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Insolvenz bei Greifswalder Anlagenbauer

Greifswald Insolvenz bei Greifswalder Anlagenbauer

Betroffen sind vier Gesellschaften von AKB mit über 200 Mitarbeitern / Geschäfte werden weitergeführt

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Für drei Gesellschaften von AKB wurde in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Fotos (2): Peter Binder

Greifswald. Der Anlagen- und Kraftwerkrohrleitungsbauer AKB hat am vergangenen Mittwoch für mehrere seiner Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer Michael Lüdeke hat selbst den Antrag beim Insolvenzgericht in Stralsund gestellt. Betroffen sind drei zur Firma gehörende Unternehmen mit insgesamt 230 Mitarbeitern: die Firmen AKB Energie- und Umwelttechnik GmbH mit Sitz in Greifswald, AKB Maschinen- und Anlagentechnik (MAT) mit Niederlassungen in Sanitz und Upahl sowie die AKB Montage und Personaldienst GmbH mit Hauptsitz in Greifswald und Niederlassungen in Hamm und Erlangen sowie die AKB Holding. Für sie wurden die Greifswalder Rechtsanwälte Heiko Jaap und Jörg Sievers zum vorläufigen Insolvenzverwalter bzw. Gutachter bestellt.

AKB wurde 1996 von Gisela Brandt und Waldemar Kukuk gegründet. 2007 kaufte Michael Lüdeke das Unternehmen und übernahm die Geschäftsführung. Der Jahresumsatz belief sich nach seinen Aussagen zum 20-jährigen Firmenjubiläum auf 28 Millionen Euro. MAT beispielsweise arbeitet für die Meyer Werft in Papenburg und baut für die Aida-Schiffe unter anderem die Wasserrutschen und die Regalsysteme.

Deutschlandweit gut zu tun hat auch die Montage und Personaldienst GmbH.

Die Energie- und Umwelttechnik GmbH war vor allem im Russland-Geschäft aktiv. „Und genau das ist wegen der gegen Russland verhängten Sanktionen komplett weggebrochen“, schildert AKB-Geschäftsführer Lüdeke. „Wir haben dort bis zu zehn Millionen Euro Umsatz jährlich gemacht, zum Beispiel durch die Wasseraufbereitung in Atomkraftanlagen, darunter in Murmansk“, erläutert er. Für zwei Millionen Euro habe AKB auch einen Auftrag für den Bau von Sprengstoff-Untertagefahrzeugen gehabt, die dann nicht mehr abgenommen worden seien, berichtet Lüdeke weiter. Im Unternehmen habe man versucht, gegenzusteuern und zu sanieren, aber solche großen Aufträge ließen sich nicht auf die Schnelle kompensieren. Die beiden ebenfalls zu AKB gehörenden Firmen CNC und Umformtechnik in Berlin und Wittstock sind nicht von der Insolvenz betroffen und arbeiten normal weiter.

Heiko Jaap und Jörg Sievers bestätigen Lüdekes Aussage. „Wir sind zwar gerade erst dabei, uns einen Überblick zu verschaffen, aber die weggebrochenen Russlandaufträge sind schon der Hauptgrund für den Insolvenzantrag“, sagt Heiko Jaap. Dass AKB ein bisher zuverlässig arbeitendes Wirtschaftsunternehmen sei, mache er auch daran fest, dass es bei Löhnen, Sozialabgaben und Umsatzsteuer nicht einen Cent Rückstände gebe. Bis Ende November greife nun das Insolvenzausfallgeld, „das ist alles auf den Weg gebracht“, so der Rechtsanwalt.

Jaap rechnet mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Dezember. „Wir sind bemüht, ein tragfähiges Sanierungskonzept für die Kernbereiche hinzubekommen“, betont er. Auch Lüdeke selbst spricht von Ideen zur Sanierung. Außerdem habe er bereits das Gespräch mit den AKB-Großkunden gesucht. „Mit den ersten habe ich bereits in dieser Woche gesprochen, weitere folgen noch“, so der Unternehmer. Es gebe positive Signale. „Gerade Kunden im Greifswalder Bereich haben ihre Bereitschaft signalisiert, weiter mit uns zusammenzuarbeiten“, berichtet Lüdeke. Als Chef müsse er nun Mut und Tat folgen lassen. „Allerdings kann niemand voraussagen, wie Lieferanten, Banken und Kunden reagieren, wenn das endgültige Konzept steht“, machte er deutlich. Die Insolvenzverwalter seien in die Gespräche eingebunden.

Wegen der Russlandkrise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Verlusten hatte bereits im Vorjahr ein namhafter Greifswalder Unternehmer AKB unter die Arme gegriffen. Dennoch blieb Lüdeke nun der Gang zum Insolvenzgericht nicht erspart. „Das ist mir nicht leicht gefallen, weil die Mitarbeiter ausgezeichnete Arbeit abliefern. Aber eine Verzögerungstaktik macht es nicht besser. Man muss da Klartext reden“, sagt er.

Cornelia Meerkatz

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