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Greifswald Ladebow: Sellering soll helfen
Vorpommern Greifswald Ladebow: Sellering soll helfen
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02:25 29.03.2014
Der Hafen in Ladebow bleibt auch nach dem Beschluss zum Bebauungsplan 14 umstritten. Quelle: Kai Lachmann

Die SPD des Kreises setzt ihren Kampf gegen den Gewerbehafen Ladebow fort. Mit einem Schreiben hat sich die SPD-Kreistagsfraktion an Ministerpräsident und Parteigenosse Erwin Sellering gewandt, damit er die Kuh doch noch vom Eis holt. Das könnte per Einspruch gegen den im Februar dieses Jahres mit Mehrheit beschlossenen Bebauungsplan 14 für den Gewerbehafen Ladebow erfolgen.

Nach Ansicht der Sozialdemokraten des Kreises werden in Ladebow Steuergelder verschwendet. Jüngstes Beispiel für Andreas Kerath, Kreistagsmitglied und SPD-Fraktionschef der Bürgerschaft: Die Förderung der Wiederinbetriebnahme der Zugstrecke Greifswald-Ladebow. „Im März fuhr ein Zug, weitere Fahrten sind laut Streckenbetreiber nicht geplant“, sagt er vor der Bürgerschaft. Dabei hätte Bausenator Jörg Hochheim (CDU) 100 Züge jährlich versprochen. Der konterte, er habe nichts versprochen. Die 100 Züge seien nur die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit. Auch dürfe man Infrastrukturmaßnahmen nicht primär nach Wirtschaftlichkeit beurteilen. Die Genossen überzeugt das nicht. Denn die allesamt mit Steuergeldern geförderten Häfen Vorpommerns würden sich gegenseitig das Wasser abgraben. Vierow und Wolgast bewerben sich genau wie Ladebow um die gleichen und nicht vermehrbaren Güter: Getreide und Düngemittel.

„Wir haben eher zu viele Häfen in Vorpommern“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Günther Jikeli. Darum sollte das Land besser alles tun, damit sich die Firma Hanseyachts samt Zulieferern weiter entwickeln kann. Im Gegensatz zu den Werften, in die schon Hunderte Millionen Euro Fördermittel flossen, sei noch viel Luft nach oben. „Über Hanseyachts könnten wir hochqualifizierte Metallarbeiter im Lande halten“, meint Jikeli. „Seit Jahren wandern diese in Richtung Westen ab.“

Burchard Dreiseitel, SPD-Mann im Bauausschuss der Hansestadt, ergänzt: „Die Hanseyachts AG hatte Besuch von Ministerpräsident Sellering und Wirtschaftsminister Glawe“, erinnert er. Da sei es ja auch um die Motorbootsparte und Yachten von über 70 Fuß Länge (21,34 Meter) gegangen. „Die lassen sich nicht mehr auf der Straße transportieren. Das spricht für Ladebow als Standort“, sagt Dreiseitel.

„Yachtbau und Getreidestaub passen nicht zusammen.“ Dreiseitel kann sich auch eine gläserne Manufaktur für große Schiffe vorstellen.

Allerdings gießt Hanseyachts-Sprecher Torben Will gleich Wasser in den Wein. „Es ist kein Geheimnis, dass wir im nächsten Jahr eine neue Hanse 675 vorstellen werden“, sagt er. „Sie wird jedoch in den bestehenden Hallen in der Salinenstraße produziert, eine neue Fertigung ist dafür nicht geplant.“ Karen Kunkel, Sprecherin der Greifswalder Agentur für Arbeit, ist skeptisch. „Hanseyachts sucht über uns Tischler und Laminierer, aber keine Metaller“, sagt sie. „Bisher haben auch nicht einmal zwei Prozent der Werftarbeiter die Region verlassen, um anderswo eine Arbeit aufzunehmen.“ Auch der Rückenwind aus Schwerin hält sich in Grenzen. „Der Ministerpräsident hat das Schreiben an Verkehrsminister Christian Pegel weitergeleitet“, sagt Sprecher Andreas Timm. „In das konkrete Verfahren zum Bebauungsplan können wir uns nicht einschalten. Das ist der SPD vor Ort bewusst. Es kann also nur darum gehen, ob man anderweitig zu einer Lösung beitragen kann.“ Diese anderweitige Lösung stellt sich Steffen Wehner, der Sprecher Pegels, so vor: Wege finden, dass die Häfen voneinander profitieren statt sich zu schaden.

Die Chronologie der Ereignisse

1993beschloss die Bürgerschaft die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den früheren Hafen der Volksmarine in Ladebow. Damals war eine ausschließlich gewerbliche Nutzung das Ziel. 13 Millionen Euro Fördermittel flossen dafür.

2008legten Burchard Dreiseitel und Astrid Aulich vom gleichnamigen Büro für Architektur und Design neue Pläne vor. Die Vision der weißen Stadt Ladebow mit Wohngebäuden und einer maritim-touristischen Nutzung.2009folgte die Bürgerschaft dieser Anregung. Allerdings drohte das Land mit der Rückzahlung der Fördermittel. Außerdem gab es zwar viele Ideen von Projektentwicklern, aber Investoren gab es nicht.

2011 lenkte das Stadtparlament ein. Neues altes Ziel: ein Gewerbehafen in Ladebow.
2014beschloss die Bürgerschaft den Bebauungsplan für den Hafen, die Bahnlinie wurde erneut eröffnet.



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