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Hafen: Ausbaggerung fast sicher

Hafen: Ausbaggerung fast sicher

Wirtschaftlichkeitsberechnung vor dem Abschluss / nur noch wenig freie Flächen im Gewerbegebiet Ladebow

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OB Stefan Fassbinder stellt Dirk Ungerland (HLG), Tino Hahn (Regio Infra), Michael Ott (HLG) und Ian Petri (Weserpetrol, v. l.) vor.

Quelle: eob

Gute Nachrichten für den Industriehafen Ladebow: Die versandete Zufahrt zum Hafen wird wahrscheinlich im Herbst ausgebaggert. „Unsere Prüfung der Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme steht vor dem Abschluss“, informierte Wolf Laule vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund am Mittwochabend in Ladebow. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) hatte Behörden- und Firmenvertreter sowie Abgeordnete in den Hafen eingeladen. Laule bezifferte die Wahrscheinlichkeit der Ausbaggerung auf 95 Prozent.

OZ-Bild

Wirtschaftlichkeitsberechnung vor dem Abschluss / nur noch wenig freie Flächen im Gewerbegebiet Ladebow

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Im September des vergangenen Jahres war der zulässige Tiefgang für Schiffe von 5,70 Meter auf fünf Meter herabgesetzt worden. Für den Pächter seit 2012, die Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald (HLG), und ansässige Firmen ein herber Rückschlag bei ihren Bemühungen, den Hafen zu beleben. Ihre Kosten stiegen, weil seitdem nur noch kleinere Schiffe Ladebow anlaufen können.

Ian Petri von der Firma Weserpetrol berichtete, dass Kunden abwanderten. 2015 seien weniger als 60000 Tonnen Heizöl und Diesel angelandet worden. In guten Jahren doppelt so viel. Weserpetrol betreibt in Ladebow ein Tanklager.

Die Kosten für den Bund, um den Tiefgang auf 6,30 Meter zu erhöhen — wie nach der letzten Baggerung 2006 — bezifferte Laule auf 2,7 Millionen Euro. Allerdings werde der Bund nur aktiv, wenn die Stadt das ebenfalls versandete Hafenbecken ausbaggere, sagte er. Bausenator Jörg Hochheim (CDU) nannte dafür Kosten von 600000 Euro brutto. Das Geld müsste die Bürgerschaft bewilligen. Hochheim kann sich vorstellen, dass die Summe auf 2016 und 2017 aufgeteilt wird. Nach Auskunft von Laule müsste die Fahrrinne alle fünf bis zehn Jahre ausgebaggert werden.

Die HLG-Geschäftsführer Michael Ott (Rostocker Zementumschlag GmbH) und Dirk Ungerland (Beiselen/Agrarhändler) sagten, dass es Pläne für eine Erweiterung jener Düngerhalle gebe, die Beiselen letztes Jahr für zwei Millionen Euro in Ladebow gebaut hat. Auch eine Mischanlage für die Herstellung von Dünger sei vorstellbar. „Damit würden hier Arbeitsplätze entstehen“, sagte Ungerland. 2015/16 habe man mit zwei Zügen ausprobiert, inwieweit der Ladebower Bahnanschluss nutzbar sei. Eine Ausbaggerung sei Voraussetzung für alle Investitionen.

Im 2014 von der Bürgerschaft beschlossenen Bebauungsplan des Gewerbehafens Ladebow sind übrigens nur noch wenige Grundstücke frei. Das Areal hinter der Kaikante gehört Beiselen. „Die Stadt hat hier keine Flächen“, sagte der Greifswalder Wirtschaftsförderer Fabian Feldt. Nicht durch Firmen belegte Grundstücke gehörten dem Bund, mit dem man bei der Vermarktung zusammenarbeite. „Eine größere Fläche ist noch frei“, sagte Peter Spitzer von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Ein Grundstück kaufte bereits die Wiecker Segelmacherei Radtke. Aktuell sei hier nichts geplant, so Hilmar Radtke auf OZ-Nachfrage. Ein Werkstattbau sei denkbar. Er hoffe auf die seit langem geplante Marina in Wieck neben dem Utkiek. Flächen dafür seien vorhanden, schätzt Radtke ein. Als Erwerber eines weiteren Grundstücks ist ein Unternehmen der Bootsbaubranche im Gespräch.

Wellness statt Industrie? Laut Bausenator nicht zu machen

Greifswald Keine weiteren Millionen im Hafen Ladebow versenken, stattdessen auf Tourismus, Wellness und Wohnen umsteuern. Diese Idee der „Weißen Stadt“ ist populär. Auch Bausenator Jörg Hochheim (CDU) sagt, sie sei charmant. „Ein Investor dafür hat aber noch nie bei mir vorgesprochen!“ Und vor allem müsse die Stadt in diesem Fall 15 Millionen Euro Hafen-Fördermittel an das Land MV zurückzahlen.

Könnte OB Stefan Fassbinder (Grüne) das Land nicht dazu bringen, auf diese Summe zu verzichten? Hochheim betont: Die Bürgerschaft habe bereits 1992 die Weichen für den Industriehafen gestellt und diese Entscheidung 2014 bekräftigt. „Schon mein Vorgänger war wegen der Weißen Stadt in Schwerin. Das Land lehnte den Verzicht auf Rückzahlung ab.“ Und einfach das Ende der Zweckbindungsfristen im Jahr 2024 und 2030 abzuwarten, helfe auch nichts. „Auch für diesen Fall hat das Land ausdrücklich erklärt, dann wegen Verfehlung des Förderzwecks ein Rückforderungsverfahren einzuleiten.“

Im übrigen gebe es Firmen, die in Ladebow bleiben wollten. „Für ihre Verlegung gibt es weder einen geeigneten Standort noch Fördermittel.“ Da sei man rasch bei über 20 Millionen Euro Kosten.

eob

Von Eckhard Oberdörfer

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