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Geld für Plastiktüten? Nicht mit Greifswalds Einzelhändlern!

Greifswald Geld für Plastiktüten? Nicht mit Greifswalds Einzelhändlern!

Die Plastiktüte soll Geld kosten. So will es der Handelsverband Deutschland (HDE).

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Laut des Vereins Umwelthilfe verbraucht jeder Deutsche jährlich mehr Tüten, als er tragen kann.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Plastiktüte soll Geld kosten. So will es der Handelsverband Deutschland (HDE). Folgt das Bundesumweltministerium seiner Initiative, würde die Kunststofftüte über kurz oder lang nicht mehr in allen Geschäften umsonst zu haben sein. Was wie ein fester Vorsatz anmutet, ist nur eine freiwillige Vereinbarung. An die aber wollen sich in Greifswald nur wenige Geschäfte halten.

 

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Die Kostenpflicht fällt flach. Viele Kunden sind noch nicht bereit dazu.“ Simone Guse, Inhaberin von „Mona Lisa“

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Wenn der Kunde viel einkauft, warum sollte er für eine Tüte bezahlen?Anett Voss, Inhaberin „Mode by Voss“

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Die Kostenpflicht fällt flach. Viele Kunden sind noch nicht bereit dazu.“ Simone Guse, Inhaberin von „Mona Lisa“

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In der Hansestadt ziehen bis jetzt nur die großen Ketten mit. Bei Tchibo kostet eine Plastiktüte 20 Cent, bei Mediamarkt je nach Größe zwischen fünf und 50 Cent. „Die Ausgabe von Einwegtüten ist seit der Einführung um fast 80 Prozent zurückgegangen“, sagt Sandra Coy, Pressprecherin von Tchibo. Bei Rossmann und dm wurden die kleinen dünnen Tüten bereits abgeschafft, kostenlos waren die restlichen Tüten nie erhältlich. Alle Ketten erklärten, dass diese Maßnahme bei den Kunden auf Verständnis gestoßen sei. Die Konsumenten brächten zumeist ihre eigenen Körbe und Beutel mit.

Anders sieht es bei Einzelhändlern aus, die keiner Kette angehören. „Gerne würde ich der Umwelt wegen Geld für die Tüten verlangen, doch die Kunden sind nicht bereit, mehr zu bezahlen“, sagt Edelgard Witt, Inhaberin von „Lederwaren“ im Schuhhagen. Simone Guse, Besitzerin der Boutique „Mona Lisa“, geht es ähnlich: „Wir haben Angst, dass uns die Kunden abspringen, wenn wir jetzt auch noch anfangen, Geld für Tüten zu verlangen.“

Viele Einzelhändler ohne Kette verteilen meist nur Papiertüten: „Aus Umweltgründen gebe ich schon lange keine Plastiktüten mehr heraus. Außerdem bringen viele Kunden ihre Tüten selbst mit. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Kunden auf Tüten im Geschäft verzichten, wenn sie dafür zahlen müssen“, meint Gunda Harms, Inhaberin von „Wäscheträume“.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) ist überzeugt, dass die freiwillige Vereinbarung nicht den gewünschten Effekt erzielt: „Es ist nicht festgelegt, wie viel eine Tüte kostet. Außerdem macht nur 60 Prozent des Einzelhandels mit. Es gibt keine Sanktionen bei Nichtbeachtung. Somit wird die Selbstverpflichtung das Ziel nicht erreichen“, bemerkt Ann-Kathrin Marggraf, Pressesprecherin der DUH. In Irland habe man einen Preis von 22 Cent pro Plastiktüte eingeführt, woraufhin der Verbrauch um 96 Prozent auf nur 18 Tüten pro Kopf jährlich gesunken sei. „Nur durch eine gesetzliche Abgabe auf Einweg-Plastiktüten von mindestens 22 Cent pro Stück kann der Verbrauch dauerhaft gesenkt werden“, so Marggraf weiter.

Der HDE ist gegen eine gesetzliche Regulierung wie in Irland: „Deutschland übertrifft mit 64 Tüten je Einwohner und Jahr das EU-Ziel 2019 mit 90 Tüten deutlich. Warum also ein Gesetz erlassen, das Verbraucher und Unternehmen unnötig belastet?“

Dieses Argument kann Marggraf nicht verstehen: „Am Beispiel Irland sieht man, was möglich ist. Es geht immer besser.“ In Deutschland werden bundesweit 6,1 Milliarden Plastiktüten jährlich verbraucht.

Allein in Berlin sind das 266 Millionen Plastiktüten pro Jahr, knapp 30000 pro Stunde, woraus man eine neun Kilometer lange Plastiktütenkette bilden kann. So entstehen 2,3 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner.

Von Laura Weigele

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