigentlich?

Prauße: Unser Hauptvertriebsgebiet sind die Hansestadt Greifswald und der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Aber wir liefern auch in ganz MV, wobei wir das nicht aktiv bewerben.

Kunden im Landkreis müssen etwas mehr bezahlen als die Greifswalder. Warum?

Prauße: Die Unterschiede sind nicht riesig und hängen mit dem Netzbetreiber zusammen. Im Landkreis ist das die Edis.

Wie sieht es mit Investitionen aus? Das Leitungsnetz in Greifswald ist nicht das Allerneueste...

Prauße: Dank regelmäßiger Investitionen haben wir ein sehr intaktes und leistungsfähiges Netz. In diesem Jahr erneuern wir in der Anklamer Straße im Bereich Wasser von der Europakreuzung bis zur Breitscheidstraße zunächst die Versorgungsleitungen mit den Hausanschlüssen. Anschließend erfolgt die Sanierung der Hauptleitung.

Im Freizeitbad läuft es richtig gut. Wollen wieder mehr Menschen planschen und schwimmen?

Prauße: 2016 hatten wir 220000 Besucher und damit einen Rekord. Das ist der höchste Wert seit 15 Jahren. Besonders durch den 90-Minuten- und den Frühschwimmertarif sind viel mehr Besucher gekommen. Auch Veranstaltungen wie das gestrige Neptunfest sind Publikumsmagneten. Und die 300 000 Euro, die wir in den Umbau der Sauna gesteckt haben, machen sich bezahlt. In diesem Jahr wollen wir deshalb die Außensauna erneuern.

Und wie sieht es im Bereich des Nahverkehrs aus?

Prauße: Wir haben im Vorjahr 2,1 Millionen Fahrgäste gezählt, ein neuer Rekord. Das sind 500000 mehr als vor fünf Jahren. Wir haben zwölf neue Erdgasbusse in Betrieb genommen. Den Ausschlag, dass wir mehr Menschen per Bus befördert haben, sehe ich aber in der effizienten Linienführung.

Nahverkehr und Freizeitbad sind aber defizitäre Sparten, die jährlich Miese machen. Und da jubeln Sie?

Prauße: Nahverkehr und Freizeitbad sind überall in Deutschland defizitäre Unternehmungen. Die Stadtwerke Greifswald übernehmen jährlich circa drei Millionen Euro Verluste für Nahverkehr und Freizeitbad. Die Defizite sind in Greifswald seit Jahren gleichbleibend. Das sehe ich schon als Erfolg, denn auch dort steigen die Kosten, vor allem durch die Löhne und Gehälter. Wir zahlen den 300 Mitarbeitern der Stadtwerke öffentlichen Tarif. Dank des guten Wirtschaftens der anderen Sparten können wir die Defizite ausgleichen .

Die Stadtwerke unterstützen eine Menge Projekte in den Bereichen Sport/Kultur/Soziales. Wo engagiert sich das Unternehmen überall?

Prauße: Zu den Vorhaben, die wir fördern, gehören neben dem jährlichen Stadtwerkefest auch die Boddenklänge, die Eigenproduktionen des Balletts Vorpommern und insgesamt 80 Sportvereine wie der GFC sowie mehrere Kitas. Als hundertprozentige Tochter der Stadt kommt der von uns hier erwirtschaftete Gewinn damit den Menschen, die hier leben, zugute.

Neuerdings geistert das Wort „Verschmelzung“ durchs Unternehmen. Wer verschmilzt mit wem, müssen sich die Mitarbeiter Sorgen machen?

Prauße: Keineswegs, wir verschmelzen die Töchter der Stadtwerke, die Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wasserversorgung, in ein einheitliches Stadtwerk, um uns für die Zukunft effizient aufzustellen. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Bis Ende August soll der Prozess abgeschlossen sein und dann rückwirkend zum 1. Januar gelten. Für den Kunden ändert sich überhaupt nichts.

Die Stadtwerke in Zahlen

2,1 Millionen Fahrgäste zählte im vergangenen Jahr der Nahverkehr, der immer beliebter wird, denn es sind 500000 Fahrgäste mehr als vor fünf Jahren.

600 Gäste kommen durchschnittlich pro Badetag ins Freizeitbad. Besonders beliebt bei den Besuchern sind Mottoveranstaltungen wie das Neptunfest.

10 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren für wichtige Investitionsvorhaben ausgegeben. Dazu gehören u. a. ein neuer Trinkwasserbehälter und das Heizhaus Kapaunenstraße.

300 Mitarbeiter, darunter 17 Auszubildende, zählen die Stadtwerke, die damit zu den großen Arbeitgebern der Region gehören.

Cornelia Meerkatz

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