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Greifswalds Vision für 2030

Greifswald Greifswalds Vision für 2030

3000 neue Wohnungen sind notwendig / Tourismus soll gefördert werden

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Familie Henkel aus Schönwalde II mit Freund (von links nach rechts): Enkel Colin, Rita mit Hund Nelly, Sohn Stefan und Willi Ringwald.

Quelle: Fotos: Pb (1), Chg (5)

Greifswald. Die Zukunft steht auf 233 Seiten. So lang ist das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2030plus“ (Isek2030+) für Greifswald, das Ziele, Probleme und Maßnahmen der Stadtentwicklung zusammenfasst. Das Leipziger „Büro für urbane Projekte“ erstellte zusammen mit der Stadtverwaltung das 71000 Euro teure Dokument. Zudem brachten Bürger in vier Denkwerkstätten Ideen ein.

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3000 neue Wohnungen sind notwendig / Tourismus soll gefördert werden

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Ende Februar wird die Bürgerschaft dem Isek 2030+ noch offiziell zustimmen. Das Konzept dient der Stadtplanung und behandelt vom Wohnungsmarkt, Grünanlagen und Carsharing bis zum Klimaschutz und Tourismus vieles, was das Leben in der Stadt prägt. „Ein Stadtentwicklungskonzept ist auch notwendig, um bestimmte Fördermittel vom Land oder Bund zu beantragen“, sagt Thilo Kaiser, Leiter des Stadtbauamtes.

Die Hansestadt wächst

Greifswald hat die größte Wachstumsrate in ganz MV: Von 2004 bis 2014 wuchs die Einwohnerzahl um 7,6 Prozent (Rostock: zwei Prozent im selben Zeitraum). 2030 sollen laut der höchsten der drei Schätzungen im Isek2030+ über 60000 Menschen hier leben (verglichen mit ca. 57000 heute). Ein umgedrehter Trend: Denn beim ersten Isek 2002 gingen die Stadtplaner noch von einer schrumpfenden Bevölkerung aus. Mehr Bewohner bedeuten, dass mehr Wohnraum benötigt wird.

3000 Wohnungen fehlen

Jeder vierte Greifswalder wird 2030 über 65 Jahre alt sein. Senioren haben besondere Bedürfnisse auf dem Wohnungsmarkt. „Sie suchen intensiv nach betreuten Wohnmöglichkeiten. Wohngemeinschaften über Generationen hinweg oder nur für Senioren sind ja noch in einer experimentellen Phase“, sagt Dirk Barfknecht, Geschäftsführer des Mietervereins Vorpommern-Greifswald.

Allerdings rechnen die Stadtplaner auch weiterhin mit 10000 Studenten. Sie suchen ebenso wie finanziell Schwache eher günstige Wohnungen. „Ich begrüße das Isek, weil es stark auf den sozialen Wohnungsbau fokussiert“, sagt SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki. Bis zu 3000 Wohnungen fehlen in Greifswald. Der Leerstand ist gering: Bei der WVG und der WGG standen Ende 2015 nur 1,5 Prozent leer. Auch vielen privaten Vermietern geht es ähnlich. Norbert Böttger von Böttger Immobilien sagt, seine Wohnungen weisen kaum Leerstand auf. Um die Lage zu entschärfen, sollten auch alternative Wohnprojekte wie die „Straze“ in der Stralsunder Straße 10/11 gefördert werden, sagt Erik von Malottki. „Bezahlbarer Wohnraum ist wichtig, damit Greifswald lebenswert bleibt – Projekte müssen schnell umgesetzt werden“. So brauche es Wohnungsbau, bei dem die Kaltmiete maximal acht Euro je Quadratmeter beträgt, ergänzt durch sozialen Wohnungsbau, bei dem die Kaltmiete nur 5,50 Euro je Quadratmeter beträgt.

Die WVG baut 48 neue Sozialwohnungen in der Gaußstraße. Zudem plant sie 100 neue Wohnungen am Hansering, deren Mieten mit rund zehn Euro/m2 jedoch teurer werden. Die WGG baut noch dieses Jahr insgesamt 91 Wohnungen in der Peter-Warschow-Straße und im Fritz-Curschmann-Weg (Miete: 8,55 Euro/m2).

In Richtung Hinrichshagen soll ein neuer Stadtteil entstehen. In der Obstbau- und Stadtrandsiedlung und der Fleischervorstadt sollen Flächen verdichtet werden, um neuen Wohnraum zu schaffen.

1000 bezahlbare Wohnungen sollen im geplanten Quartier in der Hafenstraße am Ryck entstehen.

Tourismus verbessern

Jährlich kommen 84000 Touristen in die Hansestadt, heißt es im Isek2030+. Doch in Zukunft soll Greifswald touristisch noch attraktiver werden.

Dafür werden der Museumshafen und die Südmole Wieck ausgebaut. Auch ein Vier-Sterne-Tagungshotel soll am Hansering entstehen. Die Stadtverwaltung habe bereits mit einem Investor und mehreren Betreibern Kontakt, informiert Stadtsprecherin Andrea Reimann.

Autos miteinander teilen

Die städtische Greifswalder Marketing GmbH will Greifswald als „junge, bunte und maritim-romantische Stadt“ darstellen, sagt Geschäftsführer Maik Wittenbecher. Mundpropaganda erledige den Rest:

„Ein zufriedener Tourist ist der beste Botschafter für Greifswald“, erklärt Wittenbecher.

Ein weiteres Ziel: Carsharing, das gemeinsame Nutzen von Autos, soll ausgebaut werden. 2015 wurde es gerade einmal von 38 Greifswaldern genutzt. Thomas Leuckfeld, Geschäftsführer der Citycar GmbH in Neubrandenburg, lobt das Engagement der Stadtverwaltung. Sie will ihren Fuhrpark für Carsharing nutzbar machen. „So ein Projekt lebt nur, wenn es Unterstützung findet.“ Da sie in Greifswald gegeben ist, werden dieses Jahr sechs weitere Fahrzeuge, davon drei Hybridautos, angeboten, inklusive einer Beratung vor Ort.

Übersicht über die Verteilung und das Alter der Greifswalder Bevölkerung

Insgesamt leben zwei Drittel der 57000 Einwohner auf nur einem Achtel der Stadtfläche.

Die meisten, ein Drittel, leben in den Vierteln Schönwalde I/Südstadt (10852) und Schönwalde II (8318). Hier soll ein neues Stadtteilzentrum entstehen, außerdem soll die soziale Verknüpfung mit anderen Stadtteilen verbessert werden. Die drittmeisten Einwohner hat das Ostseeviertel mit 6150 Einwohnern.

Die Innenstadt ist das kulturelle und soziale Zentrum der Stadt. Hier leben 4678 Menschen zwischen zentralen Stellen der Stadtverwaltung (Rathaus, Bürgeramt) und touristischen Zielen (Pommersches Landesmuseum, CDF-Zentrum). In den Stadtteilen Steinbeckervorstadt, Industriegebiet, Ladebow, Wieck, Friedrichshagen und Riems/Insel Koos leben nur bis zu 800 Menschen. Die Stadtteile Fleischervorstadt, Nördliche und Südliche Mühlenvorstadt und die Fettenvorstadt werden von ungefähr 4000 Leuten bewohnt, in Eldena und Groß Schönwalde leben 2200 bzw. 1200 Menschen.

Greifswald ist eine der jüngsten Städte in ganz MV. 13,1 Prozent sind jünger als 18. 23,7 Prozent sind zwischen 18 und 30, 18,3 Prozent zwischen 30 und 45 Jahren alt. Allerdings ist ein Fünftel der Bevölkerung bereits über 65 Jahre alt, 25, 8 Prozent sind zwischen 45 und 65 Jahren.

Christopher Gottschalk

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