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Ladebow: Wer soll Ausbaggerung zahlen?

Greifswald Ladebow: Wer soll Ausbaggerung zahlen?

Die Hafeneinfahrt könnte für 600000 Euro vertieft werden / SPD-Vorschlag umstritten

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Der Gewerbehafen Ladebow mit der neuen Düngerhalle des Agrarhändlers Beiselen.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Zufahrt und der Hafen Ladebow sind versandet. Nur noch kleine oder nicht voll beladene Schiffe mit einem Tiefgang bis zu fünf Metern können seitdem den Greifswalder Gewerbehafen anlaufen. Doch die Chancen stehen gut, dass noch 2016 wieder die ursprüngliche Tiefe der Fahrrinne von 6,90 Metern erreicht wird. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) rechnet noch, ob die Ausbaggerung nach den Kriterien der Bundesbehörde wirtschaftlich wäre, aber das ist sehr wahrscheinlich (die OZ berichtete). Allerdings: Das WSA baggert nur, wenn Greifswald als Eigentümer parallel das Hafenbecken vertieft. Darum soll die Bürgerschaft grünes Licht für einen Vertrag geben, der derzeit in den Ausschüssen diskutiert wird.

Doch wo soll das Geld herkommen? Bis zu drei Millionen Euro ist das WSA bereit, für die Fahrrinne auszugeben. 600000 Euro, so schätzt man, würde die Vertiefung des Hafenbeckens kosten. Soviel Geld hat Greifswald aber nicht, meint die SPD. „Die Stadt muss mehr Geld für die neue Fischerschule ausgeben als geplant“, argumentierte SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki auf der Sitzung des Ortsrates Wieck/Ladebow. „Wir wollen auch eine neue Grundschule bauen.“

Die Verwaltung ist anderer Auffassung. Man könnte dafür das Geld nehmen, das die vorsichtigen Hansestädter für ihre Umlage zugunsten des Landkreises im Haushalt 2016 vorgesehen hatten. Da diese Umlage niedriger ausfiel als befürchtet, bleibt ein Polster.

Die Idee der Sozialdemokraten zur Finanzierung ist trotzdem eine andere: Die Hafen- und Lagergesellschaft Greifswald (HLG) als Betreiber könnte die Kosten der Baggerung übernehmen. „Gegenwärtig sind Kredite günstig“, erinnerte von Malottki. „Und im Gegenzug werden für acht Jahre die von der HLG an die Stadt zu zahlenden Gebühren erlassen.“ Das sei ein großer Anreiz für die HLG und ihre beiden Gesellschafter, die Agrarhandelsfirma Beiselen und die Rostocker Zementsumschlag mbH, sich anzustrengen, meint von Malottki. Denn in guten Zeiten habe der Hallenbetreiber rund 100000 Euro überwiesen. Schaffe die HLG das in den nächsten acht Jahren im Schnitt auch, seien das 800000 Euro Gebühren. Gegenüber 600000 Euro Baggerkosten blieben so 200000 Euro beim Unternehmen abzüglich der Zinslast.

„Wir haben Ladebow kostenlos bekommen und sind laut Vertrag für das Hafenbecken verantwortlich“, kommentierte Peter Lubs, der zuständige Mitarbeiter der Stadt. Aktuell gebe es große Chancen für die Entwicklung des Industriehafens. Die HLG ist einer der Bewerber für 400000 Tonnen Stahlrohre, die die Firma Nordstream 2017 bis 2019 verschiffen will. Ohne Hafenvertiefung könne man das aber vergessen. Die Ortsräte Bernd Lieschefsky (Bürgerliste), Christian Kruse (CDU), Heino Förste und Rainer Millahn (Linke) warnten davor, die Baggerung zu gefährden. Für später nötige Vertiefungen könne die Idee der Finanzierung vielleicht interessant sein. Aber nach über 20 Jahren Debatte bis zum Beschluss über einen Bebauungsplan für Ladebow im Jahre 2014 und Einjahresverträgen mit früheren Betreibern müsse man endlich den Hafen unterstützen.

Nur von Malottki stimmte im Ortsrat für die SPD-Idee, Thorsten Reul (Grüne) enthielt sich. Das Votum ist eine Empfehlung, die Bürgerschaft entscheidet. Hafengeschäftsführer Michael Ott erfuhr durch die OZ von dem Vorschlag. „Mit so einer Variante haben wir uns noch nicht auseinandergesetzt“, sagte er. „Die Wasserfläche gehört ja Greifswald. Das müsste man erst mal diskutieren.“Bis zum Herbst ließe sich keine Entscheidung herbeiführen, schätzt er ein.

Die Baggerung für den Gewerbehafen

2015wurde der maximale Tiefgang der Schiffe im September auf fünf Meter statt zuvor 5,70 Meter herabgesetzt. Nach der letzten Baggerung waren es 6,90 Meter, die wieder erreicht werden sollen.

3Millionen Euro maximal würde der Bund investieren. Greifswald müsste eine Million aufbringen. Dank Wiederverwertung des Baggergutes durch die im Hafen ansässige Firma Mibau sind es aber nur 600000 Euro.

Eckhard Oberdörfer

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